Morbus Crohn: Diagnostik, Therapie und Biologika

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: ACG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Morbus Crohn ist eine idiopathische, chronisch-entzündliche Darmerkrankung, deren Inzidenz weltweit stetig zunimmt. Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen chronisch, progredient und destruktiv.

Im Verlauf entwickeln viele Patienten intestinale Komplikationen wie Strikturen, Fisteln oder Abszesse. Diese erfordern häufig chirurgische Eingriffe und führen zu einer Einschränkung der Darmfunktion.

Die ACG-Leitlinie (American College of Gastroenterology) liefert evidenzbasierte Empfehlungen für das klinische Management erwachsener Patienten. Ziel ist es, die Entzündung objektiv zu kontrollieren und langfristige Komplikationen zu vermeiden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die langfristige Verordnung von Kortikosteroiden oder Mesalazin. Die Leitlinie betont, dass Kortikosteroide nicht zur Erhaltungstherapie geeignet sind und Mesalazin bei Morbus Crohn keine konsistente Wirksamkeit zeigt. Es wird empfohlen, bei steroidabhängigen Patienten frühzeitig auf Immunmodulatoren oder Biologika umzustellen und vor Beginn einer Immunsuppression stets unerkannte Abszesse bildgebend auszuschließen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird orales Mesalazin bei aktivem Morbus Crohn nicht empfohlen, da es keine konsistente Wirksamkeit bei der Induktion oder Erhaltung einer Remission zeigt. Lediglich Sulfasalazin kann bei isoliertem Kolonbefall zur Symptomkontrolle erwogen werden.

Die Leitlinie empfiehlt Budesonid zur kurzfristigen Induktionstherapie bei ileozäkalem Befall. Es wird ausdrücklich davon abgeraten, Budesonid länger als 4 Monate zur Remissionserhaltung einzusetzen.

Vor der Einleitung einer Biologika-Therapie wird ein Screening auf latente Tuberkulose und virale Hepatitiden empfohlen. Zudem betont die Leitlinie, dass bestehende Abszesse vor Therapiebeginn zwingend drainiert werden müssen.

Die Leitlinie bewertet die Kombinationstherapie bei therapienaiven Patienten als wirksamer als eine Monotherapie mit Infliximab oder Azathioprin allein. Sie wird empfohlen, um die klinische Remission und Schleimhautheilung zu verbessern sowie die Antikörperbildung gegen das Biologikum zu reduzieren.

Bei Vorliegen eines perianalen Abszesses wird eine sofortige chirurgische oder radiologisch gesteuerte Drainage empfohlen. Erst nach erfolgreicher Sanierung des Infektfokus sollte laut Leitlinie eine immunsuppressive Therapie eingeleitet werden.

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Quelle: ACG Clinical Guideline: Management of Crohn's Disease in Adults (ACG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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