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Morbus Crohn: S3-Leitlinie (DGVS 2024)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF / DGVS Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnosestellung erfolgt durch eine Kombination aus Endoskopie, Histologie, Bildgebung und Labor.
  • Fäkales Calprotectin dient der Abgrenzung zu funktionellen Beschwerden und dem Verlaufsmonitoring.
  • MR-Enterografie oder Darmsonografie sind Mittel der Wahl zur Dünndarmdiagnostik; CT sollte wegen der Strahlenbelastung vermieden werden.
  • Ein proaktives Drug-Monitoring (TDM) bei anti-TNF-Therapie wird bei asymptomatischen Erwachsenen nicht empfohlen.
  • Steroidrefraktäre Verläufe sollten primär mit Biologika (z.B. anti-TNF, Ustekinumab, Vedolizumab, Risankizumab, Upadacitinib) behandelt werden.
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Hintergrund

Die S3-Leitlinie der DGVS (2024) definiert die aktuellen Standards für die Diagnostik, Therapie und das Monitoring des Morbus Crohn. Die Erkrankung erfordert ein interdisziplinäres Management und eine individuelle Therapieanpassung basierend auf dem Befallsmuster und der Krankheitsaktivität.

Initialdiagnostik

Die Diagnose eines Morbus Crohn soll durch eine Kombination aus klinischem Erscheinungsbild, endoskopischen, histologischen, bildgebenden und laborchemischen Methoden gestellt werden (starke Empfehlung).

Diagnostik-BereichMethode der WahlBemerkung
EndoskopieIleokoloskopie mit StufenbiopsienSoll in der Initialdiagnostik erfolgen. ÖGD sollte ergänzt werden.
DünndarmMR-Enterografie (MRE) oder DarmsonografieSoll zur Evaluation von Lokalisation und Ausdehnung erfolgen. CT nicht routinemäßig.
LaborFäkales CalprotectinSollte zur Abgrenzung funktioneller Beschwerden genutzt werden.
Genetik/SerologieNOD2, ASCA, ANCASollen nicht zur Diagnosestellung angewendet werden.

Therapie-Monitoring

Die alleinige Beurteilung der klinischen Symptomatik reicht nicht aus. Das Therapieansprechen sollte objektiviert werden:

  • Nach 3 Monaten: CRP, fäkales Calprotectin und Darmsonografie.
  • Nach 6-9 Monaten: Endoskopische Kontrolle zur Beurteilung der Mukosaheilung (kann erfolgen, falls therapeutische Konsequenz).

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) bei TNF-α-Antikörpern

Ein proaktives TDM sollte bei Erwachsenen ohne klinische Symptomatik nicht durchgeführt werden (Empfehlungsgrad B). Bei einem sekundären Wirkverlust sollte ein reaktives TDM erfolgen.

Anti-TNF SpiegelAnti-Drug Antibodies (ADA)Therapeutische Konsequenz
NiedrigNegativDosisintensivierung
NiedrigPositivWechsel anti-TNF oder Zugabe von Immunsuppressivum
GutNegativKeine Dosisintensivierung (Wechsel anti-TNF, Steroide oder OP erwägen)
GutPositivKeine Dosisintensivierung (Klassenwechsel, Steroide oder OP erwägen)

Therapie bei steroidrefraktärem Verlauf

Ein steroidrefraktärer Morbus Crohn mit mittlerer bis hoher Aktivität sollte primär mit folgenden Substanzen behandelt werden (Empfehlungsgrad B):

  • TNF-α-Antikörper (bei Infliximab Kombination mit Thiopurinen erwägen)
  • Risankizumab
  • Upadacitinib
  • Ustekinumab
  • Vedolizumab

Remissionserhaltung

Nach erfolgreicher Induktion sollte eine remissionserhaltende Therapie durchgeführt werden mit:

  • Azathioprin / 6-Mercaptopurin
  • Methotrexat (MTX)
  • Risankizumab, Upadacitinib, Ustekinumab, Vedolizumab oder TNF-α-Antikörpern

Bei mildem Verlauf kann ein abwartendes Verhalten ohne Erhaltungstherapie erwogen werden. Vor dem Beenden einer Erhaltungstherapie sollte eine objektive (meist endoskopische) Beurteilung erfolgen.

Spezielle klinische Situationen

SituationEmpfehlung
Perianale FistelnMRT des Beckens oder transrektale Endosonografie (TRUS) zur Ausbreitungsdiagnostik (starke Empfehlung). Interdisziplinäre Therapie.
PostoperativIleokoloskopie innerhalb von 6-12 Monaten nach Ileozökalresektion zur Beurteilung der Anastomose (Empfehlung).
SchwangerschaftAkute Schübe sofort therapieren (bevorzugt Steroide oder anti-TNF). Stabile Therapien fortführen.
Therapierefraktärer SchubUntersuchung auf Clostridioides difficile und Cytomegalievirus (CMV) sollte erfolgen.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie das fäkale Calprotectin nicht nur zur Erstdiagnostik zur Abgrenzung von Reizdarmsymptomen, sondern auch als sensitiven Verlaufsparameter zur Früherkennung von Rezidiven bei asymptomatischen Patienten. Verzichten Sie bei der Dünndarmdiagnostik junger Patienten auf das CT und bevorzugen Sie MR-Enterografie oder den hochauflösenden Darmultraschall.

Häufig gestellte Fragen

Nach 6 bis 9 Monaten kann eine Ileokoloskopie zur Beurteilung der Mukosaheilung durchgeführt werden, sofern sich daraus therapeutische Konsequenzen ergeben.
Nein, bei asymptomatischen Erwachsenen wird ein proaktives Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) nicht empfohlen. Es sollte reaktiv bei Wirkverlust erfolgen.
Zur Ausbreitungsdiagnostik soll ein MRT des Beckens oder eine transrektale Endosonografie (TRUS) durchgeführt werden.
Innerhalb der ersten 6 bis 12 Monate nach einer Ileozökalresektion sollte eine Ileokoloskopie zur Beurteilung der Anastomosenregion erfolgen.
Ja, akute Schübe sollen sofort therapiert werden (bevorzugt Steroide oder anti-TNF). Eine stabile Therapie mit anti-TNF, Vedolizumab oder Ustekinumab sollte fortgeführt werden.

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