Morbus Crohn: Antibiotika zur Remissionsinduktion
Hintergrund
Morbus Crohn ist eine entzündliche Darmerkrankung, deren genaue Ätiologie unklar ist. Tiermodelle und humane Studien deuten darauf hin, dass das intestinale Mikrobiom und eine gestörte Barrierefunktion eine zentrale Rolle in der Pathogenese spielen.
Bei Personen mit Morbus Crohn lassen sich häufig höhere Konzentrationen spezifischer Bakterien wie Escherichia coli in der Darmschleimhaut nachweisen. Aus diesem Grund wurde postuliert, dass eine Reduktion der bakteriellen Last durch Antibiotika die pathologische Immunantwort eindämmen könnte.
Der Einsatz von Breitbandantibiotika birgt jedoch das Risiko, die bestehende Dysbiose weiter zu verschlechtern. Der Cochrane Review (2019) evaluiert daher die Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit einer antibiotischen Therapie bei dieser Erkrankung.
💡Praxis-Tipp
Der Review verdeutlicht, dass der routinemäßige Einsatz von Antibiotika zur reinen Remissionsinduktion bei Morbus Crohn aufgrund des marginalen Nutzens kritisch zu hinterfragen ist. Bislang konnte kein spezifisches bakterielles Ziel identifiziert werden, das eine gezielte Eradikationstherapie rechtfertigt.
Häufig gestellte Fragen
Der Review zeigt, dass Antibiotika im Vergleich zu Placebo nur einen sehr geringen, oft nicht klinisch relevanten Nutzen bei der Induktion einer Remission haben.
Die aktuelle Evidenz reicht nicht aus, um die Wirksamkeit von Antibiotika zur Erhaltung der Remission zu belegen. Die Langzeiteffekte sind laut den Autoren unklar.
Gemäß den gepoolten Daten der Studien erhöhen Antibiotika das allgemeine Risiko für Nebenwirkungen im Vergleich zu Placebo nicht signifikant. Häufig berichtete Ereignisse waren gastrointestinale Beschwerden und Kopfschmerzen.
In den randomisierten Studien wurden hauptsächlich Ciprofloxacin, Metronidazol, Rifaximin, Clarithromycin und Cotrimoxazol evaluiert.
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Quelle: Cochrane Review: Antibiotics for induction and maintenance of remission in Crohn's disease (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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