IQWiG2007Pneumologie

Montelukast (LTRA): Wirksamkeit bei Asthma bronchiale

Diese Leitlinie stammt aus 2007 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2007)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A05-14 bewertet den Nutzen von Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten, spezifisch Montelukast, bei Patienten mit Asthma bronchiale. Asthma ist eine chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung, bei der Leukotriene eine Schlüsselrolle in der Pathophysiologie spielen.

Die Untersuchung fokussiert sich auf zwei Hauptindikationen. Dies umfasst die additive Therapie zu inhalativen Kortikosteroiden (ICS) bei leichtem bis mittelschwerem chronischen Asthma sowie die Monotherapie bei Belastungsasthma.

Ziel des Berichts ist die vergleichende Nutzenbewertung hinsichtlich patientenrelevanter Therapieziele. Dazu zählen die Reduktion von Asthmasymptomen, Exazerbationen und unerwünschten Arzneimittelwirkungen sowie die Verbesserung der Lebensqualität.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Wirksamkeit von Montelukast:

Leichtes bis mittelschweres chronisches Asthma (Erwachsene)

Laut Untersuchung ist der Nutzen einer Kombinationstherapie aus Montelukast und ICS im Vergleich zu einer reinen ICS-Monotherapie belegt. Dies gilt für eine Kurzzeitbehandlung von bis zu 16 Wochen.

Im Vergleich zur additiven Therapie mit Salmeterol zeigt der Bericht folgende Ergebnisse:

  • Salmeterol/ICS ist bezüglich der Wirksamkeit (Symptomkontrolle, Exazerbationen) überlegen.

  • Ein Zusatznutzen von Montelukast gegenüber Salmeterol ist nicht belegt.

  • Es gibt jedoch Hinweise auf ein potenziell günstigeres Nebenwirkungsprofil von Montelukast bei Langzeitanwendung.

Belastungsasthma (Erwachsene)

Für die Monotherapie mit Montelukast bei Belastungsasthma gibt es Hinweise auf einen Nutzen. Die körperliche Belastbarkeit der Patienten war in Studien nach der Behandlung besser als unter Placebo.

Anwendung bei Kindern

Für Kinder mit leichtem bis mittelschwerem chronischen Asthma ist der Nutzen der Montelukast/ICS-Kombinationstherapie nicht belegt. Die verfügbare Datenlage wird als unzureichend eingestuft.

Ebenso ist der Nutzen einer Montelukast-Monotherapie bei kindlichem Belastungsasthma laut Bericht nicht belegt.

Dosierung

Die in den bewerteten Studien eingesetzten Dosierungen für Montelukast richten sich nach dem Alter der Patienten.

AltersgruppeDosierungIndikation
Jugendliche und Erwachsene (ab 15 Jahren)10 mg einmal täglichChronisches Asthma (additiv zu ICS) / Belastungsasthma
Kinder (6 bis 14 Jahre)5 mg einmal täglichChronisches Asthma (additiv zu ICS) / Belastungsasthma

Die Anwendung bei chronischem Asthma erfolgte in den Studien stets als additive Therapie zu inhalativen Kortikosteroiden (ICS).

Kontraindikationen

Der Bericht nennt keine absoluten Kontraindikationen, verweist jedoch auf unerwünschte Ereignisse, die in den Studien beobachtet wurden.

Zu den häufigsten berichteten unerwünschten Ereignissen zählen:

  • Infektionen der oberen Atemwege

  • Kopfschmerzen

  • Verschlechterung des Asthmas

In Langzeitstudien (48 Wochen) zeigte sich unter Montelukast/ICS eine statistisch signifikant geringere Rate an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen als unter Salmeterol/ICS.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Bericht bietet Montelukast als Add-on-Therapie zu ICS keinen Zusatznutzen gegenüber langwirksamen Beta-2-Mimetika (LABA) wie Salmeterol hinsichtlich der Wirksamkeit. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass Montelukast bei Langzeitbehandlungen möglicherweise ein günstigeres Sicherheitsprofil bezüglich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse aufweisen könnte. Bei unzureichender Asthmakontrolle unter ICS-Monotherapie stellt es somit eine belegte, wenn auch in der Wirksamkeit leicht unterlegene Alternative zu LABA dar.

Häufig gestellte Fragen

Laut Untersuchung gibt es bei Jugendlichen und Erwachsenen Hinweise auf einen Nutzen der Monotherapie bei Belastungsasthma. Für Kinder ist dieser Nutzen aufgrund unzureichender Datenlage jedoch nicht belegt.

Der Bericht zeigt, dass eine Kombinationstherapie mit Salmeterol bezüglich der Asthmasymptomatik und Exazerbationsrate wirksamer ist als Montelukast. Ein Zusatznutzen von Montelukast gegenüber Salmeterol ist nicht belegt.

In einigen Studien konnte die ICS-Dosis unter additiver Montelukast-Gabe stärker reduziert werden als unter Placebo. Es bleibt jedoch unklar, ob dies zu einer klinisch relevanten Verringerung von ICS-spezifischen Nebenwirkungen führt.

In den bewerteten Studien erhielten Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren eine Dosierung von 5 mg Montelukast einmal täglich.

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Quelle: IQWiG A05-14: Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit Asthma bronchiale (IQWiG, 2007). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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