Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MOH): Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie definiert den Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln (MOH) als an mindestens 15 Tagen im Monat auftretenden Kopfschmerz. Dieser entsteht durch die regelmäßige Einnahme von Akutmedikation über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten. Meist liegt dem MOH eine primäre Kopfschmerzerkrankung wie Migräne oder Spannungskopfschmerz zugrunde.

In Deutschland weisen etwa 0,7 bis 1 Prozent der Bevölkerung einen MOH auf. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Chronifizierung zählen eine hohe initiale Kopfschmerzfrequenz, weibliches Geschlecht sowie psychiatrische Komorbiditäten wie Depressionen oder Angsterkrankungen. Auch Rauchen, Übergewicht und körperliche Inaktivität erhöhen das Risiko.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit eines MOH hängt stark von der eingenommenen Substanzklasse ab. Bei der Einnahme von Triptanen, Opioiden oder Kombinationspräparaten entwickelt sich das Krankheitsbild deutlich schneller als bei einfachen Analgetika.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wesentlicher Aspekt der Leitlinie ist die Erkenntnis, dass moderne Migräneprophylaktika wie CGRP-Antikörper und OnabotulinumtoxinA auch bei bestehendem Medikamentenübergebrauch wirksam sind. Es ist daher nicht zwingend erforderlich, vor Beginn dieser prophylaktischen Therapien einen vollständigen Medikamentenentzug durchzuführen. Zudem wird betont, dass die Rückfallgefahr im ersten Jahr nach einer Medikamentenpause am höchsten ist, weshalb eine engmaschige und motivierende Nachbetreuung empfohlen wird.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie liegt ein MOH vor, wenn an mindestens 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen bestehen und an 10 bis 15 Tagen (je nach Substanz) Akutmedikation eingenommen wird. Dieser Zustand muss über mehr als drei Monate anhalten.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass sich ein Übergebrauchskopfschmerz bei der Einnahme von Triptanen, Opioiden und Kombinationsanalgetika deutlich schneller entwickelt als bei einfachen Analgetika. Opioide bergen zudem das höchste Risiko für eine Chronifizierung.

Ein stationärer Entzug wird laut Leitlinie vor allem bei Übergebrauch von Opioiden oder bei schweren psychiatrischen Begleiterkrankungen empfohlen. Bei unkomplizierten Verläufen mit Triptanen oder einfachen Analgetika ist ein ambulanter Entzug oft ausreichend.

Zur Linderung von Entzugssymptomen und Kopfschmerzspitzen empfiehlt die Leitlinie den Einsatz von trizyklischen Antidepressiva, Antiemetika oder Steroiden. Ein abrupter Entzug ist bei Analgetika möglich, während Opioide ausgeschlichen werden sollten.

Die Leitlinie empfiehlt Topiramat, OnabotulinumtoxinA sowie monoklonale CGRP-Antikörper. Diese Substanzen haben in Studien gezeigt, dass sie die Kopfschmerztage auch dann reduzieren, wenn der Übergebrauch noch besteht.

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Quelle: Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln (Medication Overuse Headache = MOH) (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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