Magenkarzinom: Diagnostik, Staging und Therapie
Hintergrund
Das Magenkarzinom gehört zu den häufigen malignen Erkrankungen, wobei die Inzidenz in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abnimmt. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die Prognose wird maßgeblich vom Tumorstadium bei Erstdiagnose, der Histologie und dem Allgemeinzustand bestimmt.
Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen erworbene Einflüsse wie eine Infektion mit Helicobacter pylori, inhalativer Tabakkonsum und bestimmte Ernährungsgewohnheiten. Zudem gibt es genetische Prädispositionen, beispielsweise das hereditäre diffuse Magenkarzinom (HDGC) mit CDH1-Mutationen oder das Lynch-Syndrom.
In frühen und lokal begrenzten Stadien ist der Therapieansatz in der Regel kurativ und basiert primär auf chirurgischen oder endoskopischen Resektionen. Im metastasierten Stadium steht die palliative medikamentöse Tumortherapie im Vordergrund, welche zunehmend durch zielgerichtete Therapien und Immun-Checkpoint-Inhibitoren ergänzt wird.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass etwa 30 % der Magenkarzinome ihren positiven HER2-Status unter einer Erstlinientherapie mit Trastuzumab verlieren. Es wird daher empfohlen, den HER2-Status vor dem Einsatz von Trastuzumab-Deruxtecan in der Zweitlinie zwingend durch eine erneute Biopsie zu überprüfen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie soll bei einem Stadium-IV-Magenkarzinom routinemäßig der HER2-Status, der PD-L1-Score (CPS/TAP), die Mikrosatelliteninstabilität (MSI) sowie Claudin 18.2 bestimmt werden. Diese Diagnostik ist essenziell für die Auswahl zielgerichteter Therapien.
Eine endoskopische Resektion wird bei Frühkarzinomen im Stadium IA (T1a) empfohlen, sofern spezifische Kriterien erfüllt sind. Dazu gehören unter anderem eine Größe von unter 2 cm bei erhabenen Läsionen, ein guter Differenzierungsgrad (G1/G2) und das Fehlen von Ulzerationen.
Für die Stadien IB bis III wird eine perioperative Chemotherapie nach dem FLOT-Schema (5-Fluorouracil, Folinsäure, Oxaliplatin, Docetaxel) empfohlen. Diese wird in Kombination mit einer radikalen Resektion und D2-Lymphadenektomie eingesetzt.
Als Standard in der zweiten Therapielinie wird die Kombination aus dem VEGFR-2-Antikörper Ramucirumab und Paclitaxel empfohlen. Bei HER2-positiven Tumoren nach Trastuzumab-Versagen wird Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd) empfohlen.
Die Leitlinie stellt klar, dass die frühere Standardempfehlung zur Gastrektomie heute nicht mehr uneingeschränkt gilt. Es wird stattdessen eine differenzierte Beratung empfohlen, wobei in spezialisierten Zentren oft eine engmaschige endoskopische Überwachung als Alternative angeboten wird.
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Quelle: Magenkarzinom (Onkopedia). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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