Magenkarzinom: Diagnostik, Staging, Therapie, Nachsorge
Hintergrund
Das Magenkarzinom und Adenokarzinome des ösophagogastralen Übergangs gehören weltweit zu den häufigsten tumorbedingten Todesursachen. In Deutschland ist die Inzidenz zwar rückläufig, die Prognose bleibt jedoch oft ungünstig, da die Erkrankung lange asymptomatisch verläuft.
Die AWMF S3-Leitlinie (Version 3.1) beschreibt die multifaktorielle Pathogenese, bei der die Infektion mit Helicobacter pylori den wichtigsten Risikofaktor darstellt. Weitere Risikofaktoren umfassen Alter, männliches Geschlecht, Tabakkonsum und genetische Prädispositionen.
Die Leitlinie bietet umfassende Entscheidungshilfen für die interdisziplinäre Versorgung. Sie deckt den gesamten Verlauf von der Prävention über die Primärdiagnostik bis hin zu multimodalen und palliativen Therapiekonzepten ab.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der molekularpathologischen Testung in der palliativen Situation. Es wird empfohlen, vor dem Einsatz einer medikamentösen Tumortherapie zwingend den HER2-, PD-L1- (CPS) und MSI-Status zu bestimmen, da diese als essenzielle prädiktive Faktoren für den Einsatz von zielgerichteten Therapien oder Checkpoint-Inhibitoren dienen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine endoskopische en-bloc Resektion bei Magenfrühkarzinomen empfohlen, die maximal 2 cm groß, nicht ulzeriert und auf die Mukosa beschränkt sind. Zudem muss ein gut oder mäßig differenzierter histologischer Typ vorliegen.
Die Leitlinie empfiehlt einen proximalen Sicherheitsabstand von 3 cm bei expansivem Wachstum (intestinaler Typ). Bei infiltrativem Wachstum (diffuser Typ) wird ein Abstand von 5 cm nach oral angeraten.
Bei lokalisierten Magenkarzinomen ab der Kategorie cT3 und/oder bei positivem Nodalstatus wird eine perioperative Chemotherapie empfohlen. Diese soll präoperativ begonnen und postoperativ fortgesetzt werden.
Die Leitlinie rät von einem bevölkerungsbezogenen endoskopischen Screening in Deutschland ab. Grund hierfür ist die vergleichsweise niedrige Inzidenz der Erkrankung.
Nach einer Gastrektomie wird eine lebenslange, regelmäßige Substitution von Vitamin B12 empfohlen. Zudem sollte der Eisenstoffwechsel regelmäßig kontrolliert werden.
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Quelle: Magenkarzinom - Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und ösophagogastralen Übergangs (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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