Magenkarzinom: S3-Leitlinie der DGVS

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGVS (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die S3-Leitlinie der DGVS (Version 3.0, 2025) definiert die aktuellen Standards für die Diagnostik und Therapie von Adenokarzinomen des Magens und des ösophagogastralen Übergangs. Das Magenkarzinom nimmt in Deutschland bei beiden Geschlechtern den zehnten Platz der Krebserkrankungen ein.

Die Mortalität ist vergleichsweise hoch, wobei die Erkrankung für etwa 3 % aller krebsbedingten Todesfälle verantwortlich ist. Das mittlere Erkrankungsalter liegt laut Leitlinie bei 71 Jahren für Männer und 75 Jahren für Frauen.

Ein erhöhtes Risiko besteht bei genetischen Prädispositionen wie dem hereditären diffusen Magenkarzinom (HDGC, CDH1- oder CTNNA1-Mutationen) sowie bei verschiedenen Polyposis- und Tumor-Syndromen. Es wird die Wichtigkeit einer interdisziplinären Betreuung in spezialisierten Zentren und Tumorkonferenzen betont.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das klinische Management:

Diagnostik und Staging

Zur Primärdiagnostik wird die hochauflösende Videoendoskopie mit Biopsien aus allen suspekten Läsionen empfohlen (starke Empfehlung, Evidenzgrad A).

Das Staging soll mittels Sonographie sowie CT von Thorax und Abdomen inklusive Becken erfolgen (starke Empfehlung).

Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren (cT3, cT4) sollte vor Beginn einer neoadjuvanten Therapie eine Staging-Laparoskopie durchgeführt werden.

Operative Therapie

Ziel der kurativen Chirurgie ist die vollständige Entfernung des Tumors (R0-Resektion) mit histologisch tumorfreien Resektionsrändern.

Die Leitlinie empfiehlt folgende Sicherheitsabstände nach oral:

  • 3 cm bei expansivem Wachstum (intestinaler Typ nach Laurén)

  • 5 cm bei infiltrativem Wachstum (diffuser Typ nach Laurén)

  • Bei Nichteinhalten des Abstandes sollte ein Schnellschnitt des gesamten Absetzungsrandes erfolgen

Eine D2-Lymphadenektomie wird empfohlen, wobei für eine pN0-Klassifikation mindestens 16, idealerweise jedoch 25 regionäre Lymphknoten untersucht werden sollten.

Perioperative Therapie

Bei Tumoren der Kategorien ab cT3 N+ soll eine perioperative Chemotherapie durchgeführt werden (starke Empfehlung).

Alternativ kann eine Radiochemotherapie erfolgen, gefolgt von einer adjuvanten Immuntherapie bei Nachweis vitaler Tumorzellen im Resektat.

Palliative Systemtherapie

Vor Beginn einer medikamentösen Tumortherapie sollen laut Leitlinie verschiedene prädiktive Biomarker bestimmt werden, um die Therapie individuell anzupassen.

Biomarker-ProfilEmpfohlener Therapie-Zusatz zur Chemotherapie
HER2-positivTrastuzumab
HER2-positiv + PD-L1 (CPS ≥ 1)Trastuzumab + Pembrolizumab
HER2-negativ + PD-L1-positivPD-1-Inhibitor (z. B. Tislelizumab)
Claudin-18.2-positivZolbetuximab

Ernährung und Nachsorge

Der Ernährungsstatus soll bei jedem Patientenkontakt erfasst werden. Mangelernährte Patienten mit hohem Risiko sollten präoperativ für 10 bis 14 Tage eine gezielte Ernährungstherapie erhalten, auch wenn die Operation dafür verschoben werden muss.

Die strukturierte Nachsorge sollte in den ersten zwei Jahren halbjährlich und danach bis zum fünften Jahr jährlich stattfinden.

Kontraindikationen

Eine Magnetresonanztomographie (MRT) sollte laut Leitlinie nur bei Patienten eingesetzt werden, bei denen eine Computertomographie (CT) kontraindiziert ist oder nicht durchgeführt werden kann.

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💡Praxis-Tipp

Der Ernährungsstatus von Magenkarzinom-Patienten wird im klinischen Alltag oft unterschätzt. Die Leitlinie betont, dass mangelernährte Patienten mit hohem Risiko präoperativ für 10 bis 14 Tage eine gezielte Ernährungstherapie erhalten sollten, selbst wenn dies eine Verschiebung der Tumoroperation erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist für die Klassifikation eines pN0-Stadiums die histologische Untersuchung von mindestens 16 regionären Lymphknoten erforderlich. Bei einer D2-Lymphadenektomie sollten idealerweise mindestens 25 Lymphknoten entfernt werden.

Die Leitlinie empfiehlt einen oralen Sicherheitsabstand von 3 cm bei expansivem Wachstum (intestinaler Typ). Bei infiltrativem Wachstum (diffuser Typ) wird ein Abstand von 5 cm empfohlen.

Es wird empfohlen, den HER2-Status, den PD-L1-Status, den MSI-Status sowie den Claudin-18.2-Status zu erheben. Diese Marker sind entscheidend für den Einsatz zielgerichteter Therapien und Immun-Checkpoint-Inhibitoren.

Die Leitlinie empfiehlt eine perioperative Chemotherapie bei Tumoren ab den Kategorien cT3 N+. Bei Tumoren der Kategorie cT2 N0 kann diese Therapieform ebenfalls erwogen werden.

Es wird eine strukturierte Nachsorge empfohlen, die in den ersten zwei Jahren halbjährlich stattfindet. Danach sollten die Kontrollen laut Leitlinie bis zum fünften Jahr jährlich erfolgen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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