Lungenkrebs-Screening: Indikation zur Niedrigdosis-CT
Hintergrund
Der IQWiG Rapid Report P24-02 beschreibt die Erstellung einer Versicherteninformation zum Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-Computertomografie (CT). Grundlage hierfür ist die Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung (LuKrFrühErkV).
Ziel der Information ist es, anspruchsberechtigte Personen bei der informierten Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme zu unterstützen. Dabei werden Nutzen und Risiken der Untersuchung transparent und verständlich dargestellt.
Lungenkrebs wird oft erst spät entdeckt, wobei das Rauchen den stärksten Risikofaktor darstellt. Die Früherkennung soll Tumoren in einem frühen, besser behandelbaren Stadium aufspüren, bevor sie zu Beschwerden führen.
Empfehlungen
Der Bericht definiert die Rahmenbedingungen und Aufklärungsinhalte für das Lungenkrebs-Screening.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Laut Verordnung richtet sich das Screening an Personen mit einem erhöhten Risiko. Folgende Kriterien müssen für eine Teilnahme zwingend erfüllt sein:
-
Alter zwischen 50 und 75 Jahren
-
Aktive oder ehemalige starke Raucher
-
Mindestens 25 Jahre Raucherhistorie ohne lange Unterbrechung
-
Erreichen von mindestens 15 Packungsjahren (Pack-Years)
Ablauf und Diagnostik
Die Früherkennung erfolgt mittels einer Niedrigdosis-CT und kann maximal einmal jährlich durchgeführt werden. Wurde in den letzten 12 Monaten bereits eine CT der Lunge aus anderen Gründen angefertigt, wird diese ausgewertet und keine neue Untersuchung veranlasst.
Bei einem auffälligen Befund wird zwischen kontrollbedürftigen und abklärungsbedürftigen Veränderungen unterschieden. Kontrollbedürftige Befunde erfordern eine erneute CT innerhalb von zwölf Monaten.
Bei abklärungsbedürftigen Befunden erfolgt zeitnah eine weitere Diagnostik. Dies geschieht häufig in Form einer Gewebeentnahme (Biopsie) mittels Bronchoskopie.
Nutzen und Risiken
Als zentraler Nutzen wird die Senkung der lungenkrebsspezifischen Mortalität genannt. Durch die frühe Entdeckung steigen die Heilungschancen signifikant.
Gleichzeitig muss über potenzielle Risiken wie falsch-positive Befunde und Überdiagnosen aufgeklärt werden. Der Bericht stellt die Vor- und Nachteile für 1000 Personen über einen Zeitraum von 10 Jahren wie folgt gegenüber:
| Kriterium | Keine Früherkennung | Früherkennung mit Niedrigdosis-CT |
|---|---|---|
| Lungenkrebstote (Frauen) | 24 von 1000 | 19 von 1000 |
| Lungenkrebstote (Männer) | 29 von 1000 | 23 von 1000 |
| Unnötige Gewebeentnahmen | Keine | 1 bis 15 von 1000 |
| Überdiagnosen | Keine | 7 von 1000 |
Zusätzlich wird auf das Strahlenrisiko hingewiesen. Die wiederholte Anwendung von Röntgenstrahlen kann in sehr seltenen Fällen selbst zur Entstehung von Krebs beitragen.
Berechnung der Packungsjahre
Die Packungsjahre dienen als Maß für den Zigarettenkonsum. Sie berechnen sich aus der Anzahl der Raucherjahre multipliziert mit den durchschnittlich pro Tag gerauchten Packungen.
Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Standardpackung 20 Zigaretten enthält. Wer beispielsweise 30 Jahre lang durchschnittlich eine halbe Packung pro Tag raucht, erreicht 15 Packungsjahre.
💡Praxis-Tipp
Bei der Aufklärung zum Lungenkrebs-Screening wird betont, dass die Untersuchung das Risiko für die Entstehung von Lungenkrebs nicht senkt, sondern lediglich der Früherkennung dient. Es wird empfohlen, darauf hinzuweisen, dass ein Rauchstopp die effektivste Maßnahme zur Risikoreduktion darstellt. Zudem sollte transparent über das Risiko von Überdiagnosen und falsch-positiven Befunden gesprochen werden, um eine informierte Entscheidung zu ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Verordnung richtet sich das Angebot an 50- bis 75-jährige Personen. Voraussetzung ist, dass diese mindestens 25 Jahre ohne lange Unterbrechung geraucht und dabei 15 Packungsjahre erreicht haben.
Die Untersuchung kann maximal einmal im Jahr erfolgen. Liegt bereits eine CT-Aufnahme der Lunge aus den letzten 12 Monaten vor, wird diese ausgewertet und keine neue Untersuchung durchgeführt.
Der Bericht unterscheidet zwischen kontrollbedürftigen und abklärungsbedürftigen Befunden. Je nach Einschätzung erfolgt entweder eine CT-Kontrolle innerhalb von zwölf Monaten oder eine zeitnahe Gewebeentnahme (Biopsie).
Es wird geschätzt, dass etwa 7 von 1000 teilnehmenden Personen eine Überdiagnose erhalten. Dabei handelt es sich um Tumoren, die so langsam wachsen, dass sie zu Lebzeiten keine Probleme verursacht hätten.
Die Packungsjahre ergeben sich aus den Jahren, in denen geraucht wurde, multipliziert mit der Anzahl der täglich gerauchten Packungen. Dabei wird eine Standardpackung mit 20 Zigaretten zugrunde gelegt.
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Quelle: IQWiG P24-02 : Erstellung einer Versicherteninformation zum Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-Computertomografie (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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