Lungenkrebs-Screening (Low-Dose-CT): IQWiG
Hintergrund
Der IQWiG-Rapid-Report S23-02 bewertet den Nutzen des Lungenkrebs-Screenings mittels Niedrigdosis-Computertomografie (Low-Dose-CT). Die Untersuchung richtet sich an aktive und ehemalige Raucher ohne Verdacht auf Lungenkrebs.
Seit Juli 2024 ist die Anwendung der Low-Dose-CT zur Früherkennung durch eine Verordnung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz zulässig. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) berät aktuell über die Aufnahme in den Leistungskatalog der Krankenkassen.
Der vorliegende Bericht aktualisiert die Nutzenbewertung aus dem Jahr 2019 (S19-02). Es wurden neue Daten aus randomisierten kontrollierten Studien (insbesondere LUSI und UKLS) in die Metaanalysen einbezogen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:
Mortalität
Laut IQWiG-Bericht zeigt sich für die lungenkrebsspezifische Mortalität nun ein Beleg für einen Nutzen des Low-Dose-CT-Screenings. Die Aussagesicherheit wurde durch neue Studiendaten heraufgestuft.
Für die Gesamtmortalität ergibt sich weiterhin kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden. In der gemeinsamen Betrachtung beider Endpunkte leitet der Bericht einen Hinweis auf einen Nutzen für die Mortalität insgesamt ab.
Schäden und unerwünschte Ereignisse
Das Screening ist laut Bericht auch mit Risiken verbunden. Es werden folgende negative Effekte festgestellt:
-
Beleg für einen Schaden durch Überdiagnosen
-
Beleg für einen Schaden durch Konsequenzen aus falsch-positiven Screeningbefunden
-
Anhaltspunkt für einen Schaden bezüglich unerwünschter Ereignisse
Übersicht der Evidenzgrade
Die folgende Tabelle fasst die Aussagesicherheit für die patientenrelevanten Endpunkte zusammen:
| Endpunkt | Aussagesicherheit (Evidenzgrad) | Effektrichtung |
|---|---|---|
| Lungenkrebsspezifische Mortalität | Beleg | Nutzen |
| Gesamtmortalität | Kein Anhaltspunkt | Neutral |
| Überdiagnosen | Beleg | Schaden |
| Falsch-positive Befunde | Beleg | Schaden |
| Unerwünschte Ereignisse | Anhaltspunkt | Schaden |
Gesamtabwägung und Screening-Intervalle
In der Gesamtabwägung stellt der Bericht fest, dass für ehemalige und aktive starke Raucher der Nutzen des Screenings den Schaden überwiegt. Es ergibt sich insgesamt ein Hinweis auf einen Nutzen gegenüber keinem Screening.
Bezüglich der Screening-Intervalle vergleicht der Bericht ein jährliches mit einem zweijährlichen Intervall. Hierbei ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen oder Schaden der zweijährlichen Variante.
💡Praxis-Tipp
Bei der Aufklärung über das Low-Dose-CT-Screening wird empfohlen, die aufzuklärenden Personen transparent über das Risiko von Überdiagnosen und falsch-positiven Befunden zu informieren. Laut IQWiG-Bericht liegt für diese negativen Konsequenzen ein Beleg für einen Schaden vor, auch wenn der Gesamtnutzen überwiegt.
Häufig gestellte Fragen
Ja, der IQWiG-Bericht stellt einen Beleg für einen Nutzen bezüglich der lungenkrebsspezifischen Mortalität fest. Für die Gesamtmortalität konnte jedoch kein signifikanter Vorteil nachgewiesen werden.
Laut Bericht gibt es einen Beleg für Schäden durch Überdiagnosen und falsch-positive Befunde. Zudem besteht ein Anhaltspunkt für Schäden durch unerwünschte Ereignisse im Rahmen der Abklärungsdiagnostik.
Der Bericht vergleicht beide Varianten und findet keinen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen oder Schaden des zweijährlichen gegenüber dem jährlichen Screening. Die Evidenzbasis hierfür stützt sich jedoch auf nur eine Studie.
Die Nutzenbewertung bezieht sich auf aktive und ehemalige starke Raucher ohne Verdacht auf Lungenkrebs. Für diese Gruppe überwiegt laut Bericht der Nutzen den potenziellen Schaden.
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Quelle: IQWiG S23-02 : Bewertung des Lungenkrebs-Screenings mittels Niedrigdosis-Computertomographie (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.