IQWiG2024

Mammographie-Screening bis 75: IQWiG-Bericht

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Rapid-Report P22-03 beschreibt die Überarbeitung der Informationsmaterialien für das deutsche Mammographie-Screening-Programm. Anlass ist der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die obere Altersgrenze für die Teilnahme von 69 auf 75 Jahre anzuheben.

Die Umsetzung erfolgt in zwei Stufen, um Frauen der neuen Altersgruppe zeitnah eine Untersuchung zu ermöglichen. Ab dem 1. Juli 2024 startete zunächst eine Übergangsphase, in der sich Frauen zwischen 70 und 75 Jahren selbst für einen Termin anmelden können.

Für den anschließenden regulären Einladungsbetrieb wurden die Entscheidungshilfen und Einladungsschreiben grundlegend aktualisiert. Dabei wurden insbesondere die statistischen Angaben zu den Vor- und Nachteilen des Screenings an den verlängerten Zeitraum von 25 Jahren angepasst.

Empfehlungen

Der Bericht dokumentiert die methodische Anpassung der Aufklärungsmaterialien. Es werden keine neuen klinischen Empfehlungen formuliert, sondern die Evidenz für die Gesundheitsinformation aufbereitet.

Selbsteinladungsphase

Für die Übergangsphase ab Juli 2024 wurden die bestehenden Materialien redaktionell angepasst. Es wird beschrieben, dass eine zusätzliche Kurzinformation erstellt wurde.

Diese informiert Frauen zwischen 70 und 75 Jahren über die Möglichkeit der eigenständigen Terminvereinbarung. Ein Termin ist laut Dokument frühestens 22 Monate nach der letzten Früherkennungs-Mammographie möglich.

Aktualisierte Nutzen-Risiko-Bewertung

Für den regulären Einladungsbetrieb wurden die Endpunkte brustkrebsspezifische Mortalität und Überdiagnosen für die Altersspanne 50 bis 75 Jahre neu berechnet. Die Berechnungen basieren auf einem 25-jährigen Screening-Zeitraum.

Es ergeben sich folgende aktualisierte Zahlen zur brustkrebsspezifischen Mortalität (pro 1000 Frauen über 25 Jahre):

SzenarioBrustkrebssterblichkeitBewahrte Leben
Ohne Screening-TeilnahmeEtwa 24 von 1000-
Mit Screening-TeilnahmeEtwa 16 bis 21 von 1000Etwa 3 bis 8 von 1000

Zudem wurden die Zahlen zu Überdiagnosen für den 25-jährigen Zeitraum neu kalkuliert:

SzenarioBrustkrebsdiagnosenÜberdiagnosen
Ohne Screening-TeilnahmeEtwa 59 bis 63 von 1000-
Mit Screening-TeilnahmeEtwa 74 von 1000Etwa 11 bis 15 von 1000

Weitere statistische Aufklärungsdaten

Die Entscheidungshilfe nennt folgende weitere Kennzahlen für jeweils 1000 teilnehmende Frauen:

  • Etwa 970 Frauen erhalten einen unauffälligen Befund.

  • Bei etwa 24 Frauen ergibt sich ein Verdachtsbefund, der sich später als harmlos herausstellt.

  • Höchstens 1 Frau erkrankt durch die regelmäßigen Röntgenuntersuchungen über 20 Jahre an Brustkrebs.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass eine Früherkennungs-Mammographie im Rahmen der Selbsteinladungsphase nicht möglich ist, wenn innerhalb der letzten 12 Monate bereits eine Mammographie aus anderen Gründen durchgeführt wurde. Zudem muss ein Abstand von mindestens 22 Monaten zur letzten Früherkennungs-Mammographie eingehalten werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht können sich Frauen im Alter von 70 bis 75 Jahren seit dem 1. Juli 2024 selbst für einen Untersuchungstermin anmelden. Später soll diese Altersgruppe in das reguläre Einladungswesen integriert werden.

Die aktualisierten Berechnungen zeigen, dass etwa 11 bis 15 von 1000 Frauen, die 25 Jahre lang am Screening teilnehmen, eine Überdiagnose erhalten. Dies führt laut Bericht zu Behandlungen, die ohne das Screening zeitlebens nicht nötig gewesen wären.

Es wird geschätzt, dass bei einer regelmäßigen Teilnahme über 25 Jahre etwa 3 bis 8 von 1000 Frauen vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt werden. Ohne Screening sterben in diesem Zeitraum etwa 24 von 1000 Frauen an der Erkrankung.

Die Entscheidungshilfe gibt an, dass von 1000 untersuchten Frauen etwa 24 einen Verdachtsbefund erhalten, der sich nach weiteren Untersuchungen als harmlos herausstellt. Etwa 970 Frauen erhalten direkt einen unauffälligen Befund.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG P22-03: Mehrstufige Überprüfung und Überarbeitung der Informationsmaterialien zum Mammografie-Screening-Programm (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien