IQWiG2019Onkologie

Lorlatinib bei NSCLC: Indikation und Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung von Lorlatinib. Die Bewertung A19-48 aus dem Jahr 2019 untersucht den Wirkstoff gemäß Paragraph 35a SGB V.

Lorlatinib wird als Monotherapie bei Erwachsenen mit Anaplastische-Lymphomkinase(ALK)-positivem, fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) eingesetzt. Voraussetzung ist eine Vorbehandlung mit Alectinib oder Ceritinib als erste ALK-TKI-Therapie oder mit Crizotinib und mindestens einem weiteren ALK-TKI.

Die Bewertung vergleicht Lorlatinib mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Diese richtet sich danach, ob für die Betroffenen eine weitere antineoplastische systemische Therapie infrage kommt oder nicht.

Empfehlungen

Die IQWiG-Dossierbewertung formuliert folgende zentrale Ergebnisse hinsichtlich des Zusatznutzens.

Fehlende vergleichende Daten

Der pharmazeutische Unternehmer legte für die Bewertung keine randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) vor. Stattdessen wurden Daten aus der einarmigen Zulassungsstudie B7461001 herangezogen.

Laut Bericht verzichtete der Hersteller auf eine Informationsbeschaffung zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein direkter Vergleich einzelner Studienarme wurde somit nicht ermöglicht.

Bewertung des Zusatznutzens

Das IQWiG stuft die vorgelegten Daten als nicht geeignet ein, um einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abzuleiten. Daraus ergeben sich folgende formale Bewertungen:

  • Für Personen, für die eine weitere antineoplastische Therapie infrage kommt: Zusatznutzen nicht belegt

  • Für Personen, für die Best Supportive Care (BSC) indiziert ist: Zusatznutzen nicht belegt

Die fehlende Belegbarkeit resultiert laut Bewertung ausschließlich aus dem Mangel an geeigneten vergleichenden Studiendaten. Das IQWiG teilt jedoch die Einschätzung, dass im Anwendungsgebiet keine dramatischen Effekte zu erwarten seien, die eine einarmige Studie ausreichend machen würden.

Dosierung

Die Fachinformation sieht laut Bericht folgendes Dosierungsschema für die Monotherapie vor.

TherapiestufeDosisAnmerkung
Standarddosis100 mg 1-mal täglichBis zur Progression oder unannehmbaren Toxizität
1. Dosisreduktion75 mg 1-mal täglichBei Nebenwirkungen
2. Dosisreduktion50 mg 1-mal täglichBei anhaltenden Nebenwirkungen
Therapieabbruch-Wenn 50 mg täglich nicht vertragen werden

Bei spezifischen Nebenwirkungen wie Hyperlipidämie, ZNS-Effekten oder AV-Blöcken werden in der Bewertung detaillierte Dosisanpassungen oder Therapieunterbrechungen beschrieben.

Kontraindikationen

Der Bericht listet basierend auf der Fachinformation folgende Gegenanzeigen und Warnhinweise auf.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Lorlatinib oder sonstige Bestandteile

  • Gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4/5-Induktoren

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Es wird auf folgende potenziell schwere Nebenwirkungen und Risiken hingewiesen:

  • Hyperlipidämie (Hypercholesterinämie und Hypertriglyceridämie)

  • Auswirkungen auf das Zentralnervensystem (Wahrnehmung, Stimmung, Sprache)

  • Atrioventrikulärer Block (AV-Block) und Abnahme der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF)

  • Erhöhte Lipase- und Amylasewerte

  • Interstitielle Lungenerkrankung (ILD) beziehungsweise Pneumonitis

Zudem wird die Anwendung während der Schwangerschaft nicht empfohlen, da der Wirkstoff dem Fötus schaden kann.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Bewertung weist darauf hin, dass unter der Therapie mit Lorlatinib schwerwiegende kardiale und pulmonale Ereignisse wie AV-Blöcke oder eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) auftreten können. Es wird eine enge klinische Überwachung, insbesondere mittels EKG, beschrieben, um bei asymptomatischen oder symptomatischen AV-Blöcken rechtzeitig Dosisanpassungen oder Therapieunterbrechungen vornehmen zu können.

Häufig gestellte Fragen

Der Zusatznutzen gilt als nicht belegt, da der pharmazeutische Unternehmer keine vergleichenden Studien gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vorgelegt hat. Die eingereichten Daten stammten lediglich aus einer einarmigen Studie.

Laut Bericht ist dies eine patientenindividuelle Therapie (unter Berücksichtigung von Alectinib, Ceritinib oder Chemotherapie), sofern eine weitere antineoplastische Therapie infrage kommt. Ist dies nicht der Fall, gilt Best Supportive Care (BSC) als Vergleichstherapie.

Die Bewertung beschreibt eine stufenweise Dosisreduktion von initial 100 mg auf 75 mg und anschließend auf 50 mg täglich. Wird die Dosis von 50 mg nicht vertragen, wird ein endgültiges Absetzen empfohlen.

Der Wirkstoff ist für Personen zugelassen, deren Erkrankung nach Alectinib oder Ceritinib als erste ALK-TKI-Therapie fortgeschritten ist. Alternativ ist ein Einsatz nach Crizotinib und mindestens einem weiteren ALK-TKI möglich.

Der Bericht warnt vor Auswirkungen auf das Zentralnervensystem, die sich in Veränderungen von Wahrnehmung, Stimmung oder Sprache äußern können. Bei schweren Verläufen wird ein Aussetzen oder Abbrechen der Therapie beschrieben.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A19-48: Lorlatinib (NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.