Pralsetinib (RET-pos. NSCLC): Therapie und Dosierung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht aus dem Jahr 2022 bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Pralsetinib. Die Bewertung erfolgt gemäß § 35a SGB V im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Pralsetinib wird als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Personen mit fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) eingesetzt. Voraussetzung für die Anwendung ist das Vorliegen einer Rearranged-during-Transfection (RET)-Fusion.
Zudem richtet sich die Therapie an Betroffene, die zuvor noch nicht mit einem RET-Inhibitor behandelt wurden. Der Bericht analysiert die vom pharmazeutischen Unternehmer eingereichten Daten hinsichtlich des patientenrelevanten Nutzens.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Aspekt bei der Verordnung von Pralsetinib ist die strikte Einhaltung der Nüchterneinnahme, da Nahrungsaufnahme die Bioverfügbarkeit relevant beeinflusst. Zudem wird darauf hingewiesen, dass unter der Therapie eine hochwirksame, nicht-hormonelle Verhütungsmethode erforderlich ist, da hormonelle Kontrazeptiva in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden können.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Pralsetinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Die vorgelegten Daten aus der einarmigen ARROW-Studie reichten für einen Nachweis nicht aus.
Die empfohlene Standarddosis beträgt 400 mg einmal täglich. Die Einnahme muss zwingend auf leeren Magen erfolgen, wobei zwei Stunden vor und eine Stunde nach der Einnahme gefastet werden soll.
Es wird eine regelmäßige Kontrolle der Transaminasen (ALT, AST) sowie der Serum-Elektrolyte empfohlen. Zudem sind EKG-Kontrollen zur Überwachung der QT-Zeit indiziert.
Die gleichzeitige Gabe von starken CYP3A4-Inhibitoren sollte vermieden werden. Ist eine Kombination unumgänglich, muss die Pralsetinib-Dosis gemäß Fachinformation reduziert werden.
Die Jahrestherapiekosten für das Medikament belaufen sich auf etwa 115.976 Euro pro behandelter Person. Hinzu kommen weitere Kosten für die Verabreichung und Begleitdiagnostik.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A21-168: Pralsetinib (RET-Fusions-positives NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A21-27: Selpercatinib (nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A22-65: Selpercatinib (Fortgeschrittenes NSCLC mit RET-Fusion) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A25-159: Selpercatinib (RET-Fusions-positives NSCLC, Erstlinie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung)
IQWiG A22-30: Tepotinib (NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A25-59: Repotrectinib (NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A22-28: Sotorasib (NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A25-10: Amivantamab (NSCLC, Kombination mit Carboplatin und Pemetrexed) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A25-09: Amivantamab (NSCLC, vorbehandelt) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen