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Leitlinienprogramm Onkologie (DKG/AWMF/Deutsche Krebshilfe)2024OnkologiePalliativmedizinInnere Medizin

Supportive Therapie Onkologie: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Leitlinienprogramm Onkologie (DKG/AWMF/Deutsche Krebshilfe) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Leitlinie wurde um die Themen Kardiotoxizität und immunvermittelte Nebenwirkungen (irAE) durch Checkpoint-Inhibitoren erweitert.
  • Vor einer 5-FU-haltigen Therapie wird nun eine Routinetestung auf DPYD-Varianten empfohlen.
  • Olanzapin erhält einen neuen Stellenwert in der antiemetischen Prophylaxe bei hoch emetogener und Hochdosischemotherapie.
  • Zur Prophylaxe einer Taxan-induzierten Polyneuropathie kann eine Kryotherapie oder Kompressionstherapie eingesetzt werden.
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Hintergrund

Die S3-Leitlinie zur supportiven Therapie bei onkologischen PatientInnen (Version 2.0) bietet evidenzbasierte Handlungsanleitungen zur Verbesserung der Lebensqualität und Reduktion therapiebedingter Nebenwirkungen. Die aktuelle Fassung wurde vollständig aktualisiert und um neue Themenkomplexe wie Kardiotoxizität, immunvermittelte Nebenwirkungen (irAE) durch Immuncheckpoint-Inhibitoren, zentrale Neurotoxizität und Nebenwirkungen bei Bestrahlung des Urogenitaltrakts erweitert.

Tumortherapie-induzierte Nausea und Emesis

Die Risikoklassifizierung für orale Tumortherapeutika wurde von vier auf zwei Emetogenitätsklassen vereinfacht.

MaßnahmeIndikation / Änderung
OlanzapinHinzunahme zur antiemetischen Prophylaxe bei hoch emetogener Chemotherapie und Hochdosischemotherapie
CarboplatinErweiterung der antiemetischen Prophylaxe
Kontinuierliche orale TherapieNeuer Therapiealgorithmus für mehrtägige orale Tumortherapien

Tumortherapie-induzierte Diarrhoe

  • DPYD-Testung: Es gibt nun eine Empfehlung für die Routinetestung der DPYD-Varianten vor einer 5-FU-haltigen Therapie.
  • Irinotecan: Neue Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie des cholinergen Syndroms.
  • Probiotika: Die Aussage zu Probiotika, Präbiotika und Synbiotika wurde aufgrund heterogener Datenlage abgeschwächt.

Prophylaxe mit G-CSF

Die Risikoklassifizierung der febrilen Neutropenie wurde von fünf auf vier Risikoklassen angepasst.

IndikationEmpfehlung
Akute LeukämienÄnderung der "soll nicht"-Empfehlung auf eine "kann"-Option für G-CSF
RadioonkologieKeine Empfehlung für G-CSF in diesem Setting
Therapie-assoziierte febrile Neutropenie"Kann"-Empfehlung bei dokumentierten Infektionen mit Risikofaktoren für komplizierten Verlauf

Orale Mukositis

  • NaCl 0,9%: Stärkerer Empfehlungsgrad für Spülungen in Berücksichtigung des Kosten-Nutzen-Effekts.
  • Kryotherapie: Stärkerer Empfehlungsgrad bei Hochdosistherapie mit Melphalan vor HSZT.
  • Sucralfat: Abwertung des Nutzens.

Hauttoxizität

  • Akneiformes Exanthem (Rash): Topische Glukokortikoide können bereits in der Prophylaxe verwendet werden. Vitamin-K-haltige Externa werden zur Prophylaxe des EGFRi-induzierten Exanthems nicht empfohlen.
  • Pruritus: Omalizumab gilt nun als Therapieoption bei therapierefraktärem Pruritus.
  • Hand-Fuß-Syndrom: Keine Wirksamkeit von topischem Sildenafil oder Pyridoxin.

Neurotoxizität

  • Prophylaxe: Möglichkeit der Prophylaxe einer Taxan-induzierten Polyneuropathie mit Kryotherapie oder Kompressionstherapie.
  • Therapie: Aufwertung der Therapieempfehlung für Pregabalin bei neuropathischem Schmerz.

Ossäre Komplikationen

  • Denosumab: Warnung vor dem Rebound-Phänomen nach Absetzen.
  • Zoledronsäure: Zusammenführung der Empfehlungen bezüglich des Applikationsintervalls bei Mammakarzinom und anderen soliden Tumoren.

Supportive Maßnahmen in der Radioonkologie

  • Radiogene Proktitis: Aussage zur Wirksamkeit implantierbarer Abstandshalter vor der perkutanen Strahlentherapie des Prostatakarzinoms. Argon-Plasma-Laser als Option bei therapierefraktärer Hb-wirksamer Blutung.
  • Radiodermatitis: Kein Einsatz von Silbersulfadiazin-Creme 1% zur Prophylaxe.

Paravasate

Einführung des Terminus "neutrals" anstelle von "non vesicans" in der Risikoklassifizierung. Die Indikationsstellung der Hyaluronidase wurde bei verändertem Zulassungsstatus neu diskutiert.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie vor Beginn einer 5-FU-haltigen Chemotherapie routinemäßig eine Testung auf DPYD-Varianten durch, um schwere toxische Diarrhoen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Olanzapin wird nun in der antiemetischen Prophylaxe bei hoch emetogener Chemotherapie sowie bei Hochdosischemotherapie empfohlen.
Zur Prophylaxe einer Taxan-induzierten Polyneuropathie besteht die Möglichkeit einer Kryotherapie oder Kompressionstherapie.
Nein, laut der aktuellen Leitlinie gibt es keine Empfehlung für den Einsatz von G-CSF im radioonkologischen Setting.
Nach dem Absetzen von Denosumab kann es zu einem Rebound-Phänomen kommen, was bei der Therapieplanung berücksichtigt werden muss.

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