ClariMedClariMed

Psychoonkologie Leitlinie: Diagnostik & Therapie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Zentrale Aufgaben sind Information, Beratung, Diagnostik und Behandlung psychischer Beschwerden bei Krebspatienten.
  • Bei anhaltenden Schmerzen, starker körperlicher Symptombelastung oder Fatigue soll zwingend auf psychische Störungen gescreent werden (Empfehlungsgrad A).
  • Die häufigsten psychischen Komorbiditäten sind affektive Störungen, Angststörungen, Anpassungsstörungen und Suchterkrankungen.
  • Ein psychoonkologisches Versorgungsangebot soll in allen onkologischen Kliniken und Reha-Einrichtungen vorgehalten werden.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die Psychoonkologie befasst sich mit dem Erleben, Verhalten und den spezifischen Belastungen von Krebspatienten sowie deren Angehörigen. Ziel ist es, die Krankheitsverarbeitung zu unterstützen, Begleit- und Folgeprobleme zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern.

Zentrale Aufgaben umfassen die patientenorientierte Information, psychosoziale Beratung, psychoonkologische Diagnostik und die Behandlung psychischer Beschwerden.

Psychosoziale Belastung und Lebensqualität

Krebspatienten sind im Krankheitsverlauf mit vielfältigen Problemen konfrontiert, die sich auf alle Lebensbereiche auswirken können. Diese werden unter dem Konzept der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zusammengefasst.

ProblembereichTypische Symptome und Belastungen
KörperlichFatigue, Schmerzen, Schlafprobleme, Übelkeit, Gewichtsveränderungen
PsychischDistress, Ängste (inkl. Progredienzangst), Depressivität, Trauer, Selbstwertprobleme
SozialIsolation, familiäre Konflikte, finanzielle Belastungen, berufliche Probleme
Spirituell/ReligiösSinnverlust, Hoffnungslosigkeit, ethische Konflikte, Todesängste

Subsyndromale psychische Belastungen treten sehr häufig auf:

  • Distress (bis zu 59 %)
  • Ängste (bis zu 48 %)
  • Progredienz-/Rezidivangst (bis zu 32 %)
  • Depressivität (bis zu 58 %)

Psychische Komorbiditäten und Risikofaktoren

Die häufigsten psychischen Störungen bei Krebspatienten sind affektive Störungen, Angststörungen, Anpassungsstörungen und Störungen durch psychotrope Substanzen.

Risikofaktoren für psychische Störungen
Schmerzen
Hohe körperliche Symptombelastung
Fatigue
Psychische Störung in der Vorgeschichte
Jüngeres Alter (tendenziell)
Tumorentitäten mit schlechterer Prognose (tendenziell)

Empfehlung zur Diagnostik:

  • Vor allem bei anhaltenden Schmerzen, starker körperlicher Symptombelastung oder Fatigue sollen die psychische Belastung sowie das Vorliegen einer psychischen Störung abgeklärt werden (Empfehlungsgrad A).

Strukturelle Voraussetzungen und Versorgung

Die Leitlinie definiert klare strukturelle Anforderungen an die psychoonkologische Versorgung über alle Sektoren hinweg:

  • Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen: In allen Kliniken der onkologischen Versorgung und Rehabilitation soll ein psychoonkologisches Versorgungsangebot durch qualifizierte Fachkräfte vorgehalten werden.
  • Sozialdienste: Ein Angebot zur sozialen Beratung soll in allen stationären oder ambulanten Einrichtungen vorgehalten werden.
  • Palliativversorgung: In stationären Einrichtungen sollte ein psychoonkologisches Angebot etabliert werden.
  • Ambulanter Sektor: Krebspatienten sollen wohnortnah Zugang zu ambulanten Angeboten erhalten. Psychosoziale Krebsberatungsstellen sollen bei subsyndromalen Belastungen empfohlen werden.
  • Selbsthilfe: Patienten sollen über qualifizierte Unterstützungsangebote der Krebs-Selbsthilfe informiert werden.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie im klinischen Alltag besonders auf Patienten mit starken Schmerzen, hoher körperlicher Symptombelastung oder Fatigue. Klären Sie bei diesen Patienten aktiv das Vorliegen einer psychischen Belastung oder Störung ab.

Häufig gestellte Fragen

Am häufigsten sind affektive Störungen, Angststörungen, Anpassungsstörungen und Störungen durch psychotrope Substanzen.
Vor allem bei anhaltenden Schmerzen, starker körperlicher Symptombelastung oder Fatigue soll die psychische Belastung abgeklärt werden.
Sehr häufig. Distress betrifft bis zu 59 %, Ängste bis zu 48 % und die Progredienzangst bis zu 32 % der Patienten.
Sie dienen als niederschwellige, ambulante Anlaufstellen bei subsyndromalen psychosozialen Belastungen für Patienten und Angehörige.

Verwandte Leitlinien