IQWiG2017Onkologie

Lebertumoren (HCC): USgHIFU-Therapie und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht H16-02D bewertet den Nutzen und das Potenzial der sonografiegesteuerten hochfokussierten Ultraschalltherapie (USgHIFU). Die Bewertung bezieht sich auf primäre bösartige Neubildungen der Leber und der intrahepatischen Gallengänge.

Der Fokus der Auswertung liegt auf dem inoperablen hepatozellulären Karzinom (HCC). Für andere primäre Lebertumoren wie das intrahepatische Gallengangskarzinom, das Hepatoblastom oder das Angiosarkom lagen keine verwertbaren Studiendaten vor.

USgHIFU stellt ein nicht-invasives lokoregionales Verfahren dar, das thermische und mechanische Effekte zur Gewebezerstörung nutzt. Es wird im Bericht insbesondere als Behandlungsalternative diskutiert, wenn etablierte Verfahren wie die Radiofrequenzablation (RFA) kontraindiziert sind.

Empfehlungen

Potenzialbewertung beim HCC

Laut Bericht zeigt der USgHIFU ein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative bei einer spezifischen Patientengruppe mit inoperablem HCC. Dieses Potenzial stützt sich auf positive Effekte beim Gesamtüberleben im Vergleich zur alleinigen transarteriellen Chemoembolisation (TACE).

Ein Potenzial wird für folgende Therapiestrategien abgeleitet:

  • TACE in Kombination mit anschließendem USgHIFU

  • USgHIFU mit gegebenenfalls anschließender TACE

Zielgruppe für die Kombinationstherapie

Die Bewertung definiert eine klare Zielgruppe, für die das Potenzial der Methode gesehen wird. Es müssen laut Bericht folgende Kriterien erfüllt sein:

KriteriumVoraussetzung für USgHIFU-Potenzial
TumorartInoperables HCC
Tumoranzahl1 bis 4 Tumorknoten
LeberfunktionChild-Pugh-Stadium A oder B
AszitesKein bis mäßiger Aszites
AlternativtherapienKontraindikation für RFA, keine Transplantationsmöglichkeit

Einschränkungen und fehlender Nutzenbeleg

Der Bericht stellt fest, dass der USgHIFU nicht das Potenzial besitzt, andere etablierte lokoregionale Verfahren beim HCC generell zu ersetzen. Für eine alleinige USgHIFU-Therapie ohne TACE-Kombination konnte kein Potenzial abgeleitet werden.

Zudem wird betont, dass der tatsächliche Nutzen der Methode noch nicht als hinreichend belegt gilt. Zur endgültigen Nutzenbewertung wird die Durchführung einer randomisierten kontrollierten Erprobungsstudie empfohlen.

Kontraindikationen

Laut Bericht gelten bestimmte klinische Konstellationen als Kontraindikationen für den Einsatz des USgHIFU:

  • Schwerer Aszites (gemäß Gebrauchsanweisung des Herstellers)

  • Lage von lebenswichtigen Organen, Hohlorganen, Knochenstrukturen oder Nervengewebe in der direkten Schallbahn

Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine Leberzirrhose im Child-Pugh-Stadium C oder eine extrahepatische Metastasierung Kontraindikationen für die begleitende TACE darstellen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass der USgHIFU beim HCC primär als Add-on-Therapie zur TACE evaluiert wurde und nicht als Ersatz für etablierte Ablationsverfahren wie die RFA. Es wird betont, dass die Methode vor allem dann in Betracht kommt, wenn eine RFA aufgrund der Tumorgröße oder -lage kontraindiziert ist und keine kurativen Optionen bestehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es Hinweise auf ein Potenzial ausschließlich beim inoperablen hepatozellulären Karzinom (HCC). Für andere Tumoren wie das Cholangiokarzinom liegen keine ausreichenden Daten vor.

Der Bericht stellt fest, dass USgHIFU nicht das Potenzial besitzt, die RFA oder andere etablierte lokoregionale Verfahren zu ersetzen. Die Methode wird vielmehr für Fälle diskutiert, in denen eine RFA kontraindiziert ist.

Die Bewertung sieht ein Potenzial für die sequenzielle Anwendung, primär in der Reihenfolge TACE gefolgt von USgHIFU. Alternativ wird auch die primäre USgHIFU mit anschließender bedarfsweiser TACE als mögliche Strategie genannt.

Ein schwerer Aszites gilt als Kontraindikation für die Behandlung. Bei keinem bis mäßigem Aszites kann die Therapie laut Bericht jedoch potenziell durchgeführt werden.

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Quelle: IQWiG H16-02D: Sonografiegesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie bei bösartigen Neubildungen der Leber und der intrahepatischen Gallengänge - Bewertung gemäß §137h SGB V (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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