Protein-C-Aktivität (PCAK): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Protein C ist ein in der Leber gebildeter, Vitamin-K-abhängiger Blutgerinnungsfaktor. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gerinnungsfaktoren wirkt es gerinnungshemmend und verhindert eine unkontrollierte Aktivierung der Blutgerinnung.
Ein Mangel an Protein C führt zu einer erhöhten Blutgerinnungsneigung, der sogenannten Thrombophilie. Dies kann die Entstehung von tiefen Venenthrombosen und in weiterer Folge lebensbedrohlichen Lungenembolien begünstigen.
Die Bestimmung der Protein-C-Aktivität (PCA) im Blut erfolgt zumeist als Prozentwert der Norm. Sie ist ein essenzieller Bestandteil der laborchemischen Abklärung bei Verdacht auf eine angeborene oder erworbene Thromboseneigung.
Empfehlungen
Die Informationen von Gesundheit.gv.at formulieren folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Abklärung:
Indikationen für die Bestimmung
Ein Thrombophiliescreening inklusive Protein-C-Bestimmung ist bei Verdacht auf eine Thromboseneigung angezeigt. Dies gilt laut Quelle insbesondere in folgenden klinischen Situationen:
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Bei wiederholten Beinvenenthrombosen, vor allem bei Personen unter 40 Jahren
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Bei wiederholten Lungeninfarkten (Pulmonalembolien)
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Bei wiederholten Fehlgeburten
Erweitertes Thrombophiliescreening
Neben Protein C umfasst die Basisdiagnostik der Gerinnungshemmstoffe auch Antithrombin III und Protein S. Zusätzlich werden folgende Untersuchungen empfohlen:
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Bestimmung der APC-Resistenz
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Lupushemmstoffdiagnostik (Lupus-Antikoagulans, Cardiolipin-Antikörper)
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Homocystein-Bestimmung im Blut
Bei auffälligen Befunden ist eine weiterführende genetische Diagnostik indiziert. Hierzu zählen der Nachweis einer Faktor-V-Leiden-Mutation, der G20210A-Mutation im Faktor-II-Gen oder der MTHFR-Mutation.
Ursachen für erniedrigte Werte
Ein verminderter Protein-C-Wert kann angeboren oder erworben sein. Folgende Ursachen werden unterschieden:
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Angeborener Mangel: Mischerbige Formen (Werte 20–70 Prozent) oder seltene reinerbige Formen (Werte <1 Prozent, unbehandelt tödlich)
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Erworbener Mangel: Vitamin-K-Mangel oder Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Marcoumar)
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Begleiterkrankungen: Lebererkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder schwere Infektionsverläufe
Referenzwerte
Die Referenzwerte für die Protein-C-Aktivität dienen als Orientierungshilfe und werden in Prozent angegeben.
| Patientengruppe | Alter | Referenzbereich |
|---|---|---|
| Männer | bis 18 Jahre | 70–140 % |
| Männer | über 18 Jahre | 70–140 % |
| Frauen | bis 18 Jahre | 70–140 % |
| Frauen | über 18 Jahre | 70–140 % |
💡Praxis-Tipp
Bei der Interpretation von erniedrigten Protein-C-Werten ist stets die aktuelle Medikation zu berücksichtigen. Da Protein C Vitamin-K-abhängig ist, führt eine Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten unweigerlich zu falsch-niedrigen Werten, was bei der Diagnosestellung eines angeborenen Mangels beachtet werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut Quelle ist ein Screening bei wiederholten Beinvenenthrombosen, insbesondere vor dem 40. Lebensjahr, indiziert. Auch wiederholte Lungenembolien oder Fehlgeburten stellen eine Indikation zur laborchemischen Abklärung dar.
Ein niedriger Wert weist auf eine verminderte Gerinnungshemmung hin, was das Thromboserisiko erhöht. Die Ursache kann angeboren sein oder durch Lebererkrankungen, Vitamin-K-Mangel sowie bestimmte Medikamente erworben werden.
Die Basisdiagnostik umfasst zusätzlich Antithrombin III, Protein S, die APC-Resistenz sowie die Lupushemmstoffdiagnostik. Auch der Homocystein-Wert im Blut wird routinemäßig mitbestimmt.
Die Therapie umfasst eine Kompressionstherapie sowie die Gabe von gerinnungshemmenden Medikamenten wie Heparin. Bei rezidivierenden Thrombosen wird eine medikamentöse Langzeitprophylaxe empfohlen.
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Quelle: Laborwert: Protein C (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.