Kutane Lyme-Borreliose: Diagnostik und Antibiotikawahl
Hintergrund
Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa. Sie manifestiert sich in 80 bis 90 Prozent der Fälle primär an der Haut.
Zu den typischen kutanen Manifestationen gehören das Erythema migrans als lokalisierte Frühinfektion sowie das Borrelien-Lymphozytom. Im weiteren Verlauf kann es zu disseminierten Formen oder als Spätmanifestation zur Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA) kommen.
Die Übertragung des Erregers Borrelia burgdorferi erfolgt durch den Stich infizierter Schildzecken. Das Risiko einer Infektion steigt dabei mit der Dauer des Saugaktes der Zecke.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Grund für ein Therapieversagen ist die fehlerhafte Einnahme von Doxycyclin. Die Leitlinie betont, dass die Resorption durch zwei- oder dreiwertige Kationen (wie in Milchprodukten, Antazida oder Eisenpräparaten) stark beeinträchtigt wird, weshalb ein zeitlicher Abstand von zwei bis drei Stunden bei der Einnahme empfohlen wird. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei einem klinisch eindeutigen Erythema migrans keine Serologie abgewartet werden sollte, sondern die Antibiose sofort zu beginnen ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie erfolgt die Therapie eines solitären Erythema migrans in der Regel für 10 bis 14 Tage mit Doxycyclin oder für 14 Tage mit Amoxicillin. Bei disseminierten Formen wird eine Behandlungsdauer von 14 bis 21 Tagen empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt in Europa keine routinemäßige antibiotische Prophylaxe nach einem Zeckenstich. Stattdessen wird zur frühzeitigen Entfernung der Zecke und einer klinischen Beobachtung der Einstichstelle über sechs Wochen geraten.
Es wird explizit davon abgeraten, die Zecke auf Borrelien zu untersuchen. Ein positiver Nachweis hat keinen ausreichenden Vorhersagewert für eine tatsächliche Infektion des Menschen.
In der Schwangerschaft wird Amoxicillin als orale Therapie der Wahl empfohlen. Bei einer Penicillinallergie können laut Leitlinie Cefuroxim, Ceftriaxon, Cefotaxim oder Azithromycin eingesetzt werden.
Eine generelle Verlängerung der Antibiotikatherapie über die empfohlene Dauer hinaus wird nicht empfohlen. Bei anhaltenden Hautveränderungen wird eine Überweisung zur dermatologischen Differenzialdiagnostik angeraten.
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Quelle: Kutane Lyme Borreliose (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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