Borrelien-IgG-Immunoblot: Indikation und Interpretation
Hintergrund
Das Gesundheitsportal Österreich beschreibt den Borrelia-burgdorferi-AK-IgG-Immunoblot als weiterführendes Bestätigungsverfahren zur Abklärung einer Zecken-Borreliose (Lyme-Borreliose). Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine durch Zecken übertragene Infektion mit Bakterien der Gruppe Borrelia burgdorferi.
Da es sich um ein indirektes Nachweisverfahren handelt, wird nicht der Erreger selbst, sondern die immunologische Reaktion des Körpers gemessen. Neben Blut können auch Liquor oder Gelenkpunktate als Untersuchungsmaterial für die Antikörperdiagnostik dienen.
Die Erreger gehören zur mikrobiologischen Gruppe der Spirochäten. Dies ist klinisch relevant, da es bei serologischen Tests zu Kreuzreaktionen mit anderen Bakterien dieser Gruppe, wie beispielsweise dem Syphilis-Erreger Treponema pallidum, kommen kann.
💡Praxis-Tipp
Ein negativer Borrelien-Antikörper-Nachweis schließt eine akute Infektion nicht mit Sicherheit aus. Gleichzeitig beweist ein positiver Befund allein keine behandlungsbedürftige akute Erkrankung. Es wird daher empfohlen, die Labordiagnostik immer im Kontext der klinischen Symptomatik (wie dem Erythema migrans) zu interpretieren und bei positiven Befunden an mögliche Kreuzreaktionen mit Lues-Erregern zu denken.
Häufig gestellte Fragen
Ein positiver Suchtest (z.B. ELISA) ist noch nicht beweisend für eine Borreliose. Laut Quelle muss dieses Ergebnis immer durch einen spezifischeren Bestätigungstest, den Immunoblot, verifiziert werden.
Borrelien und Syphilis-Erreger (Treponema pallidum) gehören beide zur Gruppe der Spirochäten. Dies kann zu falsch-positiven Kreuzreaktionen führen, weshalb Syphilis-Tests (TPHA, VDRL) zum Ausschluss negativ sein sollten.
Die Quelle nennt Doxycyclin und Amoxicillin als typische Antibiotika für die Behandlung im Stadium 1 der Lyme-Borreliose.
Der Referenzwert für den Borrelia-burgdorferi-AK-IgG-Immunoblot ist bei Männern und Frauen aller Altersklassen als "negativ" definiert.
Ja, laut Leitlinie können negative Labortestergebnisse eine akute Erkrankung nicht mit absoluter Sicherheit ausschließen. Die klinische Diagnose, insbesondere bei Vorliegen eines Erythema migrans, steht im Vordergrund.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Laborwert: Borrelia-burgdorferi-AK-IgG-Immunoblot (BORGB) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Laborwert: Borrelia-burgdorferi-AK-IgM-Immunoblot (BORMB)
Laborwert: Borrelien-AK IgG (BORG)
Laborwert: Borrelien-AK IgM (BORM)
Laborwert: Borrelia-burgdorferi-DNA-PCR (BORP)
Laborwert: Borrelien-Antikörper-IGG-Index (BORGI)
Laborwert: Borrelia-burgdorferi-Bakterienkultur (BORKLT)
Laborwert: Cardiolipin-Mikroflockungs-Test
Laborwert: Fluoreszenz-Treponema-Antikörper-Absorbtions-Test
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen