Borrelien-IgM-Immunoblot: Gesundheit.gv.at Leitlinie
Hintergrund
Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at beschreibt den Borrelia-burgdorferi-AK-IgM-Immunoblot als weiterführendes Bestätigungsverfahren. Er dient der Abklärung einer Infektion mit Bakterien der Gruppe Borrelia burgdorferi, welche die sogenannte Zecken-Borreliose (Lyme-Borreliose) auslösen.
Bei diesen Labortests handelt es sich um indirekte mikrobiologische Nachweisverfahren. Es wird nicht der Erreger selbst, sondern die immunologische Reaktion des Körpers in Form von Antikörpern gemessen.
Die Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die in Endemiegebieten gehäuft vom Frühjahr bis zum Herbst auftritt. Da keine Impfung existiert, wird eine konsequente Expositionsprophylaxe durch schützende Kleidung und rasche Zeckenentfernung empfohlen.
Empfehlungen
Zweistufige Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt für die Borrelien-Serologie ein zweistufiges Vorgehen:
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Stufe 1: Suchtests auf Borrelienantikörper vom Typ IgG und IgM (z.B. ELISA, indirekter Immunfluoreszenztest).
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Stufe 2: Bestätigungsverfahren mittels Immunoblot bei positiven oder unklaren Ergebnissen der ersten Stufe.
Interpretation der Befunde
Ein negatives Immunoblot-Ergebnis weist laut Leitlinie auf einen falsch-positiven Suchtest hin. Ein positiver Nachweis bestätigt das Vorhandensein spezifischer Antikörper gegen Borrelienbakterien.
Es wird betont, dass ein positiver Antikörper-Nachweis nicht zwingend eine akute Infektion beweist. Ebenso schließt ein negatives Laborergebnis eine Borreliose nicht mit Sicherheit aus.
Differenzialdiagnostik und Kreuzreaktionen
Aufgrund der Verwandtschaft der Erreger (Spirochäten) kann es zu Kreuzreaktionen mit Treponema pallidum kommen. Daher wird gefordert, dass bei einer Zecken-Borreliose die Syphilis-Labortests (TPHA-Test, VDRL-Test) negativ ausfallen.
Klinische Stadien und Therapie
Die Diagnose stützt sich auf Anamnese, Klinik und Labor. Die Leitlinie teilt die Erkrankung in drei Stadien ein, für die spezifische Antibiotika zum Einsatz kommen:
| Stadium | Zeitraum | Typische Symptome | Antibiotika-Therapie |
|---|---|---|---|
| Stadium 1 (Frühstadium) | Tage bis Wochen | Erythema migrans, Fieber, Lymphknotenschwellung | Doxycyclin, Amoxicillin |
| Stadium 2 | Wochen bis Monate | Bannwarth-Syndrom, Fazialisparese, Myokarditis | Ceftriaxon |
| Stadium 3 | Monate bis Jahre | Hautatrophie, Neuroborreliose, chronische Arthritis | Keine spezifische Angabe |
💡Praxis-Tipp
Ein positiver Borrelien-IgM-Immunoblot ist nicht zwingend beweisend für eine akute Infektion und ein negativer Befund schließt diese nicht sicher aus. Die Leitlinie betont, dass die Diagnose immer in Zusammenschau mit der Anamnese (Zeckenstich) und der Klinik (z.B. Erythema migrans) gestellt werden muss. Zudem wird auf mögliche falsch-positive Ergebnisse durch Kreuzreaktionen bei einer unentdeckten Syphilis-Infektion hingewiesen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird der Immunoblot als Bestätigungstest in der zweiten Stufe der Diagnostik eingesetzt. Er erfolgt, wenn der initiale Suchtest (z.B. ELISA) positive oder unklare Ergebnisse liefert.
Ein negatives Resultat im Immunoblot deutet darauf hin, dass der vorangegangene Suchtest falsch-positiv war. Es sind demnach keine spezifischen Borrelienantikörper im Blut nachweisbar.
Da Borrelien und Syphilis-Erreger (Treponema pallidum) zu den Spirochäten gehören, kann es zu Kreuzreaktionen kommen. Die Leitlinie fordert daher bei Verdacht auf Borreliose den Ausschluss einer Syphilis durch negative TPHA- und VDRL-Tests.
Im Stadium 1 der Erkrankung kommen laut Leitlinie Doxycyclin oder Amoxicillin zum Einsatz. Im Stadium 2 wird auf Ceftriaxon gewechselt.
Der Referenzwert für den Borrelia-burgdorferi-AK-IgM-Immunoblot wird für alle Altersgruppen und Geschlechter als negativ angegeben.
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Quelle: Laborwert: Borrelia-burgdorferi-AK-IgM-Immunoblot (BORMB) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.