Koronarstents (DES) und DCB: Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Die perkutane koronare Intervention (PCI) ist eines der häufigsten therapeutischen Verfahren in der Kardiologie. Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Stenttechnologien und medikamentenbeschichteten Ballons erfordert eine fundierte Kenntnis der aktuellen Studienlage, um die optimale Therapie für den individuellen Patienten auszuwählen.
Das vorliegende Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) bietet ein Update zu den in Deutschland verfügbaren medikamentenfreisetzenden Stents (DES), bioresorbierbaren Scaffolds (BRS) und medikamentenbeschichteten Ballonkathetern (DCB). Es beleuchtet die klinischen Indikationen und fasst die aktuelle Evidenz zusammen.
Dabei wird betont, dass die Auswahl der Systeme nicht nur auf Studienergebnissen basieren sollte, sondern auch eine individuelle Anpassung an die spezifische klinische Situation erfordert. Zudem wird der zunehmende Stellenwert der intravaskulären Bildgebung zur Individualisierung der Behandlungsstrategie hervorgehoben.
💡Praxis-Tipp
Das Positionspapier hebt hervor, dass es bei medikamentenbeschichteten Ballonkathetern (DCB) keinen Klasseneffekt gibt. Studienergebnisse zu einem spezifischen DCB können laut Leitlinie nicht auf andere Produkte übertragen werden, da sich diese in Ballonmaterial, Medikamentendosierung und Trägersubstanz signifikant unterscheiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut DGK-Positionspapier sollten bioresorbierbare Scaffolds derzeit ausschließlich im Rahmen von klinischen Studien eingesetzt werden. Ein routinemäßiger Einsatz wird nicht empfohlen.
Bei In-Stent-Restenosen von medikamentenfreisetzenden Stents (DES-ISR) ist ein neuer DES nach derzeitiger Datenlage dem DCB überlegen. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass die zugrunde liegende Morphologie für die Therapieentscheidung berücksichtigt werden muss.
Das Positionspapier beschreibt, dass bei hohem Blutungsrisiko der Einsatz eines medikamentenbeschichteten Ballons (DCB) erwogen werden kann. Dies ermöglicht eine personalisierte Risikoadjustierung durch eine potenziell verkürzte duale Thrombozytenaggregationshemmung.
Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz hochauflösender intravaskulärer Bildgebung wie OCT oder IVUS. Diese Verfahren sind der konventionellen Angiographie bei der Detektion von Stentfrakturen und Malappositionen deutlich überlegen.
Gemäß dem Positionspapier zeigt sich kein signifikanter Unterschied in den klinischen Ereignisraten zwischen Stents mit bioresorbierbarer und permanenter Polymerbeschichtung. Beide Varianten der neueren Generationen weisen ein sehr gutes Sicherheitsprofil auf.
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Quelle: DGK-Positionspapier zu medikamentenfreisetzenden Koronarstents/-scaffolds und medikamentenbeschichteten Ballonkathetern Aus der Kommission für (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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