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Kontrastmittelsonographie (CEUS): Akut- und Notfallmed.

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Kontrastmittelsonographie (CEUS) etabliert sich zunehmend in der klinischen Akut-, Notfall- und Intensivmedizin. Im Gegensatz zur Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie ermöglicht dieses Verfahren eine Untersuchung in Echtzeit.

Das vorliegende Konsensuspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und weiterer Fachgesellschaften bietet erstmals standardisierte Empfehlungen für den Einsatz von CEUS bei erwachsenen Akutkranken. Bisherige Leitlinien deckten diesen spezifischen Bereich nicht ab.

Ein besonderer Vorteil der Methode liegt in der bettseitigen Anwendbarkeit. Zudem stellt sie eine wichtige Alternative für Personen mit Allergien gegen CT-Kontrastmittel oder mit eingeschränkter Nierenfunktion dar.

Klinischer Kontext

Die kontrastmittelverstärkte Sonographie (CEUS) hat sich in der Akut- und Intensivmedizin als wertvolles bettseitiges Diagnostikverfahren etabliert. Aufgrund der fehlenden Nephrotoxizität und der raschen Verfügbarkeit wird sie zunehmend bei kritisch kranken Patienten eingesetzt.

Ultraschallkontrastmittel bestehen aus gasgefüllten Mikrobläschen, die im Gegensatz zu CT- oder MRT-Kontrastmitteln rein intravasal verbleiben und nicht in das Interstitium übertreten. Sie interagieren mit den Schallwellen und ermöglichen so eine hochauflösende Darstellung der Makro- und Mikroperfusion von Organen. Die Elimination des Gases erfolgt rasch und unkompliziert über die Lunge.

In der Notfallsituation erlaubt CEUS eine schnelle Beurteilung von parenchymatösen Verletzungen, aktiven Blutungen oder vaskulären Pathologien wie Aneurysmen. Für die Durchführung sind ein Ultraschallgerät mit spezieller Kontrastmittelsoftware, ein niedriger mechanischer Index zur Schonung der Mikrobläschen sowie ein venöser Zugang erforderlich.

Wissenswertes

Die wenigen Kontraindikationen umfassen bekannte Überempfindlichkeiten gegen den Wirkstoff oder schwere kardiale Erkrankungen wie akute Koronarsyndrome oder instabile Herzinsuffizienz in bestimmten Konstellationen. Eine Niereninsuffizienz oder Schilddrüsenüberfunktion stellt im Gegensatz zu jodhaltigen Kontrastmitteln keine Kontraindikation dar.

Ultraschallkontrastmittel sind nicht nephrotoxisch und werden nicht über die Nieren ausgeschieden. Daher können sie bei Patienten mit akuter oder chronischer Niereninsuffizienz bedenkenlos eingesetzt werden. Dies macht das Verfahren auf der Intensivstation besonders wertvoll.

Die gasgefüllten Mikrobläschen zerfallen in der Regel innerhalb weniger Minuten nach der intravenösen Injektion. Das enthaltene Gas wird über den Blutkreislauf zur Lunge transportiert und dort abgeatmet. Die Hüllsubstanzen werden hepatisch metabolisiert.

Die Computertomographie bleibt der Goldstandard beim schweren Polytrauma, erfordert jedoch einen Transport des Patienten. CEUS bietet den Vorteil einer sofortigen, bettseitigen Beurteilung von soliden Organverletzungen wie Milz- oder Leberrupturen ohne Strahlenbelastung.

Der Einsatz von Ultraschallkontrastmitteln in der Schwangerschaft wird aufgrund fehlender systematischer Daten meist nur bei strenger Indikationsstellung erwogen. In der Stillzeit wird oft eine kurze Stillpause von wenigen Stunden nach der Applikation empfohlen, da die Substanzen rasch eliminiert werden.

Für eine erfolgreiche Untersuchung muss am Gerät ein spezieller Kontrastmittelmodus aktiviert werden. Dieser arbeitet mit einem sehr niedrigen mechanischen Index, um ein vorzeitiges Platzen der Mikrobläschen durch die Schallwellen zu verhindern.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Das Konsensuspapier warnt davor, die Kontrastmittelsonographie ohne entsprechende Vorbereitung durchzuführen. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass analog zu radiologischen Abteilungen stets eine Notfallausrüstung für seltene anaphylaktoide Reaktionen griffbereit sein muss. Zudem ist die korrekte Dokumentation in Form von Videoclips anstelle von Standbildern essenziell für die spätere Befundung.

Häufig gestellte Fragen

Laut Konsensuspapier wird eine Basisausbildung in der fokussierten Notfallsonographie vorausgesetzt. Zudem sollte die Untersuchung nur von Anwendern nach einem qualifizierten Training durchgeführt werden.

Ja, das Dokument hebt hervor, dass die Kontrastmittelsonographie ein geeignetes Bildgebungsverfahren für Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion ist. Sie bietet eine sichere Alternative zu jodhaltigen CT-Kontrastmitteln.

Die Leitlinie fordert eine Untersuchung und Dokumentation in Echtzeit. Es sollen Videoclips gespeichert werden, die alle relevanten Zeiträume des Kontrastmittelflusses beinhalten.

Eine Kontrastechokardiographie zur Thrombusdiagnostik ist bei Vorliegen eines LVAD möglich. Bei einer laufenden ECMO-Therapie darf sie laut Expertenkonsens jedoch nicht durchgeführt werden.

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Quelle: Standardisierte Kontrastmittelsonographie (CEUS) in der klinischen Akut- und Notfallmedizin sowie Intensivmedizin (CEUS-Akut) Konsensuspapier der DGIIN, DIVI, DGINA, DGAI, DGK, ÖGUM, SGUM und DEGUM (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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