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Transthorakale Echokardiographie: S2k-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Untersuchung sollte standardmäßig in Linksseitenlage und mit abgeleitetem 3-Kanal-EKG erfolgen.
  • Ein minimaler Datensatz an Standard-Schnittebenen (parasternal, apikal, subkostal) ist für die Befundung obligatorisch.
  • Die LVOT-Messung erfolgt mittsystolisch 'inner edge to inner edge' auf Höhe oder unmittelbar proximal des Aortenklappenanulus.
  • Für die Strain-Analyse (GLS) ist eine Bildrate von >40/s erforderlich; bei >2 unzureichend darstellbaren Segmenten entfällt die Messung.
  • Die fokussierte Echokardiographie (FoCUS) dient der Notfalldiagnostik, ersetzt aber keine umfassende Untersuchung.
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Hintergrund

Die transthorakale Echokardiographie (TTE) ist das Fundament der kardiovaskulären Bildgebung. Die aktuelle S2k-Leitlinie definiert Standards für die Durchführung, Geräteeinstellung und Befunddokumentation, um eine hohe Qualität und Vergleichbarkeit der Untersuchungen zu gewährleisten.

Vorbereitung und Geräteeinstellung

Eine standardisierte Vorbereitung minimiert methodisch bedingte Messfehler:

  • Lagerung: Die Untersuchung soll in Linksseitenlage begonnen werden (starker Konsens).
  • EKG-Ableitung: Bei jeder Echokardiographie soll ein 3-Kanal-EKG angelegt werden (starker Konsens).
  • Geräteeinstellungen: Innerhalb einer Abteilung sollte ein einheitliches kardiales Preset (2D-Gain, Dynamic Range, Farbdoppler-Gain, Nyquist-Grenze) verwendet werden. Eindringtiefe und Sektorbreite sollten so klein wie möglich gewählt werden, um die örtliche und zeitliche Auflösung zu optimieren.

Standard-Schallfenster

Für eine vollständige Untersuchung müssen mindestens das linksparasternale, das apikale und das subkostale Schallfenster genutzt werden:

SchallfensterBesonders geeignet für
Links ParasternalBeurteilung von linkem/rechtem Ventrikel und Herzklappen; Messung von Diameter und Wanddicke des LV
ApikalOrthograde Anlotung von Flüssen über AV- und Aortenklappe; Planimetrie und Volumetrie des LV
SubkostalDarstellung von Perikardergüssen sowie Vorhof- und Ventrikelseptumdefekten

Empfehlungen zur Durchführung von Messungen

Messungen im 2D-Bild sollten in Richtung des Schallstrahls erfolgen, Dopplermessungen zwingend in Flussrichtung (Winkelfehler max. 20° tolerabel).

Schnittebene2D- / M-Mode-MessungenDoppler- / Strain-Messungen
Parasternale lange Achse (PLAX)IVS, LVEDD, LVESD, LVOT, Aortenwurzel, STJ, Aorta ascendens-
Apikaler Vierkammerblick (AP4)LVEDV, LVESV, Ejektionsfraktion, LA-VolumenE/A-Geschwindigkeit, Dezelerationszeit, e' (medial/lateral), Strain (LV/LA)
RV-fokussierter VierkammerblickBasaler RV-Diameter (RVD1), RA-Volumen, TAPSETR-Vmax, Strain (RV)
Apikaler Fünf-/Dreikammerblick-LVOT-VTI, AK-VTI

Spezifische Messregeln

  • LVOT-Messung: Sollte mittsystolisch, von Innenkante zu Innenkante ("inner edge to inner edge") im Anulus der Aortenklappe oder unmittelbar proximal durchgeführt werden (starker Konsens).
  • Strain-Analyse (GLS): Erfordert eine Bildrate von >40/s. Wenn >2 Segmente des linken Ventrikels keine ausreichende Qualität aufweisen, soll keine Berechnung des globalen linksventrikulären Strains erfolgen (starker Konsens).
  • Aufzeichnung: Bei Sinusrhythmus sollten pro Videosequenz mindestens zwei vollständige Herzaktionen EKG-getriggert aufgezeichnet werden. Bei Arrhythmien (z. B. Vorhofflimmern) entsprechend mehr (starker Konsens).

Fokussierte kardiale Ultraschalluntersuchung (FoCUS)

Der fokussierte kardiale Ultraschall kommt in Notfallsituationen (akute hämodynamische Instabilität, Reanimation, akute respiratorische Insuffizienz) zum Einsatz. Starker Konsens: FoCUS ersetzt nicht die umfassende Echokardiographie.

FoCUS-SchnittebenePrimäre Fragestellungen
Subkostal (lange Achse & VCI)Perikarderguss, Tamponade, Volumenstatus (VCI-Weite/Atemvariabilität)
Parasternal (lange & kurze Achse)LV/RV-Größe, globale/regionale Funktion, schwerwiegende Klappenpathologien
Apikaler VierkammerblickVentrikelfunktion, Thromben, Vorhofseptum

Befunddokumentation

Der abschließende Befund muss standardisiert erfolgen (starker Konsens) und folgende Elemente umfassen:

  • Name, Geburtsdatum und ID
  • Größe und Gewicht (zur Indexierung von Werten)
  • Herzrhythmus
  • Erhobene Messwerte
  • Kurzer Text mit Zusammenfassung der wesentlichen Befunde und ggf. Angaben zur besonderen hämodynamischen Situation.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei der Strain-Analyse zwingend auf eine Bildrate von >40 Frames pro Sekunde und ein suffizientes EKG-Signal. Messen Sie den LVOT-Durchmesser immer mittsystolisch 'inner edge to inner edge' auf Höhe des Aortenklappenanulus.

Häufig gestellte Fragen

Die Messung erfolgt mittsystolisch von Innenkante zu Innenkante ('inner edge to inner edge') direkt im Aortenklappenanulus oder unmittelbar proximal davon.
Wenn mehr als zwei Segmente des linken Ventrikels keine ausreichende Bildqualität für das Speckle-Tracking aufweisen, sollte auf die Berechnung verzichtet werden.
Das Standard-Protokoll umfasst die subkostale lange Achse, den subkostalen Blick auf die Vena cava inferior, die parasternale lange und kurze Achse sowie den apikalen Vierkammerblick.
Bei Patienten im Sinusrhythmus sollten mindestens zwei vollständige, EKG-getriggerte Herzaktionen pro Videosequenz gespeichert werden. Bei Arrhythmien wie Vorhofflimmern müssen es entsprechend mehr sein.

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