Kondylushypo- und -hyperplasie: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-S3-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie der Kondylushypoplasie sowie der Kondylushyperplasie. Es handelt sich um Wachstumsstörungen des Processus condylaris, die zu ausgeprägten fazialen Asymmetrien, Okklusionsstörungen und Kiefergelenkbeschwerden führen können.

Die Kondylushyperplasie tritt meist unilateral ab dem frühen Jugendalter auf und ist selbstlimitierend. Sie ist die häufigste postnatale Wachstumsanomalie im temporomandibulären Gesichtsbereich und erfordert eine genaue Abklärung der Wachstumsaktivität.

Die Kondylushypoplasie kann erworben (z.B. durch Trauma oder Infektion) oder angeboren sein. Kongenitale Formen treten häufig im Rahmen von Syndromen wie dem Treacher-Collins-Syndrom oder dem Goldenhar-Syndrom auf.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei grenzwertigen SPECT-Befunden (Uptake um 55 % oder Seitendifferenz um 10 %) und klinisch unauffälligem Progress zunächst eine abwartende Haltung eingenommen werden sollte. Es wird empfohlen, in diesen Fällen primär eine klinische Verlaufskontrolle durchzuführen und gegebenenfalls nach sechs Monaten eine erneute SPECT zu veranlassen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie gilt die nuklearmedizinische Untersuchung (SPECT) als Standardverfahren zur Ermittlung der Kondylusaktivität. Ein Uptake von mindestens 55 % oder eine Seitendifferenz von mindestens 10 % deuten auf ein aktives Wachstum hin.

Die Leitlinie empfiehlt die hohe Kondylektomie bei Patienten mit aktiver Kondylushyperplasie und gering ausgeprägter Asymmetrie. Ziel ist es, die Wachstumszone zu entfernen und das überschießende Wachstum zu stoppen.

Eine angeborene Kondylushypoplasie tritt häufig im Rahmen des Treacher-Collins-Syndroms oder des Goldenhar-Syndroms auf. Die Leitlinie empfiehlt, bei Diagnosestellung einer Hypoplasie das Vorliegen solcher Syndrome abzuklären.

Gemäß der Leitlinie ist eine Intervention im Sinne einer routinemäßigen Diskusreposition oder Diskopexie im Regelfall nicht erforderlich. Dies gilt auch bei Vorliegen eines symptomatischen Internal Derangement.

Bei schweren Deformitäten besteht laut Leitlinie eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Asymmetrien trotz operativer Intervention nicht vollständig beseitigt werden können. Es wird eine entsprechende Aufklärung der Patienten und Eltern empfohlen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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