Keimzelltumoren des Hodens: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Keimzelltumoren (KZT) sind mit einem Anteil von etwa 25 % die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern zwischen 20 und 44 Jahren. Die Inzidenz ist in den letzten Jahrzehnten angestiegen und liegt in Deutschland aktuell bei etwa 10 von 100.000 Männern.

Zu den gesicherten Risikofaktoren für die Entstehung eines KZT gehören eine Vorerkrankung mit einseitigem KZT, ein Maldeszensus testis, eine familiäre Disposition sowie Infertilität. Ein allgemeines Screening auf das Vorliegen eines KZT wird laut Leitlinie nicht empfohlen, jedoch sollte bei Vorhandensein von Risikofaktoren eine gezielte Abklärung erfolgen.

Der KZT gehört zu den Tumorerkrankungen mit den höchsten Überlebenswahrscheinlichkeiten. Die Prognose der Patienten hängt im Wesentlichen von der Histologie (Seminom vs. Nichtseminom), dem Tumorstadium, dem Alter und der Qualität der medizinischen Versorgung ab.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Cisplatin generell durch Carboplatin zu ersetzen, da eine Carboplatin-basierte Chemotherapie mit erhöhten Rezidivraten und einer höheren tumorbedingten Mortalität einhergeht. Es wird empfohlen, eine tumorbedingte Hydronephrose vor Einleitung der Chemotherapie zu entlasten und die weitere Therapieentscheidung eng mit einem ausgewiesenen Expertenzentrum abzustimmen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird die FDG-PET/CT in der primären Ausbreitungsdiagnostik nicht routinemäßig empfohlen. Sie kann jedoch bei Seminom-Patienten eingesetzt werden, die nach abgeschlossener Therapie bei normalen Tumormarkern Residualtumoren von mehr als 3 cm aufweisen.

Es wird primär eine Überwachungsstrategie empfohlen. Bei einem Tumordurchmesser von über 4 cm kann im Einzelfall eine adjuvante Therapie mit 1 bis 2 Zyklen Carboplatin oder eine Strahlentherapie erwogen werden.

Die Leitlinie betont, dass eine lebenslange kumulative Gesamtdosis von 400 mg Bleomycin nicht überschritten werden darf, um das Risiko einer Lungenfibrose zu minimieren. Bei Kontraindikationen wird als Alternative das EP- oder PEI-Schema empfohlen.

Bei nichtseminomatösen Keimzelltumoren wird nach Abschluss der Chemotherapie und Markernormalisierung die Resektion von Residualtumoren über 1 cm empfohlen. Bei Seminomen sollte laut Leitlinie keine routinemäßige RTR durchgeführt werden.

Vor einer Ablatio testis sollen gemäß Leitlinie die Serumtumormarker AFP, Beta-hCG und LDH bestimmt werden. Bei präoperativ erhöhten Werten wird eine postoperative Kontrolle alle 5 bis 7 Tage bis zur Normalisierung empfohlen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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