Kardiogener Schock: Intensivpflege, Monitoring, ECLS
Hintergrund
Der infarktbedingte kardiogene Schock (IKS) geht mit einer hohen Letalität einher und stellt interprofessionelle Behandlungsteams vor große Herausforderungen. Die AWMF-S1-Leitlinie fokussiert sich auf die intensivpflegerische Versorgung dieser Patientengruppe als Ergänzung zur bestehenden medizinischen S3-Leitlinie.
Ein standardisiertes Vorgehen ist essenziell, um eine frühzeitige koronare Rekanalisation zu erreichen und die Mortalität zu senken. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit von spezialisierten Pflegefachkräften in der Notaufnahme, im Herzkatheterlabor und auf der Intensivstation.
Die klinische Entscheidungsfindung basiert auf einer analytischen Beurteilung von klinischen und apparativ erhobenen Messwerten. Es wird eine tägliche, bettseitige und interprofessionelle Visite mit der Formulierung von Tageszielen empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Fehler in der Praxis ist die Unterbrechung der Katecholaminzufuhr. Die Leitlinie betont nachdrücklich, dass der Wechsel von Katecholaminspritzen immer überlappend erfolgen muss und niemals Trägerlösungen für einen schnelleren Durchfluss am selben Lumen verwendet werden dürfen. Zudem wird davor gewarnt, die Glasgow Coma Scale (GCS) auf der Intensivstation zu nutzen; stattdessen wird die RASS (Richmond Agitation-Sedation Scale) empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist Noradrenalin der Vasopressor der ersten Wahl. Eine Therapie sollte bei einem mittleren arteriellen Druck (MAP) von unter 65 mmHg begonnen werden.
Es wird ein Zielwert für die periphere Sauerstoffsättigung (SpO2) von 94 bis 98 Prozent empfohlen. Eine Hyperoxie sollte vermieden werden.
Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung der Richmond Agitation-Sedation Scale (RASS) mindestens alle 8 Stunden. Von der Nutzung der Glasgow Coma Scale (GCS) im intensivmedizinischen Setting wird explizit abgeraten.
Es wird empfohlen, eine milde therapeutische Hypothermie von 32 bis 36 °C für mindestens 24 Stunden aufrechtzuerhalten. Zudem soll das Auftreten von Fieber für mindestens 72 Stunden nach Rückkehr des Spontankreislaufs (ROSC) vermieden werden.
Ja, eine frühe Mobilisierung ist laut Leitlinie auch beim femoralen Zugang möglich und sicher, sofern keine akuten Kontraindikationen vorliegen. Eine ärztlich angeordnete Bettruhe soll so kurz wie möglich gehalten werden.
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Quelle: Intensivpflegerische Versorgung von Patienten-innen mit [Infarktbedingten], kardiogenen Schocks (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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