DIVIEmpfehlung2022Intensivmedizin

DIVI Empfehlungen 2022: Struktur & Ausstattung Intensivstationen

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DIVI Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die DIVI-Empfehlungen 2022 aktualisieren die Standards für Struktur und Ausstattung von Intensivstationen für Erwachsene in Deutschland.
  • Ein zentrales neues Element ist die Einführung eines 3-Stufen-Modells zur Klassifikation von Intensivstationen, um eine differenzierte Versorgungsqualität zu gewährleisten.
  • Die Empfehlungen basieren auf systematischer Literaturrecherche und Expertenmeinung, mit dem Ziel, die intensivmedizinische Versorgung auf internationalem Spitzenniveau zu sichern.
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DIVI Empfehlungen zur Struktur und Ausstattung von Intensivstationen 2022

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat ihre Empfehlungen zur Struktur und Ausstattung von Intensivstationen für Erwachsene aktualisiert. Die Version vom 2. November 2022 ersetzt die Empfehlungen von 2010 und berücksichtigt neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowie veränderte Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen, einschließlich der Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie.

Methodik und Zielsetzung

Die Empfehlungen basieren auf einer systematischen Literaturrecherche in PubMed und Epistemonikos, die 2701 Publikationen identifizierte. 243 Volltexte wurden ausgewertet, ergänzt durch weitere relevante Publikationen und Empfehlungen anderer Fachgesellschaften. Der Empfehlungsgrad wurde modifiziert nach Guyatt et al. festgelegt, wobei für die apparative Ausstattung primär Expertenmeinungen herangezogen wurden.

Das Hauptziel ist es, die medizinisch erforderlichen Strukturen für eine intensivmedizinische Versorgung auf Spitzenniveau zu definieren, unabhängig von aktuellen regulatorischen oder ökonomischen Vorgaben. Die DIVI strebt an, Deutschland wieder zu einem weltweiten Schrittmacher in der Intensivmedizin zu machen.

3-Stufen-Modell für Intensivstationen

Ein zentrales neues Element ist die Einführung eines 3-Stufen-Modells zur Klassifikation von Intensivstationen. Im Gegensatz zu den vorherigen Empfehlungen, die nicht zwischen verschiedenen Versorgungsstufen unterschieden, wird nun eine gestufte Konzepterstellung angestrebt, ähnlich wie in der Notfallmedizin oder in Ländern wie den USA und Australien. Das bisherige DRG-Abrechnungssystem mit dem OPS 8-98f für komplexe intensivmedizinische Komplexbehandlungen wird als unzureichend für die Abbildung differenzierter Strukturmerkmale kritisiert.

Personelle und apparative Ausstattung

Die Empfehlungen umfassen detaillierte Vorgaben zur personellen Ausstattung, darunter ärztliches und pflegerisches Personal, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Hygiene/Mikrobiologie, Antibiotic Stewardship, Stationsapotheker, psychologische und psychosoziale Versorgung, Personalvorsorge, Ethik, Seelsorge, Sozialdienst, Palliativversorgung und Ernährungstherapie. Auch administrative, logistische, technische und Reinigungspersonal-Ausstattung werden behandelt. Hinsichtlich der apparativen und baulichen Ausstattung werden ebenfalls umfassende Empfehlungen gegeben, die von allgemeinen Überlegungen zu Neubau/Umbau bis hin zu spezifischen Anforderungen an Stationsgröße und Zimmereinteilung reichen.

Organisation und Qualitätssicherung

Die Empfehlungen betonen die Bedeutung von Qualitätssicherung und regelmäßigen Fallbesprechungen. Sie sehen die Notwendigkeit permanenter Finanzierungsstrukturen für Forschung und Lehre, insbesondere an Universitätsklinika, um der Rolle der Intensivmedizin im deutschen Gesundheitswesen gerecht zu werden.

💡Praxis-Tipp

Intensivstationen sollten die neuen DIVI-Empfehlungen als Leitfaden nutzen, um ihre Strukturen und Ausstattungen kontinuierlich zu überprüfen und an die definierten Qualitätsstandards anzupassen, insbesondere im Hinblick auf das neue 3-Stufen-Modell und die umfassenden Personalvorgaben.

Häufig gestellte Fragen

Die Empfehlungen wurden aktualisiert, da die vorherige Version über 10 Jahre alt war und sich die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen, inklusive neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie, stark verändert haben.
Ein zentrales neues Element ist die Einführung eines 3-Stufen-Modells zur Klassifikation von Intensivstationen, um eine differenzierte und qualitätsgesicherte Versorgung entsprechend dem Versorgungsbedarf zu ermöglichen.

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