Kardiale CT (CCTA): Indikation und Qualitätskriterien
Hintergrund
Das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) definiert Qualitätskriterien für die Durchführung und Befundung der kardialen Computertomographie (CT). Die kardiale CT und insbesondere die CT-Angiographie der Koronararterien (CCTA) bieten ein großes Potenzial zur rationellen Diagnostik bei kardiovaskulären Beschwerdebildern.
Um eine hohe Patientensicherheit und Kosteneffizienz zu gewährleisten, wird ein kooperatives Heart-Team-Modell gefordert. In diesem Modell erbringen Kardiologen und Radiologen die Leistung gemeinsam.
Dadurch soll eine nicht evidenzbasierte Leistungsausweitung vermieden und eine leitliniengerechte Versorgung sichergestellt werden. Die Methode erfordert eine präzise Indikationsstellung sowie besondere Kompetenz im Überlappungsgebiet beider Fachdisziplinen.
💡Praxis-Tipp
Das Positionspapier warnt vor der Überinterpretation von Artefakten oder intermediären Koronarstenosen in der CCTA. Es wird betont, dass rein deskriptive Graduierungen von Stenosen nicht ausreichen, um therapeutische Entscheidungen zu treffen. Die klinische Erfahrung ist entscheidend, um unnötige Folgeuntersuchungen oder eine voreilige direkte invasive Diagnostik bei grenzwertigen Befunden zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Das Positionspapier empfiehlt die CCTA bei symptomatischer chronischer KHK, wenn eine mittlere klinische Wahrscheinlichkeit vorliegt. Bei asymptomatischen Personen ist sie als Routinetest nicht indiziert.
Für eine optimale Bildqualität wird eine stabile Herzfrequenz von unter 60 Schlägen pro Minute angestrebt. Um dies zu erreichen, wird eine Prämedikation mit Betablockern oder Ivabradin empfohlen.
Das Dokument fordert ein kooperatives Heart-Team-Modell zur Befundung. Kardiologen und Radiologen sollten ihre jeweilige Expertise gemeinsam einbringen, um das individuelle Risiko korrekt einzuordnen.
Bei geringer bis mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit und nicht eindeutigem EKG oder Troponin kann die CCTA erwogen werden. Ein unauffälliger Befund schließt laut Dokument ein akutes Koronarsyndrom mit hoher Sicherheit aus.
Laut Dokument sind mindestens 128 Zeilen (oder 64 bei Dual-Source-CT) erforderlich. Zudem wird eine räumliche Auflösung von maximal 0,4 mm und eine zeitliche Auflösung von maximal 175 ms gefordert.
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Quelle: Qualitätskriterien für die Erbringung kardialer CT-Leistungen Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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