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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Herzbildgebung CT und MRT: Konsensusempfehlung (DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Leitlinie bewertet den Einsatz von kardialer CT und MRT anhand eines 5-stufigen Empfehlungssystems (Grad I1 bis K).
  • Für das allgemeine Screening asymptomatischer Patienten gibt es weder für die CT noch für die MRT eine Indikation.
  • Bei der Ischämiediagnostik (stabile Angina pectoris) sind Stress-MRT und CT-Angiographie bei intermediärer Vortestwahrscheinlichkeit gleichwertig (Grad I2).
  • Die MRT ist die Methode der Wahl (Grad I1) bei der Diagnostik von Kardiomyopathien, Myokarditis und kardialen Tumoren.
  • Die CT ist überlegen (Grad I1) bei der Planung von TAVI-Prozeduren, der Darstellung von Koronarvenen vor CRT und dem Ausschluss von Koronarstenosen.
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Hintergrund

Die kardiale Schnittbilddiagnostik mittels Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) hat sich technisch rasant weiterentwickelt und ist fest in der klinischen Routine verankert. Das vorliegende Konsensuspapier der DGK, DRG und DGPK vergleicht beide Modalitäten für verschiedene klinische Szenarien und Krankheitsgruppen.

Empfehlungsgrade der Leitlinie

Die Indikationen für CT und MRT werden im Konsensusverfahren auf einer 5-stufigen Skala bewertet:

GradBedeutung
I1Zuverlässig einsetzbar und anderen Verfahren überlegen
I2Diagnostische Genauigkeit vergleichbar mit anderen Verfahren
I3Einsatz technisch möglich und validiert, Indikation aber nur in Einzelfällen
UUnklare Indikation, keine oder nicht kongruente Studienergebnisse
KKeine Indikation

Koronare Herzerkrankung (KHK)

Die Wahl des Bildgebungsverfahrens bei KHK hängt stark vom klinischen Szenario ab. Ein generelles Screening wird nicht empfohlen.

Klinisches SzenarioMRTCTBemerkung
Asymptomatisches ScreeningKKKeine Indikation für beide Verfahren.
Risikoabschätzung (intermediäres Risiko)KI3CT zum Koronarkalknachweis zur weiteren Risikostratifizierung.
Stabile Angina pectoris (Erstdiagnostik)I2I2MRT: Pharmakologische Belastung (Adenosin/Dobutamin). CT: Ausschluss von Stenosen bei intermediärer Vortestwahrscheinlichkeit.
NSTEMII2I3MRT zur Differenzialdiagnose (z.B. Myokarditis, Takotsubo). CT ggf. zum Stenose-Ausschluss.
Myokarditis als ACS-DifferenzialdiagnoseI1UMRT ist Methode der 1. Wahl nach Ausschluss eines ACS.
Aortendissektion (Akutphase)I2I1CT-Angiographie (CTA) ist die Methode der Wahl.
LungenarterienembolieI3I1CTA ist die Methode der Wahl.

Myokard- und Perikarderkrankungen

In der Gewebecharakterisierung und Funktionsbeurteilung des Myokards ist die MRT der CT in den meisten Fällen deutlich überlegen.

Erkrankung / FragestellungMRTCTBemerkung
Kardiomyopathien (HCM, DCM, ARVC)I1UMRT zur Festlegung von Diagnose und Schweregrad (Morphologie, Funktion, Narben).
MyokarditisI1KMRT ist Methode der Wahl (T2-Ödem, Kontrastmittelaufnahme).
Darstellung Koronarvenen vor CRTUI1CT ist Methode der Wahl zur Planung biventrikulärer Schrittmacher.
PerikarditisI1KMRT stellt Entzündung und myokardiale Mitreaktion zuverlässig dar.
Pericarditis constrictivaI2I2CT sehr gut für Verkalkungen; MRT für Funktion und Differenzialdiagnose.

Klappenvitien und Interventionen

FragestellungMRTCTBemerkung
AortenklappenstenoseI3I3Planimetrie der Öffnungsfläche als Alternative zur Echokardiographie.
AortenklappeninsuffizienzI2KMRT ermöglicht Quantifizierung des Regurgitationsvolumens.
Planung perkutaner Aortenklappenersatz (TAVI)UI1CTA ist Methode der Wahl (Vermessung Bulbus und Zugangswege).
Endokarditis (paravalvulärer Abszess)UI3CT kann bei klinischer Notwendigkeit mit hoher Genauigkeit eingesetzt werden.

Raumforderungen und Implantate

FragestellungMRTCTBemerkung
VentrikelthrombenI1I3MRT ist der Echokardiographie überlegen (besonders apikal/wandständig).
Kardiale TumorenI1I3MRT erlaubt zuverlässige Darstellung und Differenzierung (benigne/maligne).
Lage von Schrittmacher-/ICD-ElektrodenKI1CT als Ergänzung zur konventionellen Röntgendiagnostik.

Angeborene Herzerkrankungen

Bei angeborenen Herzfehlern (EMAH/Kinder) bietet die MRT oft entscheidende Vorteile durch die fehlende Strahlenbelastung und exakte Flussmessungen. Die CT wird vor allem bei Kontraindikationen, in Notfällen oder zur Darstellung feiner extrakardialer Gefäßstrukturen (z.B. Koronaranomalien: CT I2, MRT I2) eingesetzt.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie die kardiale MRT primär zur Gewebecharakterisierung (z.B. Myokarditis, Kardiomyopathien) und Vitalitätsdiagnostik. Die kardiale CT spielt ihre Stärken beim schnellen Ausschluss von Koronarstenosen und in der präinterventionellen anatomischen Planung (z.B. TAVI, CRT) aus.

Häufig gestellte Fragen

Bei asymptomatischen Patienten mit intermediärem KHK-Risiko (10-20% Ereignisrisiko in 10 Jahren) kann das CT-Scoring zur weiteren Risikostratifizierung eingesetzt werden (Grad I3).
Die kardiale MRT ist hier die Methode der ersten Wahl (Grad I1). Sie ermöglicht den Nachweis von Ödemen und entzündlichen Veränderungen. Für die CT gibt es hier keine Indikation (Grad K).
Nein. Für das Screening asymptomatischer Individuen gibt es weder für die MRT noch für die CT eine Indikation (Grad K).
Die CT-Angiographie ist hier die Methode der Wahl (Grad I1), da sie die exakte Vermessung des Bulbus und die Beurteilung der peripheren Zugangswege optimal ermöglicht.

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