Update Curriculum Kardiale CT: DGK-Leitlinie
📋Auf einen Blick
- •Die kardiale CT hat eine Klasse-I-Empfehlung zur Abklärung akuter und chronischer Koronarsyndrome.
- •Das DGK-Curriculum gliedert die Zusatzqualifikation in drei aufeinander aufbauende Stufen (Level 1-3).
- •Level 1 erfordert 50 kardiale CTs, Level 2 erfordert 100 und Level 3 erfordert 400 Untersuchungen.
- •Voraussetzung für alle Level ist die Sachkunde im Strahlenschutz für das Gefäßsystem des Herzens.
- •Ausbildungsstätten müssen mindestens 300 kardiale CT-Untersuchungen pro Jahr nachweisen.
Hintergrund
Die kardiale Computertomographie (CT) ist ein unverzichtbares Verfahren in der Kardiologie. Dank technischer Fortschritte ist eine hohe Bildqualität bei geringer Strahlenexposition (effektive Dosis < 1 mSv) möglich. Laut europäischen Leitlinien besteht eine Klasse-I-Empfehlung für die nichtinvasive Koronarangiographie (CTA) bei akuten und chronischen Koronarsyndromen. Die DGK hat ein strukturiertes Curriculum entwickelt, um Kardiologen in Indikationsstellung, Durchführung und Befundung zu schulen und unnötige invasive Folgediagnostik zu vermeiden.
Struktur der Zusatzqualifikation
Das Curriculum ist in drei Stufen unterteilt. Für alle Stufen ist die Sachkunde Strahlenschutz Gefäßsystem des Herzens zwingend erforderlich.
| Ausbildungsstufe | Dauer | Untersuchungszahlen | Zielsetzung |
|---|---|---|---|
| Level 1 | 6 Wochen | 50 CTs (davon 40 CTA) | Grundkenntnisse, Indikationsstellung, Befundinterpretation |
| Level 2 | 3 Monate | 100 CTs (80 mit KM, 70 CTA, 10 TAVI) | Selbstständige Durchführung und Befundung |
| Level 3 | 12 Monate | 400 CTs (300 mit KM, 250 CTA, 25 TAVI) | Leitung eines CT-Labors, Ausbildungsbefugnis |
Anmerkung: KM = Kontrastmittel. Die Zahlen für Level 2 und 3 schließen TAVI-Vorbereitungen ein.
Syllabus und Ausbildungsinhalte
Kandidaten müssen sich in folgenden Kernbereichen qualifizieren:
- Technische Grundlagen: Spiral-CT, EKG-Synchronisierung (prospektiv/retrospektiv), Bildrekonstruktion.
- Strahlenschutz: Dosisabschätzung und Strategien zur Dosisminimierung (z. B. Herzfrequenzsenkung, Röhrenspannung).
- Klinische Anwendung: Koronarkalkbestimmung, CTA zur Stenosedetektion, Plaquecharakterisierung, TAVI-Planung.
- Patientensicherheit: Kontraindikationen, Umgang mit Kontrastmitteln und medikamentöser Herzfrequenzkontrolle.
Anforderungen an Ausbildungsstätten
Um als Stätte für die Zusatzqualifikation anerkannt zu werden, müssen spezifische Kriterien erfüllt sein:
| Kriterium | Anforderung |
|---|---|
| Untersuchungszahlen | Mindestens 300 kardiale CTs/Jahr über einen Zeitraum von 3 Jahren |
| Leitung | Level-3-zertifizierter Kardiologe (oder Radiologe mit Äquivalent) |
| Infrastruktur | CT mit mind. 64 Detektorzeilen, Zugang zu Herzkatheterlabor (24h-Notfall) |
| Fortbildung | Fallkonferenzen (mind. 2x/Monat), interne Fortbildungen (mind. 2x/Jahr) |
💡Praxis-Tipp
Achten Sie bei der Patientenvorbereitung auf eine optimale Herzfrequenzkontrolle (z. B. durch Betablocker) und ausreichende Koronardilatation (Nitrate), um die Bildqualität zu maximieren und die Strahlendosis zu minimieren.