Kaiserschnitt (Sectio): Indikation und Durchführung
Hintergrund
Die Sectio caesarea ist weltweit die häufigste Operation bei Frauen. Die AWMF-Leitlinie betont, dass eine Sectiorate von über 15 Prozent keinen günstigen Einfluss auf die mütterliche und neonatale Morbidität und Mortalität hat. Daher bedarf jede Schnittentbindung einer guten medizinischen Begründung.
Zur Qualitätssicherung und besseren Vergleichbarkeit wird die Anwendung der Robson-Klassifikation empfohlen. Diese teilt Schwangere anhand geburtshilflicher Parameter in zehn vergleichbare Gruppen ein, um Sectioraten risikoadjustiert bewerten zu können.
Ein zentraler Aspekt der Betreuung ist die partizipative Entscheidungsfindung. Schwangere sollen frühzeitig und evidenzbasiert über die Vor- und Nachteile einer vaginalen Geburt im Vergleich zur Sectio aufgeklärt werden, um eine informierte Wahl treffen zu können.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie wird bei der operativen Durchführung empfohlen, das Peritoneum (viszeral und parietal) sowie das subkutane Fettgewebe (bei unter 2 cm Dicke) nicht zu nähen. Dieses Vorgehen ist mit einer kürzeren Operationszeit, einem geringeren postoperativen Schmerzmittelbedarf und einer höheren mütterlichen Zufriedenheit assoziiert.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für eine Notsectio der Kategorie 1 eine Entschluss-Entbindungs-Zeit (E-E-Zeit) von maximal 20 Minuten. Eine schnelle Entbindung innerhalb dieses Zeitfensters ist mit einer Vermeidung von kindsgefährdenden Outcomes assoziiert.
Bei einer geplanten Sectio gelten die üblichen Nüchternheitsregeln für operative Eingriffe. Unter der Geburt sind klare Flüssigkeiten erlaubt, jedoch wird bei einem hohen Risiko für eine sekundäre Schnittentbindung von einer weiteren Nahrungsaufnahme abgeraten.
Es wird empfohlen, der Patientin primär ein Regionalverfahren wie die Spinal- oder Epiduralanästhesie anzubieten. Falls eine Allgemeinanästhesie notwendig ist, sollte ab 20+0 Schwangerschaftswochen eine Rapid Sequence Induction (Ileuseinleitung) erfolgen.
Eine primäre Sectio sollte gemäß Leitlinie nicht unbegründet vor 39+0 Schwangerschaftswochen durchgeführt werden. Das Risiko für respiratorische Anpassungsstörungen des Neugeborenen sinkt ab diesem Zeitpunkt signifikant.
Die Plazentalösung sollte durch kontrollierten Zug an der Nabelschnur erfolgen. Von einer manuellen Lösung wird abgeraten, da diese das Risiko für eine postoperative Endometritis erhöht.
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Quelle: Die Sectio caesarea (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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