IQWiG2019Pneumologie

Ivacaftor: Dosierung und Indikation (Zystische Fibrose)

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Ivacaftor.

Die Bewertung bezieht sich auf Kinder ab 2 Jahren mit zystischer Fibrose (Mukoviszidose) und einem Körpergewicht zwischen 7 kg und weniger als 25 kg. Voraussetzung ist das Vorliegen einer spezifischen Gating-Mutation (Klasse III) im CFTR-Gen, wie beispielsweise G551D oder S549N.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie (ZVT) wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best supportive Care (BSC) festgelegt. Darunter wird eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte Basisbehandlung verstanden.

Zystische Fibrose ist eine progrediente Erkrankung, die zu einer Multi-System-Organdysfunktion führt und die Lebenserwartung sowie Lebensqualität der Betroffenen stark mindert.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Evidenz und zum Zusatznutzen:

Evidenzgrundlage

Für die Zielgruppe der 2- bis 5-jährigen Kinder legte der pharmazeutische Unternehmer keine randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) vor, die Ivacaftor direkt mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vergleichen.

Stattdessen wurden Daten aus zwei einarmigen Studien (VX11-770-108 und VX11-770-109) eingereicht. Zudem wurde versucht, Ergebnisse aus RCTs mit älteren Patientinnen und Patienten (ab 6 bzw. 12 Jahren) auf die jüngere Zielgruppe zu übertragen.

Bewertung der Übertragbarkeit

Das IQWiG stuft die Übertragung der Studienergebnisse von älteren auf jüngere Kinder als nicht sachgerecht ein. Begründet wird dies mit dem progredienten Verlauf der zystischen Fibrose, der zu unterschiedlichen Krankheitsstadien in den verschiedenen Altersgruppen führt.

Zudem wird bemängelt, dass zentrale patientenrelevante Endpunkte, wie pulmonale Exazerbationen, in den Studien unterschiedlich operationalisiert wurden. Auch Lungenfunktionsparameter wie der Lung Clearance Index (LCI) oder der FEV1-Wert wurden nicht in ausreichendem Maße vergleichbar erhoben.

Fazit zum Zusatznutzen

Auf Basis der eingereichten Unterlagen kommt das IQWiG zu folgendem Schluss:

  • Ein Zusatznutzen von Ivacaftor gegenüber der Best supportive Care ist für Kinder ab 2 Jahren (7 bis < 25 kg) nicht belegt.

  • Es fehlen belastbare Daten zur zweckmäßigen Vergleichstherapie in dieser spezifischen Altersgruppe, um einen Behandlungseffekt abschätzen zu können.

Dosierung

Laut Fachinformation wird Ivacaftor-Granulat bei Kindern ab 12 Monaten nach folgendem gewichtsbasierten Schema dosiert:

KörpergewichtEinzeldosisHäufigkeit
7 kg bis < 14 kg50 mg Granulatalle 12 Stunden
14 kg bis < 25 kg75 mg Granulatalle 12 Stunden

Das Granulat ist mit 5 ml einer weichen Speise oder Flüssigkeit (maximal Raumtemperatur) zu mischen und sofort zu verzehren. Unmittelbar vor oder nach der Einnahme ist eine fetthaltige Mahlzeit einzunehmen.

Kontraindikationen

Die Fachinformation nennt folgende Warnhinweise und Kontraindikationen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Clarithromycin) ist die Dosis auf zweimal wöchentlich zu reduzieren.

  • Bei mittelstarken CYP3A-Inhibitoren (z. B. Fluconazol, Erythromycin) wird eine Reduktion auf eine einmal tägliche Gabe empfohlen.

  • Bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B) ist eine Dosisreduktion auf eine einmal tägliche Gabe erforderlich.

  • Auf Speisen und Getränke, die Grapefruit oder Pomeranzen enthalten, ist zwingend zu verzichten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation wird besonders betont, dass das Ivacaftor-Granulat zwingend in Verbindung mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden muss, um eine ausreichende Resorption zu gewährleisten. Zudem wird auf die hohe Relevanz von Arzneimittelinteraktionen hingewiesen, weshalb bei Verordnung von CYP3A-Inhibitoren (wie bestimmten Makroliden oder Antimykotika) eine sofortige Dosisanpassung von Ivacaftor angeraten wird.

Häufig gestellte Fragen

Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Laut Fachinformation erhalten Kinder zwischen 7 und unter 14 kg zweimal täglich 50 mg, während Kinder ab 14 kg zweimal täglich 75 mg erhalten.

Es wird empfohlen, den Inhalt eines Beutels mit 5 ml einer weichen, altersgerechten Speise oder Flüssigkeit zu mischen. Die Mischung darf höchstens Raumtemperatur haben und ist unmittelbar vor oder nach einer fetthaltigen Mahlzeit zu verzehren.

Das IQWiG bewertet den Zusatznutzen in dieser Altersgruppe als nicht belegt. Dies wird mit dem Fehlen direkt vergleichender Studien gegenüber der Best supportive Care (BSC) begründet.

Die Fachinformation rät strikt davon ab. Auf Speisen und Getränke, die Grapefruit oder Pomeranzen enthalten, ist während der gesamten Behandlung zu verzichten, da diese den CYP3A-Metabolismus beeinflussen.

Ja, bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh B) wird eine Dosisreduktion auf eine einmal tägliche Gabe empfohlen. Bei stark eingeschränkter Leberfunktion wird zur besonderen Vorsicht geraten.

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Quelle: IQWiG A19-67: Ivacaftor (zystische Fibrose, ab 2 Jahre, mit Gating-Mutationen) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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