Diabetes mellitus Typ 1: DMP-Therapie und Diagnostik
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht V16-02 fasst aktuelle, evidenzbasierte Leitlinienempfehlungen zusammen, um den Aktualisierungsbedarf für das Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus Typ 1 zu ermitteln. Es wurden 37 Leitlinien systematisch ausgewertet.
Diabetes mellitus Typ 1 ist durch eine Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen gekennzeichnet, was zu einem absoluten Insulinmangel führt. Die Erkrankung manifestiert sich häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter.
Ziel der strukturierten Behandlung im Rahmen des DMP ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und schwerwiegende mikro- sowie makrovaskuläre Folgeerkrankungen zu verhindern. Eine normnahe Blutzuckereinstellung unter Vermeidung schwerer Hypoglykämien steht dabei im Vordergrund.
💡Praxis-Tipp
An Tagen mit akuten Begleiterkrankungen (Sick Day Management) darf die Insulingabe laut Leitliniensynopse in keinem Fall ausgesetzt werden, auch wenn keine Nahrung aufgenommen wird. Es wird empfohlen, den Blutzucker engmaschig zu kontrollieren, Ketonwerte bevorzugt im Blut zu messen und bei Bedarf alle 2 bis 4 Stunden ein kurz wirksames Insulin zu verabreichen, um einer lebensbedrohlichen Ketoazidose vorzubeugen.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht empfiehlt grundsätzlich einen HbA1c-Zielwert zwischen 6,5 % und 7,5 %. Bei älteren Menschen oder Personen mit kognitiven Einschränkungen können zur Vermeidung von Hypoglykämien auch Werte um 8,0 % toleriert werden.
Eine routinemäßige Bestimmung von Autoantikörpern wird bei Erwachsenen nicht empfohlen. Laut Leitliniensynopse ist dieser Test nur in unklaren Fällen, wie etwa bei atypischen Merkmalen oder langsamer Hyperglykämie-Entwicklung, zur Differenzialdiagnostik indiziert.
Es wird ein genereller Blutdruckzielwert von unter 130/80 mmHg bis unter 140/90 mmHg empfohlen. Die genauen Zielwerte sind individuell festzulegen, wobei ACE-Hemmer als Therapie der ersten Wahl gelten.
Die Leitlinie empfiehlt die sofortige orale Zufuhr von 15 bis 20 Gramm schnell wirksamer Glukose. Tritt nach etwa 15 Minuten keine Besserung ein, sollen erneut Kohlenhydrate verabreicht werden.
Während einer Schwangerschaft ist die Gabe von Statinen, ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten zu vermeiden. Es wird empfohlen, bereits präkonzeptionell auf schwangerschaftsverträgliche Alternativen umzustellen.
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Quelle: IQWiG V16-02: Leitlinienrecherche zur Aktualisierung des DMP Diabetes mellitus Typ 1 (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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