Diabetes mellitus Typ 2: DMP-Therapie und Medikation

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Disease-Management-Programme (DMPs) sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen, die auf evidenzbasierter Medizin beruhen. Ziel ist es, die Behandlung zu optimieren, die Zusammenarbeit der Leistungserbringer zu fördern und Folgeschäden sowie akute Verschlechterungen zu verhindern.

Diabetes mellitus Typ 2 ist pathophysiologisch durch einen relativen Insulinmangel oder eine Insulinresistenz gekennzeichnet. Chronische Hyperglykämien erhöhen das Risiko für mikro- und makrovaskuläre Folgeerkrankungen wie Retinopathie, Nephropathie oder koronare Herzkrankheit erheblich.

Die vorliegende IQWiG-Leitliniensynopse fasst aktuelle evidenzbasierte Leitlinien zusammen. Sie dient dazu, den Aktualisierungsbedarf des bestehenden DMP Diabetes mellitus Typ 2 für die vertragsärztliche Versorgung zu ermitteln.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont nachdrücklich, dass bei älteren und gebrechlichen Personen die Vermeidung von Hypoglykämien oberste Priorität hat. Es wird empfohlen, in dieser Gruppe weniger strenge HbA1c-Zielwerte (bis zu 8,5 %) anzusetzen und auf Medikamente mit hohem Hypoglykämierisiko, wie Sulfonylharnstoffe, zu verzichten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie muss Metformin ab einer eGFR von unter 30 ml/min/1,73 m² abgesetzt werden. Bei einer eGFR unter 45 ml/min/1,73 m² wird eine Dosisanpassung empfohlen.

Es wird empfohlen, bei bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen SGLT2-Inhibitoren (Gliflozine) oder GLP-1-Rezeptoranaloga einzusetzen. Diese Substanzklassen haben in Studien einen signifikanten kardiovaskulären Nutzen gezeigt.

Die Leitlinie empfiehlt eine jährliche augenärztliche Untersuchung ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung. Bei unauffälligen Befunden und guter Blutzuckereinstellung kann das Intervall auf zwei Jahre verlängert werden.

In der Regel wird ein Blutdruck von unter 140/90 mmHg angestrebt. Bei Vorliegen einer Nephropathie oder einem hohen kardiovaskulären Risiko kann ein strengerer Zielwert von unter 130/80 mmHg empfohlen werden.

Eine Insulintherapie wird empfohlen, wenn die individuellen Therapieziele durch Lebensstiländerungen und orale Antidiabetika nicht erreicht werden. Zudem ist sie bei metabolischer Entgleisung oder sehr hohen HbA1c-Werten (über 10 %) indiziert.

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Quelle: IQWiG V18-01: Leitliniensynopse für das DMP Diabetes mellitus Typ 2 (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

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