DMP Diabetes mellitus Typ 2: IQWiG-Synopse
Hintergrund
Die IQWiG-Leitliniensynopse V24-11 aus dem Jahr 2025 fasst die aktuelle Evidenz für die Aktualisierung des Disease-Management-Programms (DMP) für Diabetes mellitus Typ 2 zusammen. Ziel strukturierter Behandlungsprogramme ist es, Folgeschäden zu vermeiden und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
In Deutschland lag die Prävalenz des Typ-2-Diabetes im Jahr 2023 bei rund 9,5 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten. Die Erkrankung ist durch eine Insulinresistenz in Verbindung mit einem relativen Insulinmangel gekennzeichnet.
Ein dauerhaft erhöhter Blutglukosespiegel steigert das Risiko für mikro- und makrovaskuläre Begleit- und Folgeerkrankungen. Dazu zählen unter anderem die diabetische Nephropathie, Retinopathie sowie kardiovaskuläre Ereignisse.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Diagnostik und Therapieplanung:
Diagnostik
Laut Leitlinie wird die Diagnose eines Diabetes mellitus Typ 2 bei Vorliegen typischer Symptome wie Polyurie oder unerklärlichem Gewichtsverlust durch einen einmaligen positiven Messwert gesichert. Fehlen typische Symptome, wird eine Bestätigung durch mehrfach erhöhte Glukosewerte an mindestens zwei verschiedenen Tagen gefordert.
Folgende Grenzwerte gelten gemäß Leitlinie für die Diagnosestellung:
| Parameter | Grenzwert |
|---|---|
| Nüchtern-Plasmaglukose | ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) |
| Nicht-Nüchtern-Plasmaglukose | ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) |
| HbA1c | ≥ 6,5 % (48 mmol/mol) |
| 2-Stunden-Wert (oGTT) | ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) |
Es wird darauf hingewiesen, dass die Messungen nicht während akuter Infektionen oder unter Einnahme verfälschender Medikamente wie Glukokortikoiden erfolgen sollten. In Zweifelsfällen zur Abgrenzung eines Typ-1-Diabetes oder LADA wird die Bestimmung von Inselzellautoantikörpern, insbesondere GAD-Antikörpern, empfohlen.
Erweiterte Eingangsdiagnostik
Als Diskrepanz zur bisherigen DMP-Richtlinie identifiziert der Bericht zusätzliche sinnvolle Untersuchungen bei der Erstdiagnose. Es wird empfohlen, bei der Eingangsuntersuchung folgende Parameter zu bestimmen (hoher Empfehlungsgrad):
-
Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR)
-
Lipidstatus
-
Urin-Albumin-Kreatinin-Ratio (UACR)
Therapieziele
Die Therapie dient primär der Erhöhung der Lebenserwartung und der Erhaltung der Lebensqualität. Laut Leitlinie sind folgende individuelle Therapieziele anzustreben:
-
Vermeidung von Krankheitssymptomen und schweren Stoffwechselentgleisungen
-
Vermeidung von therapiebedingten Nebenwirkungen, insbesondere Hypoglykämien
-
Reduktion der makroangiopathischen Morbidität und Mortalität
-
Prävention mikrovaskulärer Folgeschäden wie Erblindung oder dialysepflichtiger Niereninsuffizienz
-
Vermeidung des diabetischen Fußsyndroms und von Amputationen
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist bei der Diagnosestellung eines Diabetes mellitus Typ 2 ohne Vorliegen typischer Symptome zwingend eine Bestätigung durch mehrfach erhöhte Werte an mindestens zwei verschiedenen Tagen erforderlich. Zudem wird darauf hingewiesen, dass akute Infektionen oder eine vorübergehende Glukokortikoid-Therapie die Glukosewerte verfälschen können und in diesen Phasen keine zur DMP-Einschreibung führenden Messungen durchgeführt werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie definiert einen HbA1c-Wert von mindestens 6,5 Prozent (48 mmol/mol) als Kriterium für die Diagnose eines Diabetes mellitus. Bei asymptomatischen Personen muss dieser Wert an zwei verschiedenen Tagen bestätigt werden.
Neben den Glukosewerten wird bei der Eingangsuntersuchung die Bestimmung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR), des Lipidstatus und der Urin-Albumin-Kreatinin-Ratio (UACR) empfohlen. Dies dient der frühzeitigen Erfassung von Begleit- und Folgeerkrankungen.
Die Unterscheidung erfolgt primär anhand der Anamnese und des klinischen Bildes. In Zweifelsfällen wird laut Leitlinie die Messung von Inselzellautoantikörpern, insbesondere GAD-Antikörpern, empfohlen.
Es wird darauf hingewiesen, dass Messungen zur Diagnosestellung nicht während der Einnahme verfälschender Medikamente wie Glukokortikoiden durchgeführt werden sollten. Eine Ausnahme besteht, wenn die Einnahme wegen einer chronischen Erkrankung langfristig erforderlich ist.
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Quelle: IQWiG V24-11: Leitliniensynopse für die Aktualisierung des DMP Diabetes Mellitus Typ 2 (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.