DMP KHK Überarbeitungsbedarf: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt eine Machbarkeitsstudie zur regelmäßigen Prüfung des Überarbeitungsbedarfs von Disease-Management-Programmen (DMP). Als Anwendungsbeispiel diente das DMP für die koronare Herzkrankheit (KHK).
Laut Bericht sind DMP strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen, die auf Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin beruhen. Ziel ist es, das Risiko von Folgeschäden zu minimieren und die Lebensqualität zu verbessern.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist gesetzlich verpflichtet, die Anforderungen an die DMP regelmäßig auf ihre Aktualität zu überprüfen. Der Bericht liefert eine methodische Grundlage sowie konkrete inhaltliche Hinweise für eine mögliche Aktualisierung des DMP KHK.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht identifiziert mehrere Versorgungsaspekte, für die neue Erkenntnisse vorliegen und die einen Überarbeitungsbedarf des DMP KHK begründen könnten.
Diagnostik und Therapieplanung
Laut Bericht gibt es neue Informationen zur hinreichenden Diagnostik, insbesondere hinsichtlich des Auftretens atypischer Symptome bei älteren Patienten mit einem Herzinfarkt.
Zudem wird auf neue Evidenz zum Einsatz von prognostischen Scores für eine differenzierte Therapieplanung hingewiesen.
Medikamentöse Therapie
Der Bericht listet mehrere medikamentöse Aspekte auf, die eine Aktualisierung erfordern könnten:
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Der Einsatz eines Scores zur Abschätzung unerwünschter Ereignisse und zur Initiierung blutfettsenkender Maßnahmen
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Die Berücksichtigung weiterer Thrombozytenaggregationshemmer wie Ticagrelor und Prasugrel
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Die Kombinationstherapie von Prasugrel und Acetylsalicylsäure (ASS) nach einem Myokardinfarkt ohne ST-Streckenhebung (NSTEMI)
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Längere Therapiedauern der dualen Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) nach perkutaner Koronarintervention (PCI)
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Der Einsatz von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) bei Patienten unter DAPT mit gastrointestinalen Blutungen in der Anamnese
Zudem identifiziert der Bericht Negativempfehlungen zu Chelatbildnern, Phytotherapeutika und Vitaminsupplementierungen.
Nichtmedikamentöse und interventionelle Therapie
Es wird auf neue Erkenntnisse zu verhaltenstherapeutischen Verfahren hingewiesen, die Patienten bei Lebensstiländerungen unterstützen sollen.
Im Bereich der interventionellen Therapie nennt der Bericht die Notwendigkeit, die Verträglichkeit einer DAPT vor der Indikationsstellung einer Stentimplantation abzuklären.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass bei älteren Patienten mit einem Herzinfarkt auf das Auftreten atypischer Symptome geachtet werden sollte. Zudem wird betont, dass vor der Indikationsstellung für eine Stentimplantation die Verträglichkeit der notwendigen dualen Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) abgeklärt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht identifiziert Ticagrelor und Prasugrel als relevante neue Wirkstoffe. Zudem wird auf die Kombinationstherapie von Prasugrel und ASS nach einem NSTEMI hingewiesen.
Laut Bericht liegen neue Informationen vor, die längere Therapiedauern der dualen Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) für Patienten nach einer perkutanen Koronarintervention (PCI) thematisieren. Dies könnte eine Anpassung des DMP KHK erfordern.
Der Bericht verweist auf neue Evidenz zum Einsatz von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) bei Patienten, die mit einer DAPT behandelt werden. Dies betrifft insbesondere Patienten, die gastrointestinale Blutungen in der Anamnese aufweisen.
Der IQWiG-Bericht identifiziert explizite Negativempfehlungen für die Behandlung der KHK. Dazu gehören Chelatbildner, Phytotherapeutika sowie die Vitaminsupplementierung.
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Quelle: IQWiG GA14-06: Regelmäßige orientierende Prüfung des Überarbeitungsbedarfs der DMP - eine Machbarkeitsstudie am Beispiel des DMP KHK (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.