Asthma-Diagnostik bei Kleinkindern: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Bewertung der Asthma-Diagnostik. Im Fokus standen Kinder im Alter von 2 bis unter 5 Jahren mit bronchialer Obstruktion.
Ziel des Berichtes war es, die diagnostische Genauigkeit und den patientenrelevanten Nutzen etablierter Verfahren zu prüfen. Dabei wurden Methoden untersucht, die in deutschen Leitlinien oder dem Disease-Management-Programm (DMP) empfohlen werden.
Zur Bewertung wurden sowohl apparative Lungenfunktionsprüfungen als auch klinische Indizes und Scores herangezogen. Aufgrund fehlender direkter Evidenz wurde zudem versucht, den Nutzen über die Methode der "Linked evidence" abzuleiten.
Empfehlungen
Diagnostische Genauigkeit
Der IQWiG-Bericht V06-02C stellt fest, dass derzeit kein etablierter und validierter Goldstandard zur Diagnose des Asthma bronchiale in dieser Altersgruppe existiert.
Laut Bericht lassen sich folgende Erkenntnisse zur Testgüte zusammenfassen:
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Kein diagnostisches Verfahren ist anderen Methoden eindeutig überlegen.
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Die prädiktiven Werte der untersuchten Tests reichen nicht aus, um die Diagnose sicherzustellen.
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Auch bei einem negativen Testergebnis ist der Informationsgewinn zumeist gering.
Apparative und klinische Verfahren
Die bewerteten Verfahren zur Lungenfunktionsprüfung setzen eine Kooperation des Kindes voraus. Der Bericht gibt zu bedenken, dass dies bei Kindern unter 5 Jahren oft nicht gegeben ist und spezielle Ausrüstung erfordert.
Bei den klinischen Scores und Indizes zeigt sich eine hohe Heterogenität. Es wurden verschiedene Kombinationen aus Symptomen, Anamnesedaten und familiärer Vorgeschichte getestet, die schwer vergleichbar sind.
Klinischer Nutzen und DMP-Einschluss
Es konnte kein patientenrelevanter Nutzen der diagnostischen Maßnahmen abgeleitet werden. Dies gilt sowohl für direkte Studien als auch für indirekte Ableitungen über die Methode der Linked Evidence.
Für die Praxis und insbesondere für die Einschreibung in ein DMP zieht das IQWiG ein klares Fazit. Aufgrund der mangelhaften Datenlage kann kein Untersuchungsverfahren als hinreichend sicher empfohlen werden.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht betont, dass bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren kein einzelnes diagnostisches Instrument zur sicheren Asthma-Diagnose existiert. Es wird darauf hingewiesen, dass apparative Lungenfunktionstests in dieser Altersgruppe oft an der fehlenden Kooperation scheitern. Zudem reicht die Vorhersagekraft klinischer Scores laut Datenlage nicht für eine sichere Diagnosestellung aus.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht existiert derzeit kein etablierter und validierter Goldstandard zur Diagnose eines Asthma bronchiale bei Kindern unter 5 Jahren. Die verfügbaren Referenzverfahren in Studien sind sehr heterogen.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass für die Einschreibung in ein Disease-Management-Programm (DMP) kein Untersuchungsverfahren als hinreichend sicher empfohlen werden kann. Die Evidenzgrundlage für etablierte Methoden ist zu gering.
Die untersuchten klinischen Indizes und Scores weisen laut IQWiG eine unzureichende Vorhersagefähigkeit auf. Die prädiktiven Werte reichen nicht aus, um die Diagnose Asthma bronchiale in dieser Altersgruppe sicher zu stellen.
Der Bericht gibt zu bedenken, dass apparative Lungenfunktionsprüfungen eine Kooperation des Kindes voraussetzen, die in diesem Alter oft nicht geleistet werden kann. Zudem erschwert der Bedarf an spezieller Ausrüstung einen flächendeckenden Einsatz.
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Quelle: IQWiG V06-02C: Wissenschaftliche Bewertung verschiedener Untersuchungsmethoden zur Diagnosestellung "Asthma bronchiale" bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren (IQWiG, 2009). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.