IQWiG2015

Pulsoxymetrie-Screening bei Neugeborenen: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2015 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Kritische angeborene Herzfehler (kAHF) erfordern eine frühzeitige Diagnose, um die Morbidität und Mortalität bei Neugeborenen zu senken. Der bisherige diagnostische Standard umfasst die klinischen Untersuchungen im Rahmen des U1- und U2-Screenings.

Der IQWiG-Bericht S13-01 (2015) untersucht den potenziellen Nutzen eines zusätzlichen Pulsoxymetrie-Screenings. Ziel ist es zu bewerten, ob diese Ergänzung bei asymptomatischen Neugeborenen zu einer verbesserten Erkennung und Prognose führt.

Die Bewertung basiert auf einer systematischen Literaturrecherche. Eingeschlossen wurden eine vergleichende Interventionsstudie sowie fünf Studien zur diagnostischen Güte.

Empfehlungen

Klinischer Nutzen

Laut IQWiG-Bericht zeigt das Pulsoxymetrie-Screening als Ergänzung zum Standard-Screening einen Anhaltspunkt für einen Nutzen. Die Auswertung der Interventionsstudie unterstützt die Hypothese, dass die krankheitsspezifische Morbidität verringert wird.

Es zeigte sich eine signifikante Reduktion für den Endpunkt der schweren präoperativen Azidose (OR: 0,268). Eine frühere Diagnose geht demnach mit einer günstigeren Prognose einher.

Diagnostische Güte

Die Studien zur diagnostischen Güte belegen übereinstimmend, dass durch die Pulsoxymetrie zusätzliche Neugeborene mit kAHF entdeckt werden. Diese Kinder waren in der klinischen Routineuntersuchung zuvor unauffällig.

Die diagnostischen Kennzahlen stellen sich laut Bericht wie folgt dar:

ParameterWert / SpannweiteKlinische Bedeutung
Zusätzliche Entdeckungsrate60 - 78 %Anteil der kAHF, die nur durch Pulsoxymetrie gefunden wurden
Number Needed to Screen (NNS)421 - 7100Anzahl der zu untersuchenden asymptomatischen Neugeborenen für 1 kAHF
Positiver Prädiktiver Wert (PPV)25,9 - 75 %Wahrscheinlichkeit für kAHF bei auffälligem Screening-Befund

Nebenbefunde und falsch-positive Ergebnisse

Der Bericht weist darauf hin, dass ein Viertel bis drei Viertel der auffälligen Befunde nicht auf einen kAHF zurückzuführen sind. In 70 bis 100 % dieser Fälle liegen jedoch andere, überwiegend neonatologische Erkrankungen vor.

Für jedes mit kAHF identifizierte Neugeborene werden 2 bis 8 Kinder mit solchen nicht intendierten Befunden entdeckt. Diese gelten laut Bericht häufig ebenfalls als dringend behandlungsbedürftig.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Ein auffälliges Pulsoxymetrie-Screening ohne Vorliegen eines kritischen angeborenen Herzfehlers ist häufig kein klassischer Fehlalarm. Der Bericht betont, dass in bis zu 100 % dieser Fälle andere behandlungsbedürftige neonatologische Pathologien vorliegen. Es wird daher eine zügige weiterführende Diagnostik bei jedem positiven Screening-Ergebnis nahegelegt.

Häufig gestellte Fragen

Das Screening dient der Früherkennung kritischer angeborener Herzfehler (kAHF) bei asymptomatischen Neugeborenen. Laut IQWiG-Bericht können so Kinder identifiziert werden, die bei der reinen klinischen U1- und U2-Untersuchung unauffällig bleiben.

Die Auswertung zeigt, dass zwischen 60 und 78 % der Kinder mit kAHF durch das zusätzliche Pulsoxymetrie-Screening entdeckt werden. Dies führt zu einer früheren Diagnose und Therapie.

Ein auffälliger Wert weist auf eine Hypoxie hin, die durch einen Herzfehler bedingt sein kann. Der positive prädiktive Wert liegt laut Bericht zwischen 25,9 und 75 %, was bedeutet, dass auch andere Ursachen für die Auffälligkeit in Frage kommen.

Neben Herzfehlern deckt das Screening häufig andere neonatologische Erkrankungen auf, die mit einer Hypoxie einhergehen. Für jedes Kind mit kAHF werden 2 bis 8 Neugeborene mit solchen oft dringend behandlungsbedürftigen Nebenbefunden identifiziert.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG S13-01: Screening auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie bei Neugeborenen (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien