IQWiG2026

Darmkrebs-Screening ab 45: IQWiG-Vorbericht S24-02

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das kolorektale Karzinom (KRK) gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Die Früherkennung zielt darauf ab, Vorläuferläsionen wie Adenome zu entfernen und die darmkrebsspezifische Mortalität zu senken.

Seit April 2025 haben gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren die Wahl zwischen einem zweijährlichen immunologischen Stuhltest (iFOBT) oder einer Koloskopie. Der Anspruch auf die Früherkennungskoloskopie ist auf maximal zwei Untersuchungen im Abstand von mindestens 10 Jahren begrenzt.

Internationale Fachgesellschaften empfehlen zunehmend einen Screening-Beginn ab 45 Jahren. Der vorliegende IQWiG-Vorbericht S24-02 untersucht daher den potenziellen Nutzen einer Herabsetzung der Altersgrenze sowie modifizierter Untersuchungsintervalle.

Empfehlungen

Der IQWiG-Vorbericht formuliert basierend auf einer systematischen Recherche und Modellierungen folgende zentrale Erkenntnisse:

Direkte Evidenzlage

Laut Bericht konnten keine relevanten Studien identifiziert werden, die den direkten Nutzen eines Screenings bei Personen unter 50 Jahren belegen. Ebenso fehlt direkte Evidenz für modifizierte Koloskopie-Intervalle bei Personen ab 45 Jahren.

Aufgrund der fehlenden direkten Evidenz lässt sich kein direkter Nutzen ableiten. Das Institut führte stattdessen eine entscheidungsanalytische Modellierung (Markov-Modell) durch, um verschiedene Strategien zu vergleichen.

Vergleich der modellierten Screening-Strategien

Die Modellierung zeigt für eine angenommene Teilnahmequote von 100 % folgende Tendenzen für modifizierte Strategien im Vergleich zum aktuellen Standard:

Screening-MethodeModellierte ModifikationPotenzieller Effekt laut Modell
iFOBTBeginn ab 45 Jahren (zweijährlich)Potenziell vorteilhaft gegenüber Start mit 50 Jahren
iFOBTJährliches IntervallMehr vermiedene Fälle, aber deutlich höherer Koloskopieaufwand
Koloskopie3 statt 2 Untersuchungen ab 50 JahrenPotenziell vorteilhaft durch verlängerten Screeningzeitraum
Koloskopie2 Untersuchungen im 15-Jahres-IntervallPotenziell überlegen, wenn Maximalzahl von 2 beibehalten wird
KoloskopieBeginn ab 45 JahrenErfordert Intervallverlängerung (z. B. 20 Jahre) oder mehr Untersuchungen

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Die Modellierung zeigt unterschiedliche Tendenzen für Männer und Frauen. Bei Männern ist ein früherer Beginn des Screenings potenziell von größerem Vorteil.

Bei Frauen hingegen erweist sich eine Darmkrebsfrüherkennung auch im höheren Lebensalter als potenziell vorteilhaft.

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💡Praxis-Tipp

Es wird im Bericht darauf hingewiesen, dass ein früherer Screening-Beginn ab 45 Jahren mittels Koloskopie nur dann sinnvoll modelliert wird, wenn gleichzeitig das Untersuchungsintervall verlängert (z. B. auf 20 Jahre) oder die maximale Anzahl der Koloskopien erhöht wird. Andernfalls fällt der abgedeckte Screeningzeitraum im Leben der untersuchten Personen zu kurz aus.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß der aktuellen Richtlinie haben gesetzlich Versicherte ab einem Alter von 50 Jahren Anspruch auf die Darmkrebsfrüherkennung. Es kann zwischen einem zweijährlichen iFOBT und einer Koloskopie gewählt werden.

Laut IQWiG-Vorbericht gibt es derzeit keine direkten Studienbelege, die einen Nutzen des Screenings bei Personen unter 50 Jahren ohne spezifisches Risiko nachweisen. Die im Bericht diskutierten Vorteile basieren ausschließlich auf statistischen Modellierungen.

Im aktuellen deutschen Screeningprogramm ist der Anspruch auf maximal zwei Früherkennungskoloskopien begrenzt. Der Mindestabstand zwischen der ersten und der zweiten Untersuchung beträgt 10 Jahre.

Die Modellierung des IQWiG zeigt, dass ein jährlicher iFOBT die Anzahl vermiedener Darmkrebsfälle leicht erhöhen kann. Dies geht jedoch mit einem signifikant höheren Aufwand an nachfolgenden Abklärungskoloskopien einher.

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Quelle: IQWiG S24-02: Überprüfung der unteren Altersgrenze und Frequenz der Früherkennungskoloskopie im Darmkrebs-Screeningprogramm (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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