IQWiG2025Onkologie

Darmkrebs-Screening bei familiärem Risiko: IQWiG S23-01

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das kolorektale Karzinom (KRK) gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen und Krebstodesursachen weltweit und in Deutschland. Eine organisierte Darmkrebsfrüherkennung wird in Deutschland gegenwärtig gesetzlich Krankenversicherten ab einem Alter von 50 Jahren angeboten.

Personen, die mindestens einen an Darmkrebs erkrankten Verwandten ersten oder zweiten Grades haben, weisen ein zwei- bis vierfach höheres Risiko auf, an Darmkrebs zu erkranken. Da das reguläre Screening-Angebot erst ab 50 Jahren greift, haben diese Personen mit familiärem Darmkrebsrisiko unter 50 Jahren aktuell keinen Anspruch auf eine organisierte Früherkennung.

Der IQWiG-Abschlussbericht S23-01 untersucht den Nutzen und Schaden einer spezifischen Darmkrebsfrüherkennung für diese jüngere Risikogruppe. Dabei wurde sowohl nach direkter Evidenz als auch nach der Übertragbarkeit von Erkenntnissen aus der älteren Gesamtbevölkerung gesucht.

Empfehlungen

Direkte Evidenz

Laut Bericht liegt zur Fragestellung eines systematischen Screenings von Personen mit familiärem Darmkrebsrisiko unter 50 Jahren keine direkte Evidenz vor. Es konnten keine vergleichenden Interventionsstudien der Screeningkette identifiziert werden.

Indirekte Evidenz und Übertragbarkeit

Da direkte Daten fehlen, wurde die Übertragbarkeit von Erkenntnissen der Gesamtbevölkerung ab 50 Jahren auf die jüngere Risikogruppe geprüft. Die Evidenzlage wird in den untersuchten Teilbereichen wie folgt bewertet:

ÜbertragbarkeitsaspektEvidenzlageFazit zur Übertragbarkeit
Diagnostische Güte der ScreeningtestsVorhandenSpricht für Übertragbarkeit
Direkte Nebenwirkungen der TestsVorhandenSpricht für Übertragbarkeit
Natürlicher KrankheitsverlaufSpärlich oder fehlendWeder für noch gegen Übertragbarkeit
DarmkrebsbehandlungSpärlich oder fehlendWeder für noch gegen Übertragbarkeit

In der Gesamtschau der spärlichen Evidenz bleibt laut Bericht offen, ob sich der nachgewiesene Nutzen der Früherkennung auf die jüngere Risikogruppe übertragen lässt.

Empfehlung zur Begleitevaluation

Der Bericht formuliert eine klare Empfehlung für den Fall, dass eine Darmkrebsfrüherkennung für diese Zielgruppe in Deutschland trotz der spärlichen Evidenz eingeführt wird.

Es wird eine strukturierte Begleitevaluation empfohlen. Diese sollte beispielsweise durch einen Vergleich mit der Situation in einem anderen Land erfolgen, in dem kein solches Risikogruppenscreening etabliert ist.

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💡Praxis-Tipp

Bei Personen unter 50 Jahren mit familiärem Darmkrebsrisiko (Verwandte 1. oder 2. Grades) ist der Nutzen eines systematischen Screenings laut aktueller Datenlage nicht durch direkte Evidenz belegt. Es wird darauf hingewiesen, dass die Übertragbarkeit der Screening-Erfolge von über 50-Jährigen auf diese jüngere Risikogruppe aufgrund fehlender Daten zum natürlichen Krankheitsverlauf unklar bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass für Personen unter 50 Jahren mit familiärem Risiko (ohne spezifisches genetisches Syndrom) aktuell keine direkte Evidenz für ein systematisches Screening vorliegt. Die reguläre organisierte Früherkennung in Deutschland beginnt für die Gesamtbevölkerung ab 50 Jahren.

Laut Bericht spricht die identifizierte indirekte Evidenz dafür, dass die diagnostische Güte der etablierten Screeningtests von älteren Personen auf diese jüngere Risikogruppe übertragbar ist. Dennoch bleibt der Gesamtnutzen der gesamten Screeningkette mangels Daten unklar.

Falls ein Screening für unter 50-Jährige mit familiärem Risiko in Deutschland eingeführt wird, empfiehlt der Bericht zwingend eine Begleitevaluation. Dies könnte durch den Vergleich mit Ländern ohne ein solches Risikogruppenscreening umgesetzt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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