IQWiG2020Onkologie

PSA-Screening: Indikation, Nutzen und Überdiagnosen

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Das Risiko für eine Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter deutlich an, wobei das mediane Erkrankungsalter bei 72 Jahren liegt.

Ziel von Screeningmaßnahmen ist es, Tumore mit einem hohen Progressionsrisiko in einem noch heilbaren Stadium zu entdecken. Dadurch sollen die mit einer Metastasierung verbundene Morbidität und die krebsspezifische Mortalität gesenkt werden.

In der vertragsärztlichen Versorgung wird Männern ab 45 Jahren derzeit die digital-rektale Untersuchung (DRU) als Früherkennungsmaßnahme angeboten. Die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) ist hingegen eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL).

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird hervorgehoben, dass bei der Beratung zum PSA-Screening eine ergebnisoffene Aufklärung über die Vor- und Nachteile im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) erfolgen sollte. Dabei ist besonders auf das hohe Risiko von Überdiagnosen und falsch-positiven Befunden sowie die daraus resultierenden potenziellen lebenslangen Therapiekomplikationen hinzuweisen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht schadet das Prostatakarzinomscreening mittels PSA-Test deutlich mehr Männern durch Überdiagnosen, als es nutzt. Der potenzielle Nutzen wiegt den Schaden insgesamt nicht auf.

Bezüglich der Gesamtmortalität gibt es keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen. Für die prostatakarzinomspezifische Mortalität zeigt sich lediglich ein Hinweis auf einen Nutzen bei einem PSA-Cut-off-Wert unter 4 ng/ml.

Der Bericht beziffert das Risiko auf 35 bis 60 Überdiagnosen pro 1000 eingeladene Männer bei einem Cut-off-Wert unter 4 ng/ml. Dies führt häufig zu unnötigen Behandlungen mit potenziell lebenslangen Nebenwirkungen wie Inkontinenz.

Ein falsch-positiver Befund zieht in der Regel eine unnötige Prostatabiopsie nach sich. Diese Eingriffe können zu Komplikationen wie Infektionen führen und belasten die Betroffenen zusätzlich.

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Quelle: IQWiG S19-01: Prostatakarzinom-Screening mittels PSA-Test (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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