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Mammografie-Screening Altersgrenzen: IQWiG

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das Mammografie-Screening zielt darauf ab, durch eine frühzeitige Erkennung die Heilungschancen zu verbessern und weniger belastende Therapien zu ermöglichen.

In Deutschland werden aktuell Frauen zwischen 50 und 69 Jahren routinemäßig alle zwei Jahre zum Screening eingeladen. Europäische Leitlinien empfehlen mittlerweile auch ein Screening für die Altersgruppen 45 bis 49 Jahre sowie 70 bis 74 Jahre.

Der vorliegende Bericht des IQWiG untersucht, ob und in welchem Maße Frauen dieser angrenzenden Altersgruppen ohne spezifisch erhöhtes Risiko von einer Ausweitung des Screening-Programms profitieren.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Nutzenbewertung des Mammografie-Screenings:

Altersgruppe 45 bis 49 Jahre

Für Frauen zwischen 45 und 49 Jahren kommt der Bericht zu folgenden Ergebnissen:

  • Es liegt ein Anhaltspunkt für einen Nutzen bezüglich der brustkrebsspezifischen Mortalität vor.

  • Die Gesamtmortalität zeigt keinen statistisch signifikanten Unterschied, was laut Bericht durch andere Todesursachen begründet ist.

  • Es gibt Hinweise auf Schäden durch falsch-positive Befunde sowie Anhaltspunkte für Überdiagnosen.

  • Das Ausmaß des Schadens wiegt den Mortalitätsvorteil jedoch nicht auf.

  • Es wird eine informierte Entscheidung der Frauen empfohlen, da der Mortalitätsvorteil in dieser Altersgruppe sehr klein ist.

Altersgruppe 70 bis 74 Jahre

Für Frauen zwischen 70 und 74 Jahren stellt der Bericht Folgendes fest:

  • Auch hier zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen Nutzen bei der brustkrebsspezifischen Mortalität.

  • Falsch-positive Befunde und Überdiagnosen stellen einen Anhaltspunkt für einen Schaden dar.

  • Der erwartbare Mortalitätsvorteil überwiegt laut Bericht den erwartbaren Schaden.

  • Eine individuelle Nutzen-Schaden-Abwägung unter Berücksichtigung von Gesundheitszustand und Lebenserwartung wird als unerlässlich erachtet.

Altersgruppe ab 75 Jahren

Für Frauen ab 75 Jahren lässt sich laut Bericht derzeit weder ein Nutzen noch ein Potenzial für das Screening erkennen. Es wird davon ausgegangen, dass ein möglicher Nutzen durch den erwartbaren Schaden durch Überdiagnosen und falsch-positive Befunde aufgewogen wird.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass der Mortalitätsvorteil des Mammografie-Screenings in den Altersgruppen 45 bis 49 Jahre sowie 70 bis 74 Jahre sehr klein ist. Es wird daher nachdrücklich auf die Wichtigkeit einer umfassenden Aufklärung hingewiesen. Eine individuelle Nutzen-Schaden-Abwägung unter Einbezug von Überdiagnosen und falsch-positiven Befunden ist für eine informierte Entscheidung unerlässlich.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es bei Frauen zwischen 45 und 49 Jahren einen Anhaltspunkt für eine gesenkte brustkrebsspezifische Mortalität. Dieser Vorteil überwiegt die potenziellen Schäden durch Überdiagnosen und falsch-positive Befunde.

Für die Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen sieht der Bericht einen Anhaltspunkt für einen Nutzen bezüglich der brustkrebsspezifischen Mortalität. Bei Frauen ab 75 Jahren fehlen jedoch aussagekräftige Daten, weshalb hier derzeit kein Nutzen erkennbar ist.

Der Bericht stellt fest, dass das Screening in den untersuchten Altersgruppen zu Überdiagnosen und falsch-positiven Befunden führt. Diese stellen einen Anhaltspunkt für einen Schaden dar, wiegen den Mortalitätsvorteil bei Frauen bis 74 Jahre jedoch nicht auf.

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Quelle: IQWiG S21-01: Überprüfung der Altersgrenzen im Mammografie-Screening-Programm (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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