Mammografie-Screening: Altersgrenzen und Indikation
Hintergrund
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Das nationale Mammografie-Screening-Programm richtet sich aktuell an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren.
Ziel des Screenings ist die Senkung der brustkrebsspezifischen Mortalität durch Früherkennung. Gleichzeitig birgt die Untersuchung Risiken wie Überdiagnosen und falsch-positive Befunde, die zu unnötigen psychischen und körperlichen Belastungen führen können.
Der vorliegende IQWiG-Bericht untersucht, ob eine Ausweitung der Altersgrenzen sinnvoll ist. Dabei wird der Nutzen für Frauen von 45 bis 49 Jahren sowie ab 70 Jahren im Vergleich zu keinem Screening bewertet.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass bei der Beratung von Frauen an den Altersgrenzen (45-49 und 70-74 Jahre) eine individuelle Nutzen-Schaden-Abwägung essenziell ist. Insbesondere bei älteren Frauen sollte die Restlebenserwartung und der allgemeine Gesundheitszustand in die Entscheidung einfließen, da das Risiko für Überdiagnosen durch konkurrierende Todesursachen steigt.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht sieht einen Anhaltspunkt für eine gesenkte brustkrebsspezifische Mortalität. Dieser Nutzen überwiegt den potenziellen Schaden durch falsch-positive Befunde und Überdiagnosen.
Laut Bericht gibt es für diese Altersgruppe derzeit keine aussagekräftigen Daten. Daher lässt sich aktuell weder ein Nutzen noch ein Potenzial für ein Screening ab 75 Jahren ableiten.
Die Modellierungen des Berichts deuten darauf hin, dass ein zweijährliches Intervall für die Altersgruppe von 45 bis 74 Jahren das beste Nutzen-Schaden-Verhältnis aufweist. Ein jährliches Screening führt zu deutlich mehr falsch-positiven Befunden.
Der Bericht nennt Überdiagnosen und falsch-positive Befunde als Hauptrisiken. Diese können zu unnötigen Biopsien, psychischer Belastung und Übertherapien führen.
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Quelle: IQWiG S21-01: Überprüfung der Altersgrenzen im Mammografie-Screening-Programm (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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