Mammographie-Screening: IQWiG-Bericht zu Nutzen und Risiko
Hintergrund
Der IQWiG Rapid Report P14-02 aus dem Jahr 2015 beschreibt die Entwicklung evidenzbasierter Informationsmaterialien zum Mammographie-Screening. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut mit der Erstellung eines Einladungsschreibens und eines Merkblatts.
In Deutschland erhalten Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine Einladung zur Früherkennung von Brustkrebs. Ziel des Projektes war es, diese Zielgruppe verständlich über die Vor- und Nachteile der Untersuchung aufzuklären.
Die Erstellung basierte auf systematischen Recherchen, qualitativen Studien zu Informationsbedürfnissen sowie randomisierten kontrollierten Studien (RCTs). Besonderer Wert wurde laut Bericht auf die transparente Darstellung von Unsicherheiten gelegt.
Empfehlungen
Der Bericht fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Kommunikation von Nutzen und Schaden des Mammographie-Screenings zusammen:
Informationsbedürfnisse der Zielgruppe
Laut den ausgewerteten Studien ist das Screening bei der Mehrzahl der Frauen positiv besetzt. Die frühe Entdeckung von Brustkrebs wird dabei als Hauptnutzen empfunden.
Die Materialien zielen darauf ab, eine informierte und freiwillige Entscheidung zu ermöglichen. Folgende Aspekte werden von Frauen als Argumente gegen eine Teilnahme genannt:
-
Zeitmangel
-
Schmerzen bei der Untersuchung
-
Bedenken bezüglich der Genauigkeit der Ergebnisse
Nutzen und Risiken des Screenings
Zur Quantifizierung der Effekte über einen Screening-Zeitraum von 10 Jahren wertete das IQWiG systematische Übersichten aus. Eine Senkung der Gesamtmortalität durch das Screening ließ sich aus den Daten nicht ableiten.
Die wesentlichen Effekte für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden wie folgt beziffert:
| Endpunkt | Häufigkeit (pro 1000 Frauen über 10 Jahre) |
|---|---|
| Verhinderte Brustkrebstodesfälle | 1 bis 2 |
| Überdiagnosen | 5 bis 7 |
Weitere Aufklärungsinhalte
Laut IQWiG-Bericht fließen weitere Aspekte in narrativer Form ohne Quantifizierung in das Merkblatt ein. Dazu gehören:
-
Falsch-negative Befunde und Intervallkarzinome
-
Strahlenbelastung durch die Untersuchung
-
Psychische Belastungen und Schmerzen
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht betont, dass bei der Aufklärung über das Mammographie-Screening nicht nur der Nutzen, sondern auch das Risiko von Überdiagnosen transparent kommuniziert werden muss. Es wird hervorgehoben, dass die Gesamtmortalität durch die Teilnahme am Screening nicht gesenkt wird. Dies ist essenziell für eine informierte, freiwillige Entscheidung der Frauen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem IQWiG-Bericht werden von 1000 Frauen, die über 10 Jahre am Screening teilnehmen, etwa 1 bis 2 vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt. Eine Senkung der Gesamtmortalität lässt sich aus den Daten nicht ableiten.
Der Bericht schätzt, dass 5 bis 7 von 1000 Frauen innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren eine Überdiagnose erhalten. Diese Zahlen basieren auf randomisierten kontrollierten Studien für die Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen.
In Deutschland erhalten Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren routinemäßig alle zwei Jahre eine schriftliche Einladung zur Früherkennung. Dem Einladungsschreiben wird ein evidenzbasiertes Merkblatt beigelegt.
Qualitative Studien zeigen, dass Frauen vor allem Schmerzen bei der Untersuchung, Zeitmangel und Bedenken bezüglich der Genauigkeit der Ergebnisse als Nachteile ansehen. Zudem werden falsch-negative Befunde und die Strahlenbelastung als relevante Themen genannt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG P14-02: Einladungsschreiben und Merkblatt zum Mammographie-Screening - Rapid Report (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.