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Leitlinienprogramm Onkologie (DKG/AWMF/Deutsche Krebshilfe)2024OnkologieUrologie

Prostatakarzinom-Früherkennung: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Leitlinienprogramm Onkologie (DKG/AWMF/Deutsche Krebshilfe) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die digital-rektale Untersuchung (DRU) soll zur Früherkennung nicht mehr eingesetzt werden.
  • Männern ab 45 Jahren mit >10 Jahren Lebenserwartung kann nach Aufklärung ein PSA-Test angeboten werden.
  • Das Screening-Intervall richtet sich nach dem Basis-PSA-Wert (z.B. 5 Jahre bei <1,5 ng/ml).
  • Bei einem kontrollierten PSA-Wert ≥3 ng/ml soll ein MRT der Prostata erfolgen.
  • Bei familiärer Belastung oder genetischen Mutationen (BRCA2, MSH2/6) gelten intensivierte Früherkennungsstrategien.
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Hintergrund

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Die S3-Leitlinie der AWMF (Version 8.1) bringt wesentliche Neuerungen in der Früherkennung und Diagnostik. Ziel der Früherkennung ist es, aggressive Tumoren rechtzeitig zu erkennen und gleichzeitig Überdiagnosen und Übertherapien von indolenten Karzinomen zu vermeiden.

Früherkennung und Aufklärung

Die Früherkennung des Prostatakarzinoms basiert primär auf der Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA). Eine wesentliche Änderung der aktuellen Leitlinie betrifft die digital-rektale Untersuchung (DRU):

  • Keine DRU zur Früherkennung: Zur Früherkennung von Prostatakarzinomen soll keine digital-rektale Untersuchung mehr erfolgen, da sie dem PSA-Test deutlich unterlegen ist.
  • Aufklärung: Männer ab 45 Jahren mit einer Lebenserwartung von mindestens 10 Jahren sollen ergebnisoffen über Vor- und Nachteile der Früherkennung beraten werden.
  • PSA-Test: Nach erfolgter Beratung soll Männern, die eine Früherkennung wünschen, die Bestimmung des PSA-Wertes angeboten werden.

Risikoadaptiertes PSA-Screening

Die weiteren Früherkennungsintervalle richten sich nach der Höhe des initialen Basis-PSA-Wertes. Dies ermöglicht eine risikoadaptierte Strategie:

Basis-PSA-WertRisikozuordnungEmpfehlung
< 1,5 ng/mlniedriges Risiko5-jährliche Intervalle
1,5 – 2,99 ng/mlintermediäres Risiko2-jährliche Intervalle
≥ 3,0 ng/mlhohes RisikoKontrolle und ggf. Diagnostik

Diagnostik bei auffälligem PSA

Ein erhöhter PSA-Wert bedarf einer strukturierten Abklärung, um unnötige Biopsien zu vermeiden und signifikante Karzinome sicher zu detektieren.

  • PSA-Kontrolle: Ein erhöhter PSA-Wert (≥ 3 ng/ml) soll vor weiterer Diagnostik unter Berücksichtigung von Einflussfaktoren innerhalb von 3 Monaten kontrolliert werden.
  • MRT-Indikation: Bei einem kontrolliert erhöhten PSA-Wert (≥ 3 ng/ml) und urologisch bestätigtem Risiko soll eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata erfolgen.
  • Biopsie-Entscheidung: Bei unauffälligen MRT-Befunden (PI-RADS 1 und 2) soll keine Biopsie durchgeführt werden.

Genetische und familiäre Risikofaktoren

Für Männer mit familiärer Belastung oder genetischer Prädisposition gelten besondere Empfehlungen:

RisikofaktorAlterEmpfohlene Maßnahme
Familiäre Belastung (≥ 1 erstgradig Verwandter)ab 45 JahrenAngebot eines PSA-basierten Screenings
Pathogene Variante (BRCA2, MSH2, MSH6)ab 40 JahrenRisikosprechstunde, PSA-Bestimmung und MRT der Prostata

Bei Vorliegen einer pathogenen Variante und einem PI-RADS 3-5 Befund im MRT und/oder einem PSA-Wert ≥ 3 ng/ml sollte eine MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie empfohlen werden.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie in der reinen Früherkennung auf die digital-rektale Untersuchung (DRU) und setzen Sie primär auf den PSA-Test. Bei einem PSA < 1,5 ng/ml können Sie das nächste Screening-Intervall beruhigt auf 5 Jahre strecken.

Häufig gestellte Fragen

Nein, die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt, zur Früherkennung keine digital-rektale Untersuchung (DRU) mehr durchzuführen, da sie dem PSA-Test unterlegen ist.
Männern ab 45 Jahren mit einer Lebenserwartung von mindestens 10 Jahren kann nach ergebnisoffener Aufklärung ein PSA-Test angeboten werden.
Das Intervall hängt vom Basis-Wert ab: Bei <1,5 ng/ml alle 5 Jahre, bei 1,5-2,99 ng/ml alle 2 Jahre. Ab 3 ng/ml erfolgt eine zeitnahe Kontrolle und ggf. Diagnostik.
Der Wert sollte innerhalb von 3 Monaten kontrolliert werden. Bestätigt sich der Wert, wird ein MRT der Prostata empfohlen.
Nein. Vor einer Biopsie soll ein MRT erfolgen. Bei unauffälligen MRT-Befunden (PI-RADS 1 und 2) soll keine Biopsie durchgeführt werden.

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