Asymptomatische Bakteriurie: Screening und Testmethoden
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht S16-01 stellt ein Addendum zu vorherigen Analysen bezüglich des Screenings auf asymptomatische Bakteriurie (ASB) im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinien dar. Hintergrund ist die unklare Evidenzlage zum patientenrelevanten Nutzen oder Schaden eines solchen Screenings.
Laut Bericht sind bisherige Studien zur Antibiotikatherapie bei ASB in der Schwangerschaft veraltet und entsprechen nicht mehr den heutigen methodischen Standards. Eine neuere niederländische Studie zeigte keine signifikanten Unterschiede, wurde jedoch aufgrund geringer Ereignisraten vorzeitig abgebrochen.
Um diese Evidenzlücke zu schließen, wurde das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vom Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragt, die Eckpunkte für eine moderne Therapiestudie zu entwerfen. Diese soll klären, ob eine antibiotische Behandlung bei Schwangeren mit ASB einen messbaren Nutzen hat.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont, dass der generelle Nutzen des ASB-Screenings in der Schwangerschaft infrage gestellt werden könnte, falls eine zukünftige Studie keinen Vorteil der Antibiotikatherapie belegt. Es wird darauf hingewiesen, dass die aktuelle Evidenzlage zur Behandlung der asymptomatischen Bakteriurie bei Schwangeren auf veralteten Daten basiert und eine kritische Betrachtung der bisherigen Praxis erfordert.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht basieren die bisherigen Empfehlungen auf über 40 Jahre alten Studien, die heutigen methodischen Standards nicht mehr genügen. Der tatsächliche patientenrelevante Nutzen einer Antibiotikatherapie bei asymptomatischer Bakteriurie ist daher aktuell nicht sicher belegt.
Der Bericht definiert die mütterliche Pyelonephritis als primären patientenrelevanten Endpunkt. Als sekundäre Endpunkte werden unter anderem Frühgeburten bis zur 32. Schwangerschaftswoche und ein Geburtsgewicht unter 1500 g genannt.
Das IQWiG schlägt vor, die Kontrollgruppe entweder abwartend (ohne Therapie) oder mit einem Placebo zu behandeln. Eine Placebogabe wird bevorzugt, da sie eine Verblindung ermöglicht und die Ergebnissicherheit erhöht.
Der Bericht schlussfolgert, dass bei einem fehlenden Nutzen der antibiotischen Therapie auch der Sinn des gesamten ASB-Screenings in der Schwangerschaft infrage gestellt werden kann. Die Therapie stellt den zentralen Aspekt des möglichen Screening-Nutzens dar.
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Quelle: IQWiG S16-01: Screening auf asymptomatische Bakteriurie im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien unter besonderer Berücksichtigung der Testmethoden - Addendum zum Auftrag S13-02 (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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