IQWiG2015

Asymptomatische Bakteriurie in der Schwangerschaft: IQWiG

Diese Leitlinie stammt aus 2015 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die asymptomatische Bakteriurie (ASB) in der Schwangerschaft wird traditionell als Risikofaktor für Harnwegsinfekte und Komplikationen angesehen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einer Nutzenbewertung.

Ziel des IQWiG-Berichts (2015) war es, den patientenrelevanten Nutzen eines universellen Screenings auf ASB bei Schwangeren zu bewerten. Dabei sollte insbesondere die Urinsedimentuntersuchung als Triage-Test vor einer Urinkultur beleuchtet werden.

Zudem wurde untersucht, ob die antibiotische Therapie einer asymptomatischen Bakteriurie im Vergleich zu keiner Behandlung einen nachweisbaren Nutzen oder Schaden für Mutter und Kind aufweist.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der systematischen Literaturrecherche folgende Kernaussagen zur Evidenzlage:

Screening auf asymptomatische Bakteriurie

Der patientenrelevante Nutzen oder Schaden eines allgemeinen Screenings auf ASB bei Schwangeren ist laut Bericht unklar. Es konnten keine geeigneten Studien identifiziert werden, die ein Screening mit einem Verzicht auf ein Screening vergleichen.

Antibiotikatherapie bei nachgewiesener ASB

Der patientenrelevante Nutzen oder Schaden einer Antibiotikatherapie bei Schwangeren mit ASB ist nicht belegt. Zwar wurden drei randomisiert-kontrollierte Studien identifiziert, deren Ergebnisse sind jedoch nicht auf die heutige Versorgungssituation übertragbar.

Die eingeschränkte Übertragbarkeit begründet sich laut Bericht durch folgende methodische Mängel der historischen Studien:

  • Fehlende Angaben zu wesentlichen Charakteristika der untersuchten Schwangeren

  • Veraltete und nicht leitlinienkonforme Rahmenbedingungen (z. B. stationäre Aufnahme mit 24-stündigem Flüssigkeitsentzug)

  • Unklare diagnostische Strategien und Testverfahren zur Identifikation der Frauen

Diagnostische Testmethoden

Da der Nutzen eines Screenings sowie der anschließenden Therapie nicht belegt werden konnte, wurde die prognostische Güte der verfügbaren Testmethoden zur Erkennung einer ASB nicht weiter untersucht. Es lassen sich daher keine evidenzbasierten Aussagen zur Überlegenheit bestimmter Testverfahren treffen.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass historische Studien zur Therapie der asymptomatischen Bakteriurie in der Schwangerschaft methodische Bedingungen aufweisen, die modernen Standards widersprechen. Es wird betont, dass ein genereller Nutzen der Antibiotikagabe bei dieser Indikation anhand der aktuellen Datenlage nicht zweifelsfrei belegt ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Indikationen für eine antibiotische Therapie kritisch zu stellen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist der patientenrelevante Nutzen oder Schaden eines solchen Screenings aufgrund fehlender Studien aktuell unklar. Es gibt keine ausreichende Evidenz, die ein Screening gegenüber keinem Screening favorisiert.

Historische Studien zeigten zwar eine Reduktion von Pyelonephritiden unter Antibiose, diese Ergebnisse sind laut Bericht jedoch nicht auf die heutige Versorgungssituation übertragbar. Ein aktueller Beleg für diesen Nutzen fehlt somit.

Der Bericht trifft hierzu keine Aussage. Da der Nutzen des Screenings und der Therapie an sich nicht belegt ist, wurde die diagnostische Güte der verschiedenen Testmethoden nicht weiter evaluiert.

Die vorliegenden Daten zu unerwünschten Ereignissen und kindlicher Morbidität waren in den untersuchten Studien unzureichend. Der Bericht stellt fest, dass sich daraus weder ein Nutzen noch ein Schaden für das Kind ableiten lässt.

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Quelle: IQWiG S13-02: Screening auf asymptomatische Bakteriurie im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien unter besonderer Berücksichtigung der Testmethoden (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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