Darmkrebs-Screening: IQWiG-Bericht zu familiärem Risiko
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einer systematischen Nutzenbewertung. Ziel war es, den patientenrelevanten Nutzen einer Darmkrebsfrüherkennung für Personen unter 55 Jahren mit familiärem Darmkrebsrisiko zu untersuchen.
Hereditäre Erkrankungen wurden von dieser Bewertung explizit ausgenommen. Der Bericht gliedert sich in die Bestimmung des Erkrankungsrisikos, die diagnostische Güte anamnestischer Instrumente sowie die vergleichende Nutzenbewertung von Screeningstrategien.
Da es sich um eine systematische Übersichtsarbeit handelt, wurden verschiedene Studiendesigns wie Kohortenstudien und randomisierte kontrollierte Studien in die Literatursuche einbezogen. Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzfassung des IQWiG-Berichts.
💡Praxis-Tipp
Obwohl das Erkrankungsrisiko bei einer positiven Familienanamnese für Darmkrebs bei Personen unter 55 Jahren nachweislich erhöht ist, fehlt laut IQWiG-Bericht die wissenschaftliche Evidenz für den konkreten Nutzen eines Screenings in dieser Gruppe. Es wird darauf hingewiesen, dass standardisierte, deutschsprachige Anamneseinstrumente für diese spezifische Altersgruppe bisher nicht ausreichend in Studien validiert wurden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist das Risiko für Personen unter 55 Jahren mit familiärer Vorbelastung um das 1,7- bis 4,1-Fache erhöht. Das Risiko steigt weiter an, je jünger die Betroffenen und die erkrankten Elternteile zum Diagnosezeitpunkt sind.
Der Bericht stellt fest, dass die Evidenzlage für anamnestische Instrumente sehr dürftig ist. Es konnten keine validierten Studien für schriftliche oder deutschsprachige Befragungsinstrumente speziell für Personen unter 55 Jahren gefunden werden.
Aufgrund fehlender hochwertiger Studien ist der patientenrelevante Nutzen eines Screenings in dieser spezifischen Gruppe unklar. Der IQWiG-Bericht konnte weder den Nutzen noch den potenziellen Schaden einer solchen Früherkennungsmaßnahme abschließend bewerten.
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Quelle: IQWiG S11-01: Bewertung des Nutzens einer Früherkennungsuntersuchung für Personen unter 55 Jahren mit familiärem Darmkrebsrisiko (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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