IQWiG2013

Darmkrebs-Screening: IQWiG-Bericht zu familiärem Risiko

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einer systematischen Nutzenbewertung. Ziel war es, den patientenrelevanten Nutzen einer Darmkrebsfrüherkennung für Personen unter 55 Jahren mit familiärem Darmkrebsrisiko zu untersuchen.

Hereditäre Erkrankungen wurden von dieser Bewertung explizit ausgenommen. Der Bericht gliedert sich in die Bestimmung des Erkrankungsrisikos, die diagnostische Güte anamnestischer Instrumente sowie die vergleichende Nutzenbewertung von Screeningstrategien.

Da es sich um eine systematische Übersichtsarbeit handelt, wurden verschiedene Studiendesigns wie Kohortenstudien und randomisierte kontrollierte Studien in die Literatursuche einbezogen. Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzfassung des IQWiG-Berichts.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Evidenzlage folgende zentrale Ergebnisse:

Erkrankungsrisiko bei positiver Familienanamnese

Laut Bericht weisen Personen unter 55 Jahren mit einer positiven Familienanamnese für Darmkrebs ein deutlich erhöhtes Risiko auf. Im Vergleich zu gleichaltrigen Personen ohne entsprechende Anamnese ist das Erkrankungsrisiko um das 1,7- bis 4,1-Fache erhöht.

Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass die Risikoerhöhung umso größer ausfällt, je jünger die untersuchten Personen und je jünger die erkrankten Eltern zum Diagnosezeitpunkt sind.

Güte anamnestischer Instrumente

Die Beleglage zur diagnostischen Güte von Anamneseinstrumenten wird als sehr dürftig eingestuft. Für die spezifische Altersgruppe unter 55 Jahren, für schriftliche Befragungen oder für deutschsprachige Instrumente konnten keine relevanten Studien identifiziert werden.

Für anamnestische Interviews in breiteren Altersgruppen (18 bis 79 Jahre) zeigen zwei identifizierte Studien folgende Werte:

  • Eine Studie mit niedrigem Verzerrungspotenzial zeigt eine Sensitivität von 53 % und eine Spezifität von 99 %.

  • Eine Studie mit hohem Verzerrungspotenzial zeigt eine Sensitivität von 81 % und eine Spezifität von 94 %.

Nutzenbewertung des Screenings

Es konnten keine Studien identifiziert werden, die den Nutzen umfassender Screeningstrategien unter Einbeziehung anamnestischer Instrumente in der Normalbevölkerung belegen.

Ebenso fehlen hochwertige Studien zur Nutzenbewertung verschiedener Screeningmaßnahmen bei Personen, bei denen bereits ein erhöhtes Risiko festgestellt wurde.

Der Bericht schlussfolgert, dass Nutzen und Schaden eines Darmkrebsscreenings für Personen unter 55 Jahren mit positiver Familienanamnese aufgrund fehlender Daten unklar sind.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl das Erkrankungsrisiko bei einer positiven Familienanamnese für Darmkrebs bei Personen unter 55 Jahren nachweislich erhöht ist, fehlt laut IQWiG-Bericht die wissenschaftliche Evidenz für den konkreten Nutzen eines Screenings in dieser Gruppe. Es wird darauf hingewiesen, dass standardisierte, deutschsprachige Anamneseinstrumente für diese spezifische Altersgruppe bisher nicht ausreichend in Studien validiert wurden.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist das Risiko für Personen unter 55 Jahren mit familiärer Vorbelastung um das 1,7- bis 4,1-Fache erhöht. Das Risiko steigt weiter an, je jünger die Betroffenen und die erkrankten Elternteile zum Diagnosezeitpunkt sind.

Der Bericht stellt fest, dass die Evidenzlage für anamnestische Instrumente sehr dürftig ist. Es konnten keine validierten Studien für schriftliche oder deutschsprachige Befragungsinstrumente speziell für Personen unter 55 Jahren gefunden werden.

Aufgrund fehlender hochwertiger Studien ist der patientenrelevante Nutzen eines Screenings in dieser spezifischen Gruppe unklar. Der IQWiG-Bericht konnte weder den Nutzen noch den potenziellen Schaden einer solchen Früherkennungsmaßnahme abschließend bewerten.

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Quelle: IQWiG S11-01: Bewertung des Nutzens einer Früherkennungsuntersuchung für Personen unter 55 Jahren mit familiärem Darmkrebsrisiko (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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