Aortenaneurysma Therapie: IQWiG Entscheidungshilfe
Hintergrund
Der IQWiG Rapid Report (2025) stellt Entscheidungshilfen für Eingriffe an Aortenaneurysmen zur Verfügung. Ziel ist die Unterstützung der gemeinsamen Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) zwischen ärztlichem Personal und Betroffenen.
Ein großes Aneurysma der Bauchschlagader (Bauchaorta) wird bei Männern ab einem Durchmesser von über 5,5 cm und bei Frauen ab über 5 cm definiert. An der Brustschlagader (Brustaorta) gilt ein Durchmesser von über 5,5 cm als groß.
Diese Ausweitungen verursachen oft keine Beschwerden, bergen jedoch das Risiko eines lebensbedrohlichen Risses. Die Entscheidungshilfen vergleichen operative Verfahren mit dem abwartenden Beobachten.
Empfehlungen
Behandlungsoptionen
Der Bericht beschreibt drei primäre Vorgehensweisen beim Vorliegen eines großen Aortenaneurysmas:
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Offene Operation: Einsatz eines künstlichen Gefäßschlauchs über einen Bauch- oder Brustschnitt in Vollnarkose.
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Endovaskulärer Eingriff: Einbringen einer Stent-Prothese per Katheter über die Leiste, meist in Vollnarkose.
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Abwartendes Beobachten: Regelmäßige bildgebende Kontrollen des Wachstums ohne sofortige Operation.
Bauchaortenaneurysma (AAA)
Für Männer mit gutem Gesundheitszustand zeigt der Bericht spezifische Vor- und Nachteile der Verfahren auf. Bei Frauen ist die Datenlage deutlich geringer, operative Eingriffe gelten hier jedoch allgemein als riskanter.
| Kriterium | Offene Operation | Endovaskulärer Eingriff |
|---|---|---|
| Krankenhausaufenthalt | ca. 2 Wochen | ca. 1 Woche |
| Genesungsdauer | Mehrere Wochen bis Monate | Einige Wochen |
| Mortalität (30 Tage) | Etwa 4 von 100 Männern | Etwa 1 von 100 Männern |
| Folgeeingriffe (nach 4 Jahren) | Etwa 7 von 100 Männern | Etwa 16 von 100 Männern |
| Lungenkomplikationen | Etwa 8 von 100 Männern | Etwa 3 von 100 Männern |
Thorakales Aortenaneurysma (TAA)
Die Wahl des Verfahrens hängt stark von der genauen Lage des Aneurysmas ab. Herznahe Aneurysmen werden laut Bericht überwiegend offen operiert.
Im absteigenden Abschnitt der Brustschlagader wird ein endovaskulärer Eingriff bevorzugt, sofern dieser technisch möglich ist. Dieser ist schonender, erfordert aber häufiger Folgeeingriffe aufgrund von Problemen mit der Stent-Prothese.
Schwere Komplikationen bei Eingriffen an der Brustaorta umfassen Schlaganfälle, Herzinfarkte sowie schwere Nieren- oder Darmerkrankungen. Sehr selten wird eine Lähmung der Beine beobachtet.
Kontraindikationen
Ein operativer Eingriff wird bei Personen mit sehr schlechtem Gesundheitszustand nicht empfohlen. In diesen Fällen stellt das abwartende Beobachten mit regelmäßigen Kontrollen die einzige Möglichkeit dar.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass der endovaskuläre Eingriff beim Bauchaortenaneurysma zwar eine geringere 30-Tage-Mortalität aufweist, langfristig jedoch keine besseren Überlebenschancen als die offene Operation bietet. Zudem ist bei der endovaskulären Versorgung mit einer deutlich höheren Rate an notwendigen Folgeeingriffen zu rechnen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht wird ein Bauchaortenaneurysma bei Männern ab einem Durchmesser von über 5,5 cm und bei Frauen ab über 5 cm als groß eingestuft. Ab dieser Größe wird eine Abwägung bezüglich eines operativen Eingriffs empfohlen.
Ein großes Bauchaortenaneurysma reißt bei etwa 3 bis 6 von 100 Männern innerhalb eines Jahres. Bei einem 6 cm großen Brustaortenaneurysma liegt das Risiko für einen Riss bei etwa 10 von 100 Personen pro Jahr.
Der endovaskuläre Eingriff ist schonender, erfordert einen kürzeren Krankenhausaufenthalt und hat eine geringere kurzfristige Sterblichkeit. Allerdings sind lebenslange Kontrollen nötig und Folgeeingriffe treten häufiger auf.
Der Bericht nennt als schwere Komplikationen Schlaganfälle, Herzinfarkte sowie schwere Darm- oder Nierenerkrankungen. Sehr selten kann es infolge des Eingriffs zu einer Lähmung der Beine kommen.
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Quelle: IQWiG P23-02: Erstellung einer Entscheidungshilfe zu Eingriffen an Aortenaneurysmen (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.