IQWiG2021Rheumatologie

Knieendoprothese & Gonarthrose: IQWiG Rapid Report

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG Rapid Report P20-03 (2021) bildet die wissenschaftliche Grundlage für eine Entscheidungshilfe zur Implantation von Knieendoprothesen. Ziel ist die Unterstützung der partizipativen Entscheidungsfindung bei fortgeschrittener Gonarthrose.

Kniearthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die durch Knorpelabbau gekennzeichnet ist. Die Symptomatik verläuft oft in Schüben oder nimmt über Jahre langsam zu.

Vor einer operativen Intervention steht in der Regel die Ausschöpfung konservativer Maßnahmen im Vordergrund. Gut ausgebildete Muskeln stabilisieren das Gelenk und Bewegung fördert die Knorpelernährung, weshalb eine aktive Therapie essenziell ist.

Empfehlungen

Die Entscheidungshilfe formuliert folgende Kernaspekte zur Behandlung der Gonarthrose:

Konservative Therapieoptionen

Laut Bericht umfasst die konservative Basistherapie folgende Bausteine:

  • Bewegungstherapie (Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen, Physiotherapie)

  • Gewichtsreduktion um 5 bis 10 Prozent bei bestehendem Übergewicht

  • Topische oder orale nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) in möglichst niedriger Dosierung

  • Hilfsmittelversorgung (Schuheinlagen mit dicker Sohle, Kniebandagen)

  • Intraartikuläre Injektionen als ergänzende Maßnahme

Indikationsstellung zur Operation

Ein Gelenkersatz (Total- oder Teil-Endoprothese) wird gemäß der Entscheidungshilfe erwogen, wenn spezifische Kriterien erfüllt sind:

  • Starke Knieschmerzen über mehrere Monate an mehreren Tagen pro Woche

  • Keine ausreichende Linderung durch wirksame konservative Therapien nach mehreren Monaten

  • Starke Beeinträchtigung der Lebensqualität durch fehlende Mobilität oder Selbstständigkeit

Vergleich: Konservativ vs. Operativ

Der Bericht stellt die Erfolgs- und Risikoraten der beiden Strategien gegenüber:

ParameterKonservative TherapieOperative Therapie (Knie-TEP)
Schmerzlinderung / FunktionsbesserungBei 50 bis 80 von 100 PersonenBei 70 bis 90 von 100 Personen
Anhaltende BeschwerdenGgf. Fortschreiten der ArthroseBei 15 bis 20 von 100 Personen
Spezifische RisikenMagenbeschwerden (orale NSAR), Gelenkinfektion (Spritzen)Arthrofibrose (5 %), Infektion (1 %), Thrombose
LangzeitverlaufBei 70 % Verzögerung der OP um mind. 2 Jahre5 bis 10 % Revisionsrate innerhalb von 10 Jahren

Management von Komplikationen und Revisionen

Bei anhaltenden Schmerzen nach Implantation wird eine sorgfältige Ursachenabklärung empfohlen. Eine rasche Revisionsoperation ist laut Bericht zwingend indiziert bei:

  • Akuten Gelenkinfektionen (Früh- oder Spätinfektion)

  • Periprothetischen Frakturen nach Stürzen oder Unfällen

  • Eindeutiger aseptischer Prothesenlockerung

Bei unklaren Schmerzen ohne mechanisches oder infektiöses Korrelat wird von einer Revision abgeraten. Vor dem Wechsel einer Teil- auf eine Vollprothese wird das Einholen einer Zweitmeinung empfohlen.

Kontraindikationen

Der Bericht nennt Faktoren, die gegen eine Revisionsoperation sprechen können. Dazu gehören ein sehr hohes Alter sowie ausgeprägte Multimorbidität, die das Operationsrisiko unverhältnismäßig erhöhen.

Zudem wird von einer Revision abgeraten, wenn vordere Knieschmerzen auf Überlastung zurückzuführen sind oder keine klare mechanische beziehungsweise infektiöse Ursache für die Beschwerden gefunden werden kann.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht betont, dass bis zu 20 Prozent der Behandelten nach einer Knie-TEP-Implantation weiterhin über Beschwerden klagen. Es wird empfohlen, vor einer Revisionsoperation extrinsische Schmerzursachen wie Hüftarthrose, spinale Pathologien oder chronische Schmerzsyndrome differenzialdiagnostisch auszuschließen. Eine Revision ohne klares mechanisches oder infektiöses Korrelat hat laut Bericht sehr geringe Erfolgsaussichten.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht wird ein Gelenkersatz erwogen, wenn über Monate an mehreren Tagen pro Woche starke Schmerzen bestehen. Zudem müssen konservative Maßnahmen über mehrere Monate erfolglos geblieben sein und die Lebensqualität stark eingeschränkt sein.

Der Bericht gibt an, dass innerhalb von zehn Jahren etwa 5 bis 10 von 100 Knieprothesen ausgetauscht werden müssen. Je jünger die operierte Person zum Zeitpunkt der Erstimplantation ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Revision.

Als mögliche Ursachen nennt die Entscheidungshilfe Prothesenlockerungen, Arthrofibrose, Instabilitäten oder Patellaprobleme. Auch extrinsische Faktoren wie Sehnenerkrankungen, ausstrahlende Rückenschmerzen oder Gefäßerkrankungen kommen als Auslöser in Betracht.

Ein steifes Knie durch Arthrofibrose wird zunächst konservativ mit Physiotherapie, Medikamenten oder Orthesen behandelt. Bei unzureichendem Erfolg kann laut Bericht eine Narkosemobilisation, eine arthroskopische Arthrolyse oder eine Revisionsoperation erforderlich werden.

Eine sofortige Revisionsoperation ist bei akuten Komplikationen zwingend erforderlich. Dazu zählen laut Bericht periprothetische Frakturen nach Unfällen sowie akute Gelenkinfektionen.

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Quelle: IQWiG P20-03: Entscheidungshilfe Knieendoprothesen (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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