Mandeloperation bei Kindern: IQWiG-Entscheidungshilfe
Hintergrund
Die IQWiG-Entscheidungshilfe thematisiert den Umgang mit vergrößerten Gaumenmandeln bei Kindern. Diese können die Atemwege verengen und zu Mundatmung, starkem Schnarchen sowie nächtlichen Atemaussetzern führen.
Infolge der gestörten Nachtruhe können bestimmte Erkrankungen und Entwicklungsprobleme begünstigt werden. Häufig sind bei den betroffenen Kindern zusätzlich die Rachenmandeln vergrößert.
Als Behandlungsoptionen stehen ein abwartendes Verhalten oder ein operativer Eingriff zur Verfügung. Das Dokument soll den gemeinsamen Entscheidungsfindungsprozess zwischen ärztlichem Personal und den Sorgeberechtigten unterstützen.
Empfehlungen
Die Entscheidungshilfe nennt verschiedene Faktoren, die bei der Therapiewahl berücksichtigt werden sollten.
Kriterien zur Entscheidungsfindung
Folgende Aspekte fließen laut Dokument in die Behandlungsentscheidung ein:
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Ausprägung und Dauer der bestehenden Beschwerden
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Größe der Gaumenmandeln
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Mögliche andere Ursachen für die Atemprobleme
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Vorliegen weiterer Begleiterkrankungen des Kindes
Operatives Vorgehen
Laut Dokument wird meist eine teilweise Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillotomie) durchgeführt. Eine vollständige Entfernung (Tonsillektomie) wird hingegen selten empfohlen.
Teil- und Vollentfernung lindern die Beschwerden laut IQWiG ähnlich gut. Bei Bedarf können im selben Eingriff auch vergrößerte Rachenmandeln entfernt oder ein Paukenröhrchen bei anhaltendem Paukenerguss eingesetzt werden.
Vergleich der Behandlungsoptionen
| Kriterium | Abwarten | Operation (Tonsillotomie/Tonsillektomie) |
|---|---|---|
| Ablauf | Regelmäßige ärztliche Kontrollen über Wochen/Monate | Eingriff in Vollnarkose, meist im Krankenhaus |
| Zusatztherapie | Ggf. Kortison-Nasenspray bei vergrößerter Rachenmandel | Ggf. Entfernung der Rachenmandel / Paukenröhrchen |
| Wirksamkeit | Spontane Besserung möglich, aber nicht vorhersehbar | Meist schnelle Normalisierung von Atmung und Schlaf |
| Risiken | Chronifizierung, gesundheitliche Folgen bei schweren Schlafstörungen | Narkoserisiken, Schmerzen, Schluckstörungen, Nachblutungen |
| Zielgruppe | Kinder mit nur leichten Schlafstörungen | Die meisten Kinder mit symptomatischen Gaumenmandeln |
Komplikationen und Risiken der Operation
Nach dem Eingriff kann es vorübergehend zu Schmerzen und Schluckstörungen kommen. Diese Beschwerden sind bei einer vollständigen Entfernung stärker ausgeprägt.
Das Risiko für Nachblutungen liegt bei der teilweisen Entfernung bei unter 1 von 100 Kindern. Bei der vollständigen Entfernung wird das Risiko als vermutlich etwas höher eingeschätzt.
💡Praxis-Tipp
Die Entscheidungshilfe betont, dass eine teilweise Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillotomie) die Beschwerden ähnlich gut lindert wie eine vollständige Entfernung (Tonsillektomie). Da die vollständige Entfernung jedoch mit stärkeren postoperativen Schmerzen und einem vermutlich höheren Nachblutungsrisiko einhergeht, wird sie laut Dokument nur noch selten empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Entscheidungshilfe kommt ein abwartendes Verhalten vor allem für Kinder infrage, die nur unter leichten Schlafstörungen leiden. Dabei wird der Verlauf über Wochen oder Monate mit regelmäßigen ärztlichen Kontrollen beobachtet.
Das Dokument gibt an, dass es bei einer teilweisen Entfernung (Tonsillotomie) bei weniger als 1 von 100 Kindern zu einer Nachblutung kommt. Bei einer vollständigen Entfernung (Tonsillektomie) ist dieses Risiko vermutlich etwas höher.
Wenn ein abwartendes Vorgehen gewählt wird, kann laut Entscheidungshilfe manchmal ein Kortison-Nasenspray helfen, die Atmung zu verbessern. Alternativ können die Rachenmandeln im Rahmen einer Operation der Gaumenmandeln mit entfernt werden.
Die Entscheidungshilfe weist darauf hin, dass meist nur eine teilweise Entfernung (Tonsillotomie) durchgeführt wird. Eine vollständige Entfernung (Tonsillektomie) wird aufgrund des ungünstigeren Nebenwirkungsprofils selten empfohlen.
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Quelle: IQWiG P18-02: Erstellung einer Entscheidungshilfe zu Mandeloperationen (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.